Wegen hoher Impfquote: Spanien wartet trotz Omikron mit Corona-Maßnahmen ab


Spaniens Ministerpräsident sieht trotz rapide steigender Corona-Zahlen keinen Grund für schnelle Restriktionen. Die hohe Impfquote sorge für weniger schwere Krankheitsverläufe. Dennoch solle bald über Maßnahmen beraten werden, hieß es.

Lesedauer: 2 Min.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sieht keinen Grund für schnelle Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben. Damit ignoriert das Staatsoberhaupt zumindest vorerst den Rat einiger Experten. Diese hatten dringenden Handlungsbedarf angemeldet. Grund sei die aktuelle Corona-Welle, ausgelöst durch die Omikron-Mutation.

Am Sonntagvormittag hatte Sánchez in einer Regierungserklärung mitgeteilt, dass am Mittwoch mit den Regional-Präsidenten über die kommenden Wochen beraten werden solle.

Dabei werden die Weihnachtstage eine zentrale Rolle spielen. Im vergangenen Jahr waren nach den Feiertagen die Zahlen auf den Kanarischen Inseln sprunghaft angestiegen. Auf Teneriffa war das nach den jüngsten Feiertagen ähnlich. Entsprechend ist die Sorge bei vielen Anwohnern hoch, dass die Zahlen weiter steigen.

Corona-Inzidenz der Kanaren steigt sprunghaft – besonders auf Teneriffa

Die Kanarischen Inseln verzeichnen derzeit deutlich mehr als 1000 neue tägliche Fälle. Die kumulative Inzidenz stieg in den vergangenen Tagen entsprechend. Derzeit liegt sie bei mehr als 380. Teneriffa allein verzeichnete binnen einer Woche einen Sprung von mehr als 150 auf nun knapp 600.

Ob vor den Weihnachtsfeiertagen nun spanienweit Kontaktverbote oder Regulierungen für das Zusammenkommen der Menschen beschossen werden, bleibt abzuwarten. Mit Blick auf Sánchez‘ Begründung sind allzu klare Restriktionen jedoch unwahrscheinlich.

Spaniens Regierung ist stolz auf hohe Impfquote

Der Ministerpräsident sagte am Sonntag, dass die aktuelle Corona-Welle einen wesentlichen Unterschied zu den vorherigen aufweise: Trotz der hohen Ansteckungsraten der Omikron-Variante sei die Belegung der Krankenhäuser und auch der Intensivstationen diesmal deutlich geringer.

Dies liege an der hohen Impfquote von rund 90 Prozent innerhalb der Bevölkerung ab zwölf Jahren. Diese Zielgruppe sei mindestens doppelt geimpft. Von den Über-70-Jährigen seien sogar bereits 82 Prozent mit einer Booster-Impfung ausgestattet.

„Dieser gewaltige Fortschritt der Impfkampagne wird von der ganzen Welt bewundert“, sagte Sánchez. Der Regierungschef warb daher für „Ruhe und Vertrauen“.

Experten raten zu Kontaktbeschränkungen an Weihnachten

Unterdessen sprechen sich einige Experten für Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten aus, um der hochansteckenden Omikron-Variante des Corona-Virus entgegenzutreten. In einigen Krankenhäusern in Madrid seien bereits 60 Prozent der Corona-Neuansteckungen auf die Mutation zurückzuführen. In Barcelona sei das immerhin bei einem Viertel der Patienten der Fall.

Die Experten raten daher, die Zusammenkünfte zu Weihnachten zu beschränken. In Hochinzidenzgebieten sei es sogar ratsam, Treffen in Innenräumen komplett zu verbieten. Auch eine frühere Schließung der Schulen war angeregt worden. Dafür sei es inzwischen jedoch zu spät, teilten die Experten mit.

Entsprechend erwarten auch die Wissenschaftler die Zusammenkunft der regionalen Regierungschefs am Mittwoch mit Spannung. Darin sollen weitere Maßnahmen für die „kommenden Wochen analysiert und geprüft“ werden, sagte Sánchez.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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