Teneriffas Insel-Präsidentin Rosa Dávila hat Aena aufgefordert, die neuen Mobilitätsbeschränkungen am Flughafen Teneriffa-Süd sofort zurückzunehmen. Der staatliche Airport-Betreiber hatte in den vergangenen Tagen neue Zugangsbedingungen für das Flughafengelände eingeführt. Die Änderung führt zu langen Staus.
Besonders betroffen sind die sogenannten Gelegenheitsverkehrsdienste. Dazu zählen Taxis, Mietwagen und private Busanbieter, beispielsweise für Flughafen-Transfers. Diese Fahrzeuge stauen sich derzeit vor dem Terminal. Reisende müssen entsprechend mit verlängerten Wartezeiten rechnen.
Die Störungen fallen mit einer Phase besonders hohen Tourismusaufkommens auf der Insel zusammen. Zudem sieht Dávila das Bild der Kanaren-Insel schon bei ihrem Betreten als beschädigt an. Reisende würden so mit einem schlechten Gefühl in ihren Urlaub starten. Aus diesem Grund stellte die Insel-Präsidentin klare Forderungen:
Inselverwaltung ohne Zuständigkeit, aber unter Druck
Dávila kritisierte, dass Aena die Beschränkungen ohne vorherige Mobilitätsstudie und ohne Abstimmung mit den betroffenen Behörden und Branchen eingeführt habe. „Eine strategische Infrastruktur wie der Flughafen Teneriffa-Süd darf nicht durch eine einseitige Entscheidung, die ohne vorherige Mobilitätsstudie und ohne die notwendige Abstimmung mit den Behörden und den betroffenen Sektoren getroffen wurde, zu einem Engpass werden“, sagte die Insel-Präsidentin. Ein Treffen mit der Flughafenleitung soll die Lage klären.
Die Inselverwaltung selbst hat keine Zuständigkeit für das Flughafenmanagement, das allein bei Aena liegt. Dávila verwies auf die Bedeutung der Anlage als wichtigstes Zugangstor für tausende Besucher und als unverzichtbaren Dienst für die Mobilität von Einwohnern und Touristen.
„Jede Maßnahme, die den Betrieb beeinträchtigt, muss auf der Grundlage von Dialog, Planung und Koordination erfolgen und darf keine Probleme verursachen, die sich direkt auf die Besucher auswirken“, sagte Dávila. Die Politikerin sprach von einer einseitig getroffenen Entscheidung, die zu Betriebsproblemen und Beeinträchtigungen für Passagiere wie für die Verkehrsunternehmen führe, die den Flughafen täglich nutzen.
Teneriffas Mobilitätsbeauftragte fordert Dialog wegen Staus
Die Mobilitätsbeauftragte der Inselverwaltung, Eulalia García, bat nach den festgestellten Beeinträchtigungen am Wochenende offiziell um ein Treffen mit dem Direktor des Flughafens Teneriffa-Süd. Bereits zuvor hatte sie den Kontakt zur Flughafenleitung gesucht und Informationen zu den Folgen der neuen Maßnahmen für den Nahverkehr angefordert.
„Wir wollen aus erster Hand erfahren, welchen Umfang und welche Auswirkungen die Maßnahme auf den Nahverkehr hat“, sagte García. Ziel sei eine gemeinsame Lösung, die die Mobilität der Passagiere sichere und verhindere, dass eine Entscheidung von Aena am Ende Nutzern und Betreibern schade.
Der Flughafen Teneriffa-Süd steht vor einem umfassenden Umbau. Für den Zeitraum 2027 bis 2031 plant Aena Investitionen von 554 Millionen Euro allein an diesem Standort, unter anderem für eine Neugestaltung des Terminalbereichs samt geplantem Bahnanschluss. Nach Daten des kanarischen Statistikamts ISTAC kamen im Mai 2026 rund 428.136 Fluggäste aus dem Ausland auf Teneriffa an, 3,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, zugleich jedoch deutlich mehr als vor der Reisekrise ab 2019.















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