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Montag, 13. Juli 2026
Kanaren

Zunehmende Hitze frisst auf den Kanaren die meiste Arbeitszeit in ganz Europa

40 Grad und Calima: Die Kanaren führen Europa bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen an. Ein regionaler Schutzplan fehlt. Das sagen Experten.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Auf den Kanaren unterbrechen Beschäftigte im Freien ihre Arbeit wegen hoher Temperaturen häufiger als in jeder anderen Region Europas.
  • Den Kanaren fehlt anders als dem spanischen Festland ein eigener Plan gegen Hitzerisiken bei der Arbeit.
  • Jeder Außenarbeiter in Europa verliert im Zeitraum 2020 bis 2023 verglichen mit 1965 bis 1994 rund 24 Arbeitsstunden mehr pro Jahr durch extreme Hitze.
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Auf den Kanaren unterbrechen Arbeiter in Außenbereichen ihre Tätigkeit häufiger wegen hoher Temperaturen als in jeder anderen Region Europas. Das geht aus einer Studie der Fachzeitschrift „The Lancet“ hervor, an der rund 20 Fachleute mitwirkten. Auf den Rängen dahinter folgen Zypern und die Region Attika im Süden Griechenlands.

Die erste Hitzewelle des Jahres hat die Menschen auf den Kanarischen Inseln bei Temperaturen von örtlich mehr als 40 Grad Celsius getroffen. Hinzu kam regional eine Calima mit Staub und besonders trockener Luft. Betroffen sind vor allem Beschäftigte im Freien: in der Hotellerie, in der Gebäudeinstandhaltung und in der Gartenpflege.

Anders als auf dem spanischen Festland verfügen die Kanaren über keinen eigenen Präventionsplan für hitzebedingte Arbeitsrisiken. Das kanarische Institut für Arbeitssicherheit hat zuletzt eine Kampagne zur Vorbeugung von Hitzegefahren am Arbeitsplatz gestartet. Aus dem kanarischen Ministerium für Tourismus und Beschäftigung heißt es, dass Schutzmaßnahmen von den jeweiligen Tarifverträgen und Einzelvereinbarungen der Betriebe abhängen.

Kein regionaler Hitzeschutzplan auf den Kanaren

Das spanische Recht verpflichtet Unternehmen, die Arbeitsbedingungen anzupassen, sobald orange oder rote Hitzewarnungen gelten. Die Jahresdurchschnittstemperatur auf den Kanaren lag 2025 bei 18,8 Grad Celsius, 0,4 Grad über dem Normalwert. Auf dem Festland waren es 15 Grad Celsius, wobei die Abweichung mit 1,1 Grad höher ausfiel.



Carmen Marrero, Sekretärin für Arbeitsgesundheit bei der Gewerkschaft Comisiones Obreras (CCOO), warnt vor dem schleichenden Verlauf von Hitzeschäden. „Manchmal sind wir uns nicht bewusst, dass wir unter einem Gesundheitsproblem dieser Art leiden. Alles beginnt mit Herzrasen und es kann der Moment kommen, in dem du nicht mehr in der Lage bist, den Notruf zu wählen, dich in den Schatten zu begeben oder Wasser zu trinken.“

Die Gewerkschaftlerin fordert dynamische, ausgehandelte Schutzprotokolle und empfiehlt, körperliche Außenarbeiten grundsätzlich zu zweit zu verrichten, damit bei Problemen ein Mitarbeitender Hilfe rufen kann.

Laut einer Studie der Universität Complutense Madrid sollten Pausen zudem für echte Abkühlung sorgen. Betriebe seien gesetzlich dazu verpflichtet, thermischen Stress ausdrücklich in ihre Arbeitsschutzpläne aufzunehmen, einschließlich Risikobewertung am Arbeitsplatz, Zugang zu Trinkwasser, geeigneter Kleidung und klimatisierter Pausenräume.

Kanaren-Hitze: Kellner, Bauarbeiter und Bauern besonders betroffen

Der Dienstleistungssektor stellt auf den Kanaren 86,6 Prozent der Beschäftigung. Laut Nationalem Statistik-Institut (INE) ist das der höchste Anteil in ganz Spanien. Das Baugewerbe kommt auf 6,2 Prozent, die Landwirtschaft auf 2,2 Prozent. In diesen Bereichen findet ein großer Teil der Arbeit im Freien statt. Laut der Studie verliert jeder Außenarbeiter in Europa im Vergleich der Zeiträume 2020 bis 2023 mit 1965 bis 1994 rund 24 Arbeitsstunden mehr pro Jahr durch extreme Hitze.

Am geringsten fällt der Arbeitsrückgang dagegen in Salzburg (Österreich), in der Provinz Bozen (Italien) und in Finnland aus. Dort nahm die Aktivität im Gegenteil sogar zu.

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