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Dienstag, 30. Juni 2026
Kanaren

Kanaren-Urlaub wird teurer: Spanien hebt Mehrwertsteuer auf Ferienwohnungen

Vermieter von Ferienwohnungen auf den Kanaren stehen vor neuen Regeln. Die spanische Regierung hat ein Wohnungspaket angekündigt, das die Mehrwertsteuer auf 21 Prozent anhebt und Saisonmieten begrenzt. Verabschiedet werden soll es im Juli.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Spaniens Regierung hebt die Mehrwertsteuer für Ferienwohnungen auf 21 Prozent an und reguliert Saisonvermietungen strenger.
  • Der Ministerrat will das Königliche Dekret voraussichtlich im Juli verabschieden, eine parlamentarische Mehrheit ist jedoch nicht gesichert.
  • Auf den Kanaren waren im November 2025 mehr als 15.500 der 49.000 inserierten Ferienunterkünfte ohne gültige Lizenz.
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Spaniens Regierung hat angekündigt, die Mehrwertsteuer auf Ferienwohnungen auf 21 Prozent anzuheben und Saisonvermietungen strenger zu regulieren. Regierungssprecherin Elma Saiz und Quellen des Ministeriums für Wohnungsbau und Stadtentwicklung erklärten am Montag, der Ministerrat werde das entsprechende Königliche Dekret „in den nächsten Wochen“ verabschieden.

Laut „La Vanguardia“ gilt bereits der Juli als realistischer Startpunkt. Das dafür nötige Dekret gliedert sich in zwei Blöcke. Der erste zielt auf niedrigere Mieten, stabilere Verträge und die Bekämpfung von Betrug. Er enthält die Regulierung von Saison- und Zimmervermietungen, eine außerordentliche Verlängerung laufender Mietverträge, die Pflicht zur schriftlichen Vertragsform sowie Steuervergünstigungen bei der Einkommensteuer für Vermieter, die Mieten senken oder stabil halten.

Der zweite Block soll erschwinglichen Wohnraum ermöglichen und enthält neben der Mehrwertsteuererhöhung auf 21 Prozent Maßnahmen zur Beschleunigung von Verwaltungsverfahren. Die Regulierung der Saisonmietverträge soll verhindern, dass faktische Hauptwohnsitze über Zeitverträge vermietet werden, um Schutzvorschriften des Mietgesetzes, Mietpreisbremsen in angespannten Gebieten und Mindestlaufzeiten zu umgehen. Auch die Vermietung einzelner Zimmer soll geregelt werden, da diese Form in angespannten Städten stark zugenommen hat. Ob das Paket die nötige parlamentarische Mehrheit findet, ist bislang nicht gesichert.

Spanien: Mehrwertsteuer-Erhöhung für Ferienwohnungen seit 18 Monaten angekündigt

Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte die Mehrwertsteuererhöhung auf Ferienwohnungen und die Regulierung der Saisonvermietungen bereits im Januar des vergangenen Jahres angekündigt. Seitdem lagen beide Maßnahmen rund 18 Monate auf Eis. Die Regulierung wird seit 2024 erarbeitet, Esquerra und Sumar brachten sie in den Abgeordnetenkongress ein. Im Dezember 2025 billigte die Wohnungskommission per Berichterstatterverfahren bereits einen Text, dem die neue Regelung sehr ähnlich sein soll.



Die Regierung war mit Mietregelungen zuletzt gescheitert. Im März 2026 verabschiedete sie ein Dekret, das bestimmte Hauptwohnungsverträge mit Auslaufdatum vor Ende 2027 um bis zu zwei Jahre verlängert hätte. Wenige Wochen später fiel die Norm durch, da sie die Konvalidierung im Parlament nicht überstand. Das neue Dekret soll eine nach Angaben des Ministeriums „verbesserte“ außerordentliche Verlängerung enthalten.

Ferienwohnungen ohne Lizenz auf den Kanaren weit verbreitet

Für deutsche Eigentümer und Mieter von Ferienimmobilien auf den Kanaren sind die geplanten Regeln unmittelbar relevant. Teneriffa News berichtete bereits im März, dass mehr als 30 Prozent der Ferienwohnungen ohne gültige Lizenz inseriert waren. Im November 2025 zählte eine Auswertung auf den Kanaren mehr als 49.000 inserierte Ferienunterkünfte, davon mehr als 15.500 ohne gültige Lizenzierung.

Der entstehende Druck auf den Wohnungsmarkt zeigt sich an den Mieten. Eine 80 Quadratmeter große Wohnung kostete auf den Kanaren 2014 noch durchschnittlich 464 Euro monatlich, inzwischen werden rund 1100 Euro fällig. Die Verbraucherpreise auf dem Archipel stiegen im Mai 2026 um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistikamt ISTAC mitteilte.

Mit der Steuervergünstigung bei der Einkommensteuer will die Regierung den Einnahmeausfall teilweise ausgleichen, der Vermietern bei stabilen oder gesenkten Mieten gegenüber einer Markterhöhung entsteht.

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