„Neva“ stammt vom chilenischen Dramatiker Guillermo Calderón und erschien 2006. Das Stück machte ihn international bekannt. Die Handlung spielt am 9. Januar 1905 in Sankt Petersburg während des sogenannten Blutsonntags. Im Mittelpunkt stehen drei Schauspielerinnen und Schauspieler, darunter Olga Knipper, die Witwe von Anton Tschechow, die trotz der gewaltsamen politischen Repression auf den Straßen weiter proben wollen.
„Cerebro“ ist eine Arbeit der Kompanie Teatro Niño Proletario unter der Regie von Francisco Medina. Das Stück beschäftigt sich mit der Verletzlichkeit und Komplexität des menschlichen Gehirns. Es entsteht gemeinsam mit dem Bühnenkünstler Jorge Becker, der seit mehr als zehn Jahren mit den Folgen eines Virus lebt, das seine kognitiven, körperlichen und visuellen Fähigkeiten stark beeinträchtigt hat.
Die Inszenierung von „Cerebro“ ist als Performance und szenisches Spiel angelegt. Das Publikum greift mit Mobiltelefonen aktiv ein und bestimmt die Reihenfolge von Szenen, Liedern und Handlungen mit. Empfohlen wird, vor „Cerebro“ auch die szenische Lesung von „Neva“ zu besuchen. Becker spielte vor mehr als 15 Jahren mit seiner Kompanie selbst in einer Inszenierung von „Neva“. Die Lesung wird deshalb als mit „Cerebro“ verbundene Veranstaltung gezeigt, beide Arbeiten sind von Francisco Medina Donoso inszeniert.
Beginn ist an allen drei Abenden um 19.30 Uhr. „Neva“ läuft am Donnerstag, 1. Oktober. „Cerebro“ steht am Freitag, 2. Oktober, und Samstag, 3. Oktober, auf dem Programm. Nach der ersten Aufführung am Freitag folgt ein Publikumsgespräch. Der Eintritt kostet acht Euro.
