Der Reblausbefall auf Teneriffa hat sich auf 93 bestätigte Fälle ausgeweitet. Die Reblaus, wissenschaftlich Daktulosphaira vitifoliae genannt, gilt als einer der folgenreichsten Schädlinge im Weinbau weltweit. Das Insekt befällt die Wurzeln und Blätter von Weinreben (Vitis) und kann unbehandelt ganze Anbauflächen vernichten.
Auf den Kanaren sind Rebenbestände wegen der besonderen Bodenverhältnisse und des insularen Isolationseffekts historisch als vergleichsweise robust eingestuft worden, was einen großflächigen Ausbruch lange verhinderte.
Vier neue Positivbefunde haben die Gesamtzahl nun jedoch auf 93 betroffene Standorte steigen lassen. Parallel dazu wurden mehr als 8505 Prospektionen durchgeführt, von denen 8412 Lokalisierungen als befallsfrei eingestuft wurden. Dies zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der kontrollierten Flächen vorerst nicht betroffen ist. Allerdings gilt die Reblaus als besonders aggressiv und sie kann sich über die Luft verbreiten:
Reblaus auf Teneriffa: vier weitere Fälle
Die laufenden Erhebungen zeigen ein systematisches Vorgehen: Behörden und Fachleute durchkämmten die Weinberge auf Teneriffa wie bei einer Rasterfahndung. Das Ergebnis: Der Ausbruch konzentriert sich innerhalb der Kanarischen Inseln weiterhin auf Teneriffa und dort hauptsächlich auf den Norden. Die übrigen Kanaren-Inseln sind weiterhin offiziell reblausfrei.
Für Weinbauern auf Teneriffa ist die Situation ernst: Jeder neue Positivfall erfordert Folgemaßnahmen, mögliche Quarantänezonen und den Einsatz von Gegenmitteln oder resistentem Pflanzmaterial.
Teneriffa verfügt über mehrere geschützte Ursprungsbezeichnungen, darunter Tacoronte-Acentejo und Valle de Güímar. Ein anhaltender Reblausbefall könnte diese Denominaciones de Origen Protegida (DOP) mittelfristig belasten.
Wie sich die Reblaus auf Teneriffa ausbreitet und was gegen sie hilft
Eine Möglichkeit, der Reblaus ein Ende zu setzen, ist das Zusammenpfropfen kanarischer und amerikanischer Weinpflanzen. Das Wurzelwerk einer gegen die Reblaus widerstandsfähigen amerikanischen Rebsorte wird dann mit einem Ast samt Knospe einer kanarischen Rebe zusammengesteckt. Auf diese Weise entstehen „veredelte“ Weinpflanzen. Diese gelten fortan als resistent. Doch die kanarischen Winzer fürchten um ihre Identität und möchten daher mit allen Mitteln verhindern, dass sich die Schädlinge weiter ausbreiten.
Die Reblaus ist so klein, dass sie sich vom Wind treiben lassen kann. Zudem kann sie sich über das Wurzelwerk unterirdisch zur nächsten Pflanze und zu benachbarten Weinbergen weiterfressen. Daher gilt der Befall nur als äußerst schwierig in den Griff zu bekommen. Die Inselverwaltung sowie zuständige Agrarbehörden setzen entsprechend die Überwachung fort.
















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