ArenArte hat 17 neue Wandgemälde an die frühere Tabakfabrik La Favorita in Las Palmas de Gran Canaria gebracht. Initiativen aus Arenales wollen das private Gebäude mieten und zum kreativen Labor für das Viertel machen. Offen für alle Bewohner.
Die kanarische Regionalregierung rief das Projekt ins Leben. Den Anstoß gab ein nichtlegislativer Antrag des kanarischen Parlaments zur kulturellen Wiederbelebung von Arenales. Zwei Arbeiten gab es schon: Capi Cabrera gestaltete eine Fassade in der Calle Arco, Irene León die Fassade des LABA, des Tonlabors.
Octavio Cardoso, Vorsitzender des soziokulturellen Vereins Fuera de la Portada, versteht die Wandbilder als gemeinschaftlichen Ausdruck und Einladung zum Mitmachen. Die Idee sei als «eine für alle zugängliche Freiluftausstellung» entstanden. Jeder Künstler bringe «eine bestimmte Linie und ein bestimmtes Konzept» ein.
Las Palmas de Gran Canaria: La Favorita soll Kreativlabor werden
An La Favorita arbeiten derzeit mehrere Gruppen. Grundlegende Sanierungen sind erledigt. Viel bleibt offen. Das Dach braucht eine Abdichtung, die Elektroinstallation muss neu, mehrere Türen müssen raus. Später sollen hier Kulturveranstaltungen, Workshops, Flohmärkte, Filmforen und Konzerte Platz finden.
Die Fabrik galt einst als Aushängeschild der städtischen Tabakindustrie. Fotos aus dem Jahr 1911 zeigen laut Cardoso schon die ursprüngliche Fassade. Nach dem Umzug der Produktion nach El Secadero wechselte das Haus mehrfach seine Aufgabe. Es war Kfz-Werkstatt und Lager für Spielautomaten. Am Ende lag es fast brach.
Arenales setzt auf Hilfe gegen Drogenabhängigkeit und Menschenhandel
Das größte soziale Problem von Arenales ist für Cardoso nicht die Prostitution, sondern die Drogenabhängigkeit, gegen die «wir keine Mittel haben». Prostitution gehöre seit den Anfängen zur Geschichte des Viertels. Die Frauen seien teils beinahe Familienmitglieder gewesen und hätten sogar auf Kinder aufgepasst, die auf der Straße spielten. Doch «es Frauenhandel und Misshandlung von Frauen gibt». Die Bewohner wollten, «dass die Lebensqualität hier im Viertel, mit den kleinen Häusern, in denen wir uns praktisch alle kennen, wiederhergestellt wird».
Der kanarische Regierungspräsident Fernando Clavijo hat die Kunstprojekte am Donnerstag besucht. Cardoso verwies bei dem Termin auf die Arbeit von Fuera de la Portada. Der Verein sitzt seit 2011 im Bürgerzentrum von Arenales und betreibt es auf Grundlage einer Vereinbarung gemeinsam mit der Stadtverwaltung.
Zum Programm gehört Conviviendo Arenales. Das Angebot richtet sich an Frauen im Umfeld der Prostitution. Am 30. soll eine violette Bibliothek öffnen, spezialisiert auf Veröffentlichungen über Prostitution und Menschenhandel. Auch Buchforen sind dort vorgesehen. Cardoso fordert selbstverwaltete Gemeinschaftsräume, Geld von den Behörden und öffentliche Fördermodelle. So sollen solche Nachbarschaftsprojekte weiterarbeiten können.
















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