Betrüger auf Teneriffa: So werden Sie reingelegt

Viele Gauner machen sich die oft unvorsichtige Art von Urlaubern zunutze. Nachdem wir im ersten Teil unserer Betrüger-Datenbank das Thema Taschendiebe auf Teneriffa behandelt haben, zeigen wir Ihnen hier, wie Touristen gezielt ausgespäht und dann übers Ohr gehauen werden.

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Wie Betrüger Wanderer ausspähen

Unser Leser Rudolf berichtet von einem Trick, bei dem Wanderer gezielt angesprochen werden, ein Foto zu knipsen. Im weiteren Verlauf dieses „Foto-Tricks“ werden die Opfer vom Späher in ein angenehmes Gespräch verwickelt. Im aktuellen Fall wurde über die Heimat gesprochen und die Opfer dabei sogar dazu gebracht, die heimische Währung zu zeigen. Der Späher sieht auf diese Weise, wie viel Bargeld die Opfer dabei haben. Ist das Portemonnaie gut gefüllt, werden Komplizen alarmiert, die ein Stück weiter zum Überfall lauern.

Der Geld-Wechsel-Trick

Ausspähen ist auch beim Geld-Wechsel-Trick das Stichwort. Unser Leser Konstantin D. berichtet von seiner Erfahrung in einem Baumarkt auf Teneriffa. Auf dem Parkdeck sei er von einem sehr freundlichen Mann angesprochen worden, ob er nicht eine Münze für den Einkaufswagen wechseln könne. Auf diese Weise konnten Inhalt und Ort des Portemonnaies ausgespäht werden. Nach dem Wechsel habe sich der Mann höflich bedankt und sei gegangen. Beim Betreten des Geschäfts wenig später sei vor ihm eine Frau ins Straucheln geraten. Beim Aufhelfen habe es einen Moment der Unruhe gegeben. Wenig später sei die Geldbörse verschwunden gewesen – und mit ihr auch alle im Urlaub wichtigen Papiere.

Diebe auf dem Parkplatz: Der Kofferraum-Trick

Unsere Leserin Eva T. berichtet von einem Trick, bei dem der Kofferraum des Autos unauffällig ausgeräumt werden soll: Bei einem Aussichtspunkt an der TF-82 (hinter Santiago del Teide) hatten demnach mehrere Personen versucht, den Kofferraum des Mietwagens zu öffnen. Auf dem Parkplatz hatte ein Mann mit Schlapphut merkwürdige Objekte auf der Mauer ausgelegt – alles Steine mit Blättern und Gräsern umwickelt sowie mit Zweigen verschnürt. Diese sollten die Besucher offenbar neugierig machen und ablenken.

Die Familie war an den Aussichtspunkt herangefahren, um den Teide zu fotografieren. Kaum stand das Auto, habe sich ein Mann an den Kofferraum gelehnt. Dieser habe das Schloss geöffnet, noch bevor die Zentralverriegelung zu schloss. Unsere Leserin hatte dies gehört und ging sofort nach hinten. Dort sah sie die nur angelehnte Kofferraum-Klappe und rief ihren Ehemann hinzu. Als die Heckklappe mit lautem Knall zugeschlagen und erneut verriegelt war, verschwanden die drei Männer in einem kleinen, blauen Auto mit hohem Tempo. Kurz darauf sei ein Mann in einem blauen 3er-BMW angekommen und habe sich laut mit dem Mann unterhalten, der die Objekte ausgelegt hatte. Unsere Leserin dagegen verzichtete auf die Fotos und suchte ohne Schaden das Weite.

Der Ampel-Trick

Unsere Leserin Rita L. berichtet von einem weiteren Trick, bei dem Autos unbemerkt ausgeräumt werden. So sei der Familie auf dem Weg zum Teide bei Chio (TF-38) an der Kreuzung mit der TF-51 nach Vilaflor in einem Stau unbemerkt der Rucksack aus dem Auto gestohlen worden. Den Stau habe der Dieb genutzt, um die rechte hintere Tür zu öffnen, berichtet sie. „Wir haben nichts gemerkt, da wir uns auf das Chaos an der Kreuzung konzentriert haben.“ Durch das Signal am Armaturenbrett, das eine geöffnete Tür signalisierte, habe sie bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Beim nachsehen stellte die Familie dann fest, dass der Rucksack von der Rückbank verschwunden war. Das Fazit: „Seitdem betätigen wir sofort nach dem Start die Zentralverriegelung.“

Der Zubehör-Trick

„Das hier brauchen Sie unbedingt!“ Mit diesen oder ähnlichen Worten sollen gezielt Touristen angesprochen werden, die eine Kamera offen mit sich tragen. Unser Leser Günter M. Berichtet von einem Trick, bei dem er um 89 Euro erleichtert worden war, und es erst hinterher realisierte.

Vor einem Foto-Fachgeschäft in Puerto de la Cruz sei er freundlich und in gutem Deutsch auf seine Kompaktkamera angesprochen worden, die er vor dem Bauch trug. Nachdem er so ins das Geschäft gelockt worden sei, habe er einen Filter zum Preis von 89 Euro angeboten bekommen. „Ich hatte immer noch keine Bedenken und blieb skeptisch. Es gelang ihm im weiteren Verlauf des Gespräch aber mich zu überzeugen, diesen Filter zu kaufen“, berichtet M. Erst bei der anschließenden Internet-Recherche habe er bemerkt, dass er offenbar einem Betrüger aufgesessen und der Filter sein Geld nicht wert war.

Der Technik-Trick

Unsere Leserin Veronika berichtet derweil von einer Tablet- und Abo-Masche, auf die sie reingefallen ist. Gemeinsam mit ihrem Mann wanderte sie morgens über die Strandpromenade von Playa de Fañabé bis Playa de las Americas im Süden Teneriffas. Als beide beschlossen, Getränke zu kaufen, passierte es. Im Geschäft sei beiden ein Tablet-Computer angeboten worden.

Beide waren sich schnell einig, dass sie das Tablet kaufen würden. „Der Verkäufer erzählte uns etwas von einer Zollfreirechnung. Er könne uns das neue Tablet aber erst am Abreisetag geben.“ Dafür würde er noch alle Einstellungen auf Deutsch umstellen. Beide bezahlten die Anzahlung und vertrauten dem Geschäftsmann.

„Die Übergabe erfolgte dann in einem anderen Geschäft.“ Kurzerhand überredete der Mann seine Opfer, zusätzlich noch eine internationale Sim-Karte für das Tablet zu kaufen. Enthalten seien bereits Zugänge für alle denkbaren Zeitungen und Bücher.

Wie unsere Leserin weiter berichtet, sei andauernd Trubel um sie herum gewesen, so dass sie immer wieder abgelenkt wurden. „Nachdem ich etwas müde wurde, ob all dem Gesagten, willigte ich schließlich ein, die Sim-Karte zu kaufen.“ Danach sei alles sehr schnell gegangen: „Der Verkäufer kam mit dem Kartenlesegerät, tippte den Betrag ein und ich daraufhin meine PIN-Nummer. Ich sah aber nicht den ganzen Betrag, denn seine Hand verdeckte einen Teil des Displays.“

Dann sei er in den hinteren Teil des Geschäfts gegangen und kurze Zeit später zurück gekommen, damit der Beleg unterschrieben werden konnte. „Leider ging alles plötzlich so schnell, dass ich nicht auf den Betrag geachtet habe.“ Ein großer Fehler, wie sich später herausstellte.

„Dann kam er, überreichte mir strahlend eine schöne Tasche mit allem drin, plus einem neuen Marken-Handy, da meins so alt aussah. Natürlich freute ich mich über das Schnäppchen und darüber, dass ich sorgenfrei durch den Zoll gehen konnte.“

Erst daheim sei es dann zum großen Schock gekommen, denn in der Verpackung lag nicht das vermeintlich gekaufte Tablet, sondern ein altes und gebrauchtes Gerät. Auch eine Quittung habe nicht in der Tasche gelegen. Einzig das Handy sei neu – dafür aber auch sehr teuer gewesen, denn Tablet und Sim-Karte entpuppten sich demnach als Betrug.

Während unsere Leserin nun hofft, über das Kreditinstitut zumindest einen Teil der Kosten erstattet zu bekommen, reife der Ärger darüber, auf diese Masche hereingefallen zu sein. „Ich bin überzeugt, dass auf diese Weise immer gezielt ältere Menschen überredet und betrogen werden. Es ist eine ganze Bande die so arbeitet“, berichtet Veronika. Sie hoffe nun, dass durch ihren Erfahrungsbericht andere Menschen vor dieser Masche gewarnt würden.

Der „Falsche Technik“-Trick

Ein anderer Leser, der in unserer Veröffentlichung lieber anonym bleiben möchte, berichtet von einem ähnlichen Trick. Dabei wurde er erst mit einem Schnäppchen-Angebot in das Geschäft gelockt und bekam dort nach dem kauf einen falschen Tablet-Computer eingepackt. „Das war für mich Anlass, den Kauf rückgängig zu machen. Nachdem ich den Kauf annullieren wollte und mein Geld zurück verlangte, ist die Lage beinahe eskaliert.“

„Ich drohte mit der Polizei und der inzwischen eingetroffene ‚Geschäftsführer‘ weigerte sich, mein Geld zurück zu erstatten. Sollte ich die Polizei hinzuziehen, würde man andere Wege haben, meine Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen“, berichtet unser Leser weiter und erklärt: „Die Beträge für mittlerweile drei verschiedene Tabletts waren schon auf mehr als 200 Euro angewachsen. Nach langem Hin und Her und erneuter Androhung der Polizei habe ich ein neues Tablet bekommen und ich bin nochmal glimpflich davongekommen. Aber es war knapp!“

Das Fazit unseres Lesers: „Ich kann nur jedem Touristen raten, sich keinesfalls auf irgendein ‚Schnäppchen‘ einzulassen. Also nochmal: kein Deal auf Teneriffa! Genießen Sie die Gastfreundschaft, das Flair, und alles Schöne. Aber lassen Sie die Finger von irgendwelchen Schnäppchen!“

Helfen Sie mit: Welche Betrugsmasche haben Sie kennengelernt?

Sind auch Sie einem Betrüger aufgesessen? Oder haben Sie einen Betrug vereitelt? Dann helfen Sie jetzt berichten Sie uns von Ihren Erlebnissen! Wir möchten mit dieser Sammlung dafür sorgen, dass andere Touristen nicht in die gleichen Fallen tappen. Übrigens: Viele Rückmeldungen bestätigen uns erste Erfolge, da gewarnte Teneriffa-News-Leser nicht auf die Gauner und Diebe hereingefallen sind. Es ist also an Ihnen: Schildern Sie uns jetzt per Mail (hier) oder Leserkommentar (unten) Ihre Erfahrungen.

Vorsicht, Betrüger auf Teneriffa – Jetzt weiter lesen:

LESEN SIE JETZT: Teil 1: Achtung, Taschendiebe! Neue Tricks auf Teneriffa
Sie haben gelesen: Teil 2: Betrüger auf Teneriffa: So werden Sie reingelegt

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Veröffentlicht in: Teneriffa, Aktuelle Nachrichten

2 Kommentare

  1. Sporty schrieb am

    In Puerto de la Cruz kaufte ich im Dezember 2015 in einem Geschäft, das auch Autos vermietet, Ansichtskarten und Briefmarken. Im Geschäft befand sich ein Briefkasten von Sunpost. Zu meinem Erstaunen wiesen die Briefmarken keine Wertzeichen auf. Der Händler besänftigte mich und händigte mir einen Beschrieb über die Sunpost aus. Im Informationsschreiben stand, dass die Sunpost in zweihundert Ländern die Briefpost mit diesen Marken zugestellt wird.
    Die Ansichtskarten sind zu Hause nie angekommen. Kaufe nur Briefmarken mit Eurowertzeichen. Zum Glück handelte es sich bei meinen Verlust nur um fünf Euro, aber für den Verkäufer am Kiosk lohnt es sich täglich.

    • Teneriffa News schrieb am

      Lieber Sporty,
      vielen Dank für Ihren Beitrag. Das Thema Briefmarken/Sunpost behandeln wir gesondert auf dieser Seite. Dort berichten bereits zahlreiche weitere Leser von ihren Erfahrungen.
      Viele Grüße sendet
      Das Teneriffa-News-Team

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