So einen Fall hatte Prüfer Antonio G. zuvor noch nie erlebt: Ein Fahrschüler hielt sich bei der Führerscheinprüfung am Dienstag penibel genau an die Straßenverkehrsordnung. Der Prüfer ließ ihn durchfallen. Die Begründung: Wer sich so genau an die Vorgaben halte, bringe die natürlich gewachsene Ordnung durcheinander und sei damit eine potenzielle Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.

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Kein Park-Rempler und nicht gehupt

Während der Fahrt fuhr Fahrschüler Pedro nie schneller oder langsamer als erlaubt. Zudem nutzte er kein einziges Mal die Hupe. Als er dann auch noch exakt in einer dafür vorgesehenen Parkbox hielt ohne dabei ein nebenstehendes Auto zu beschädigen, wurde es dem Prüfer zu bunt. Er beendete die Prüfung und verweigerte Pedro die Lizenz.

Der Fahrschüler schäumte nach der Prüfung vor Wut: „Ich habe mich im Internet schlau gemacht, alles gelernt, was europäischer Standard ist. Jetzt werde ich für meinen Eifer bestraft!“

Doch die Zulassungsbehörde gibt dem Fahrprüfer recht. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage kurz: „Viele Verkehrsteilnehmer halten die Straßenverkehrsordnung hier eher für einen groben Richtwert. Wenn dann jemand zu genau nach den Vorgaben fährt, kann sich dies schnell zu einer Gefahrenquelle ausweiten.“

Fahrschüler Pedro hat aus dem Zwischenfall gelernt: „Ich denke, ich werde es künftig machen wie mein Vater und mein älterer Bruder: Sie fahren seit Jahren wie und wo sie möchten – aber von ein paar Dellen und Lackschäden abgesehen noch immer völlig unfallfrei.“

Auch Pedros Fahrlehrer ist ob dieser Einsicht erleichtert: „Diese Schmach, nach 21 Jahren erstmals eine Prüfung vergeigt zu haben, nagt schwer an mir. Ich bin froh, dass Pedro aus seinem Übereifer gelernt hat. Jetzt hat er eine zweite Chance verdient.“

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Durchgefallen: Fahrschüler hielt sich an Verkehrsordnung


Veröffentlicht in: Satire

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