Mit durchschnittlich 62 Hilferufen pro Tag haben die Kanarischen Inseln einen traurigen Höhepunkt bei geschlechterspezifischer Gewalt erreicht. Die Inseln verzeichneten im laufenden Jahr bis Ende Juli 11.625 Hilferufe. Das waren 1300 mehr als ein Jahr zuvor.
Besonders negativ fällt dabei Teneriffa auf. Die größte der Kanarischen Inseln war mit 44,7 Prozent für nahezu jeden zweiten Fall verantwortlich. Die Kanarischen Inseln schneiden beim Thema häusliche Gewalt seit Jahrzehnten schlecht ab. Auf den Inseln gelten die Fallzahlen auch im Spanienvergleich als auffallend hoch.
Bei den Fallzahlen folgen die Kanarischen Inseln ihrer Bevölkerungsdichte. Hinter Teneriffa rangiert Gran Canaria mit 35,7 Prozent aller Fälle. Dahinter stehen Lanzarote mit 8,1 Prozent, Fuerteventura mit 6,8 Prozent, La Palma mit 3,7 Prozent, La Gomera mit 0,7 Prozent und El Hierro mit 0,3 Prozent aller Fälle von häuslicher Gewalt auf den Kanarischen Inseln.
Kanaren bei häuslicher Gewalt auffällig
Auch im Juli war die Verteilung dementsprechend. Der Monat war als schwärzester seit Datenerhebung in die Geschichte der Kanarischen Inseln eingegangen. Nie hatte es mehr Hilferufe betroffener Frauen wegen Gewalt gegeben als im vergangenen Monat.
Lediglich La Gomera und El Hierro tauschten die Plätze am Ende der Statistik. Die Direktorin des Kanarischen Instituts für Gleichstellung, Ana Padrón, betont unterdessen, dass häusliche und geschlechterspezifische Gewalt ein Problem sei, das nicht mit Tabellen und Daten normalisiert werden dürfe. Die Zahlen seien alarmierend, sagte Padrón, und das müsse klar hervorgehoben werden.
In den überwiegenden Fällen gilt der Ex-Partner als Aggressor. Deutlich seltener sind es Unbekannte oder Verwandte. Trotzdem sieht die Gleichstellungs-Expertin auch eine positive Entwicklung. Worin genau diese liegt, erfahren Sie im folgenden Beitrag:
















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