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Kanaren-Vergleich: Warum Lanzarote so anders ist

Wer die Kanaren kennt und Lanzarote zum ersten Mal besucht, spürt intuitiv, dass diese Insel anders ist. Ein Erfahrungsbericht.

Von Thomas Koch – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Die Ausstrahlung und das Flair sind es, die Lanzarote deutlich von den übrigen Kanarischen Inseln unterscheiden. Und das liegt nicht allein daran, dass Lanzarote in weiten Teilen aus schwarzem Sand und dunklem Vulkangestein besteht. Die Kanaren-Insel strahlt eine heitere Gelassenheit aus, eine Ruhe, die sich schwer beschreiben lässt, jedoch sofort wirkt.

Wer sich näher mit Lanzarote beschäftigt, stößt unweigerlich auf den Namen César Manrique Cabrera. Manrique war Künstler, Maler, Architekt und Visionär. Seine Werke finden sich nicht nur auf Lanzarote, sondern auch auf anderen Inseln, etwa das bekannte Meeresschwimmbad Lago Martiánez in Puerto de la Cruz.

Doch Manriques Heimat war Lanzarote. Dort schuf er einige seiner bedeutendsten Arbeiten: den Kakteengarten, den Zugang zu einem unterirdischen See, Wohnräume in Lavablasen, Windspiele und vieles mehr.

Lanzarote – von César Manrique geprägt

Seine Vision war es, Lanzarote zu einer Insel des sanften Tourismus zu machen. Es ist dem Künstler gelungen. Manrique setzte durch, dass Gebäude maximal zwei Geschosse haben dürfen und weiß gestrichen werden. Fenster und Türen sollten in Meeresnähe blau, im Landesinneren grün sein.

Mit wenigen Ausnahmen hielten sich die Bauherren an diese Vorgaben. Heute würde man sagen: Manrique entwickelte ein einzigartiges und konsequentes „Corporate Design“ für seine Heimat-Insel.

Manrique war überzeugt, dass Lanzarote nur dann seine Identität bewahren könne, wenn die Insel einer klaren ästhetischen Linie folgt. Er sprach von „ästhetischer Disziplin“, einem bewussten Umgang mit Architektur, Farben und Materialien. Gebäude sollten niedrig bleiben, weiß gestrichen sein und sich harmonisch in die Landschaft einfügen.

Werbeschilder, grelle Fassaden oder visuelle Störungen lehnte er strikt ab. Diese Haltung war nicht nur künstlerisch motiviert, sondern auch ein gesellschaftliches Anliegen. Manrique verstand Lanzarote als Gesamtkunstwerk, das geschützt werden musste. Seine Überzeugung setzte sich durch und prägt das Erscheinungsbild der Insel bis heute.

Lanzarote und die Vision vom sanften Tourismus

Auch wenn Manrique die traditionelle Landwirtschaft in La Geria nicht erfand, erkannte er früh ihren kulturellen und ästhetischen Wert. Die halbkreisförmigen Steinmauern, die Mulden im schwarzen Lapilli und die widerstandsfähigen Rebstöcke formen eine Landschaft, die wie ein Kunstwerk wirkt.

Für Manrique war La Geria ein Beispiel dafür, wie Mensch und Natur miteinander arbeiten können, ohne sich gegenseitig zu zerstören. Diese Form der Landwirtschaft wurde für ihn zu einem Symbol der Identität Lanzarotes und zu einem Beweis dafür, dass nachhaltige Nutzung und ästhetische Harmonie vereinbar sind.

1993 wurde Lanzarote von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt, als erste komplette Insel weltweit. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur die außergewöhnliche Vulkanlandschaft, sondern vor allem das Zusammenspiel von Natur, Architektur und nachhaltiger Entwicklung. Genau dieses Zusammenspiel war der Kern von Manriques Lebenswerk.

Er kämpfte gegen unkontrollierten Massentourismus, gegen Hochhäuser und gegen die Zerstörung der Landschaft. Die UNESCO‑Ehrung gilt bis heute als internationale Bestätigung dafür, dass César Manriques Vision eines sanften, verantwortungsvollen Tourismus aufgegangen ist.


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Über den Autor

Kanaren-Vergleich: Warum Lanzarote so anders ist

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Thomas Koch

Thomas Koch ist seit mehr als 50 Jahren Fotograf. Für Teneriffa News ist er mit der Kamera, aber auch mit Block und Stift unterwegs. Zum Autorenprofil von Thomas Koch.

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