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Montag, 5. Oktober 2026

KI-Leitlinien der Redaktion von Teneriffa News

Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie sich schon einmal gefragt, ob bei uns Maschinen Artikel schreiben? Falls ja, so lautet die kurze Antwort: nein! Die etwas längere möchte ich Ihnen nachfolgend offen und ohne Fachchinesisch erläutern.

Seit 2011 berichtet Teneriffa News zunächst über die größte und inzwischen längst über alle Kanarischen Inseln. Unsere Geschichte können Sie hier nachlesen. Wir sind eine kleine Redaktion mit einem großen Anspruch: Denn wir möchten Ihnen sagen, was ist. Allerdings endet unser Auftrag an dieser Stelle längst noch nicht. Wir möchten vor allem erklären, warum etwas geschieht und was genau das für Sie bedeutet. Dafür fehlt im Redaktionsalltag jedoch mitunter die Zeit.

An einer solchen Stelle gibt es dann zwei Möglichkeiten: weglassen oder künstliche Intelligenz (KI) zur Hilfe nehmen. Wir haben uns lange Zeit streng dagegen gewehrt, möchten uns dieser Technologie nun jedoch öffnen – allerdings nach klaren, strengen und transparenten Regeln. Es geht uns nicht um den Ersatz von Journalistinnen und Journalisten. Es geht uns darum, ein vorhandenes Werkzeug klug einzusetzen. Es soll ausdrücklich nicht die journalistische Arbeit ersetzen, sondern bei Routinearbeiten helfen, damit wir mehr von dem tun können, wofür Sie uns am liebsten lesen.

Wofür wir KI einsetzen

Wir nutzen KI dort, wo Arbeit sich wiederholt, gleichförmig ist und wenig journalistisches Urteil verlangt. Man könnte sagen: Was früher ein Redaktionspraktikant oder Jungjournalist vorbereitete und den «Alten Hasen» übergab, erledigt nun teilweise eine Maschine. Ein Redakteur übernimmt dieses Ergebnis und arbeitet daran weiter.

  • Einfache, wiederkehrende Meldungen: Wettervorhersagen, Unwetterwarnungen oder ähnliche Meldungen folgen immer demselben Muster. Sie beruhen dabei auf offiziellen Quellen und Daten, etwa vom spanischen Wetterdienst AEMET. Solche Meldungen erstellen wir teilautomatisiert: Die KI bringt die Daten in eine lesbare Form, eine Redakteurin oder ein Redakteur übernimmt sie, formt die finale Meldung und gibt diese schließlich frei.
  • Übersetzung: Unser Angebot erscheint auf Deutsch, Spanisch und Englisch. Maschinen helfen uns bei den Übersetzungen, ein Mensch übernimmt sie und gibt sie frei.
  • Aufbereitung von Quellen: Viele unserer Quellen sind spanischsprachig. Dabei handelt es sich beispielsweise um Behördenmitteilungen, Pressemeldungen oder Agenturwerke. KI hilft uns dabei, umfangreiche Dokumente schneller zu überblicken oder Behördensprache verständlicher zu machen. Jede Tatsache prüfen wir an der Originalquelle.
  • Vorlesefunktion: Viele Artikel können Sie sich vorlesen lassen. Dafür sitzt kein Redakteur eine Stunde in einer Sprecherkabine: die Stimme ist maschinell erzeugt.
  • Korrektur: KI liest einen Text ein erstes Mal gegen und findet Tippfehler. Gibt es diese, holprige Sätze oder stotterige Grammatik, schlägt sie Alarm. Das ersetzt ausdrücklich nicht das Gegenlesen durch einen Menschen. Es sorgt schlicht für mehr Gründlichkeit. Unsere Tippfehlerquote ist seither merklich gesunken.

Was wir mit der gewonnenen Zeit machen

Jede Stunde, die wir nicht mehr mit dem Abtippen von Temperaturen oder dem Suchen nach Kommafehlern verbringen, wird sinnvoll investiert: Wir stecken sie in Arbeiten, die keine Maschine leisten kann oder leisten sollte:

  • Recherchieren: Wir gehen Themen auf den Grund. Denn wir möchten sagen, was ist und wie es Sie auf den Kanaren betrifft. Wir recherchieren zu Themen von Wohnungsnot bis Wasserversorgung und von Migration bis zum Tourismus.
  • Mit Menschen sprechen: Anwohner, Fachleute, Behörden und Betroffene sind wichtige Quellen. Wer sie verstehen oder ihre Geschichten erzählen möchte, muss mit ihnen sprechen. Das ist die Basis dieses Jobs. Ein gutes Gespräch lässt sich nicht automatisieren.
  • Einordnen: Wir erklären die Bedeutung einer Nachricht. Wir möchten, dass Residenten, Überwinterer und Urlauber verstehen, was eine Entwicklung, Entscheidung oder eine Gegebenheit wirklich für sie heißt.
  • Kommentieren: Wir sagen, was wir zu großen Themen denken – selbstverständlich stets klar als Meinung gekennzeichnet.

Die Wettervorhersage für morgen kann eine Maschine verarbeiten und vorbereiten. Die Frage, warum sich der Niederschlag auf Teneriffa & Co. verändert, müssen Menschen verstehen und beantworten. Denn KI ist reaktiv, sie lebt von früher Gelerntem. Deshalb sollte eine größere Entwicklung nicht von einer Maschine eingeordnet werden.

Was KI bei uns nicht tut

Es gibt klare Grenzen. Beispielsweise diese:

  • KI trifft keine redaktionellen Entscheidungen. Unsere aufgegriffenen Themen, ihre Gewichtung und die Liste dessen, was wir veröffentlichen, basieren auf menschlichen Entscheidungen.
  • KI ist keine Quelle. Unsere Artikel basieren stets auf geprüften Originalquellen.
  • KI schreibt keine Kommentare, keine Reportagen und keine Interviews. Auf- und vorbereiten mag die Maschine können, doch Einordnung ist dem Menschen vorbehalten. Immer.
  • KI erfindet keine Zitate. Wenn Sie eine Aussage in Anführungszeichen lesen, hat sie ein Mensch getroffen. Ausnahmslos.
  • Verantwortlich bleibt der Mensch. Für jeden Text, der bei uns erscheint, steht die Redaktion ein. Versprochen.

Woran Sie den KI-Einsatz erkennen

KI-Kennzeichnung: Meldungen, die teilautomatisiert entstanden sind, versehen wir mit einem Hinweis am Textende. Anders ist das bei der Rechtschreibprüfung. Auch Sie würden sicher keinen Brief damit kennzeichnen, dass Sie darin die Rechtschreibprüfung Ihres Textprogramms genutzt haben.

Bilder und Videos: Zeigen wir Personen, Orte oder Ereignisse, dann in einem echten Bild. Sollten wir für Illustrationen ausnahmsweise mal eine KI einsetzen, dann kennzeichnen wir dies deutlich.

Daten- und Quellenschutz: Sie können uns vertrauen. Wir nehmen den Schutz von Daten und Informanten ernst. Weder geben wir sie an Behörden noch an eine Software preis.

Ihr Vertrauen ist für uns das höchste Gut, keine Technik

Wir machen mit und ohne KI Fehler. Sollten Sie einen entdecken, dann geben Sie uns bitte Bescheid. Wir werden ihn korrigieren und wo nötig klar kennzeichnen. Außerdem lernen wir daraus.

Die Technik hat sich in den vergangenen Jahren rasend schnell weiterentwickelt. Deshalb gehe ich stark davon aus, dass sich auch diese Leitlinien regelmäßig verändern werden. Mein Versprechen: Wir werden Sie hier darüber informieren, wenn sich etwas Wesentliches ändern sollte. Was hingegen sicher bleibt: Hinter Teneriffa News stehen Menschen, die die Kanarischen Inseln kennen und es lieben, Ihnen von ihnen zu berichten.

Fragen und Hinweise erreichen uns immer über unseren Kontaktbereich hier.

Viele Grüße und herzlichen Dank für Ihr Vertrauen sagt Ihnen
Ihr Johannes Bornewasser
Herausgeber von Teneriffa News