Marcial Morera befasst sich in seinem Buch mit einem Bereich, der in der kanarischen Sprachforschung bislang nur lückenhaft aufgearbeitet ist: der historischen Herausbildung des Spanischen auf den Kanaren. Zwar seien die heutigen Merkmale dieser Sprachvariante gut beschrieben, ihre Entwicklung über längere Zeiträume hinweg bleibe aber schwer zu fassen.
Als Grund nennt der Autor vor allem die geringe Zahl privater Dokumente, die den tatsächlichen Sprachgebrauch vergangener Epochen widerspiegeln. Das Buch versteht sich deshalb nicht als vollständige Geschichte der kanarischen Sprechweise, sondern als Sammlung genauer Analysen und als kritische Überprüfung früherer Deutungen.
Behandelt werden unter anderem sprachliche Entlehnungen aus anderen Sprachen, Bedeutungsverschiebungen von Wörtern und Entwicklungen in der Grammatik. So soll nachvollziehbar werden, wie sich die kanarische Ausprägung des Spanischen im Lauf der Zeit geformt hat. Die Veranstaltung findet am 5. November um 19 Uhr im Centro Bibliotecario Insular statt, der Eintritt ist frei.
