Eine Studie der Universität von Teneriffa hat ergeben, dass gestresstes Starren auf die Armbanduhr den Check-In-Prozess am Flughafen nicht beschleunigt. Die Forscher hatten entdeckt, dass vornehmlich Reisende fortgeschrittenen Alters auf diese Weise den Weg ins Flugzeug zu beschleunigen versuchten. Vergebens, wie die Wissenschaftler nun belegten.

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Helmut Kowalski ist regelmäßiger Teneriffa-Besucher. Der 68-Jährige war von den Forschern als Test-Person akquiriert worden. „Bisher dachte ich immer, dass demonstratives Verhalten für den Prozess förderlich sei“, sagt der Duisburger. Neben Räuspern und offensichtlichem Beobachten der Armbanduhr gehörte auch das regelmäßige Überholen der Schlange zum Sondieren der Lage ganz vorn am Check-In-Schalter zu seinen Geheimwaffen gegen die Wartezeit.

Studie: „Ungeduld wächst exponentiell mit dem Alter“

„Der Grad der Ungeduld in langen Warteschlangen am Flughafen steigt unserer Studie nach exponentiell mit dem Alter des Reisenden“, erklärt Professor Dr. Miguel Hernandez. Dem Leider des Projekts zufolge, könne das Phänomen regional eingegrenzt werden: „Wir kennen dieses Verhalten bisher hauptsächlich von deutschstämmigen Reisenden fortgeschrittenen Alters im Ausland.“

Der Durchbruch gelang dem internationalen Wissenschaftler-Team erst durch das Hinzuziehen eines Hirn- und eines Sozialforschers. Demnach sei diese Art von Urlaubsstress auf die Sorge zurückzuführen, nicht als erstes in der Schlange vor dem Boarding-Schalter stehen zu dürfen. Vorzeitiges Warteschlange-Bilden gehöre laut einer einer breit angelegten Sozialstudie jedoch zu den urgermanischen Tugenden im Tourismus-Bereich.

Als Reaktion auf die Forschungen wurde an Flughäfen nun der sogenannte „Web-Check-In“ eingeführt. Dabei können nach Angaben mehrerer Airlines zu besonders ausgeprägtem Stress neigende Reisende bereits vor Betreten des Flughafens über das virtuelle Medium „Internet“ in das Flugzeug einchecken. Am Flughafen muss dann nur noch das Gepäck an einem eigens dafür eingerichteten „Baggage-Drop-off-Schalter“ („Gepäck-Abwurf-Schalter“) abgegeben werden, hieß es.

Erste Versuche seien Erfolg versprechend gewesen: „Personen, die diese neuartige Technik ausprobierten, mussten kürzere Wartezeiten in Kauf nehmen und kamen entsprechend eher am Boarding-Schalter an“, erklärt Hernandez und stellt sogleich eine kühne These auf: „Aber egal wie lange Sie am Check-In stehen müssen oder an welcher Position Sie sich in der Boarding-Schlange befinden: Das Flugzeug wird erst dann abheben, wenn alle Reisenden an Bord sind.“ Diesem Phänomen wollen die Forscher nun in einer weiteren Langzeitstudie auf den Grund gehen.

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Studie: Web-Check-In hilfreicher als meckern


Veröffentlicht in: Satire

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