Teneriffas Tierparks droht das Aus. Nachdem im Norden der Ferieninsel erst kürzlich ein Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr auf einen als Gorilla verkleideten Tierpfleger geschossen hatte, ziehen sich nun immer mehr Schauspieler aus den Gehegen zurück. Erste Bereiche seien bereits völlig verwaist, heißt es aus einer unbestätigten Quelle.

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Zunächst hatten sich ausschließlich die als scheu eingestuften Arten an dem Streik beteiligt. Mehrere Rehe, Echsen sowie ein Delfin und eine Giraffe hätten unter dem intern als „Betäubungspfeil-Amoklauf“ kursierenden Zwischenfall extrem gelitten. „Der psychische Druck war schon vorher immens. Aber nach dieser unverantwortlichen Aktion halten es erste Kollegen einfach nicht mehr aus“, sagte ein Gewerkschaftsvertreter auf Anfrage.

Sogar die Leder-Lobby vor dem Rückzug

Als Reaktion auf den Schuss vor dem Gorilla-Gehege erwägt sogar die von Branchenkennern als eher skrupellos eingestufte Kroko-Leder-Lobby einen Rückzug aus allen Tiergärten der Insel. Ursprünglich habe man einen guten Platz für die indirekte Bewerbung des eigenen Produkts gesucht und daher je zwei Laiendarsteller in den Alligator-Gehegen platziert. Nun fürchte man jedoch irreparable Schäden an den Kostümen.

Zu hoch sei die Gefahr, dass die teure Tierhaut durch unvorsichtig umherschießende Tierärzte verletzt werde, hieß es: „Ein Einschussloch mindert den Wiederverkaufswert unserer exklusiven Ware ungemein. Das ist uns die Aktion nicht länger wert“, sagte ein Leder-Lobbyist.

Ob möglicherweise mehr verkleidete Pfleger oder 400-Euro-Kräfte in den Gehegen, Schwimmbecken und Terrarien Teneriffas gehalten werden als von der EU erlaubt und wie es den Darstellern im Alltag ergeht, soll nun von einer unabhängigen Experten-Kommission geprüft werden. Diese bestehe aus Vertretern verschiedener Tierschutz-Verbände, einem ARD-Dokumentarfilmer („Giraffe, Erdmännchen & Co“) sowie Mitarbeitern der spanischen Arbeitsagentur.

Verband: „Wird uns zu bunt“

Unabhängig von den für August erwarteten Ergebnissen der Experten zog der Verband der Schwulen und Lesben auf den Kanarischen Inseln bereits jetzt Konsequenzen. „Trotz anfangs guter Erfahrungen sehen wir uns zum Handeln gezwungen. Dass hier plötzlich scharf geschossen wird, wird uns allmählich wirklich zu bunt“, sagte ein Sprecher.

Besonders die nicht zur Flucht fähigen, einbeinigen Mitglieder müssten vor solch inakzeptablen Handlungen geschützt werden, hieß es weiter. Man habe daher aus Sicherheitsgründen beschlossen, unverzüglich alle Mitarbeiter aus den bis dato gut besetzten Flamingo-Gehegen der Insel abzuziehen.

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Nach Gewehr-Attacke: Leerstand in Teneriffas Tier-Gehegen


Veröffentlicht in: Satire

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