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Dienstag, 2. Juni 2026
Reiseführer Lanzarote

Diese acht Strände auf Lanzarote und La Graciosa sind echte Geheimtipps

Lanzarote und La Graciosa haben trotz des Tourismus an verschiedenen Stränden ihren natürlichen Charme bewahrt. Hier gibt es noch Natur pur zwischen Vulkangestein und Schutzgebieten.

Lanzarote hat mehr als 100 Strände. Wer genau hinschaut, findet darunter Orte, die sich kaum ein Tourismusbüro der Welt hätte ausdenken können. Die Küste der Kanaren entstand durch ein Jahrtausende altes Wechselspiel aus Vulkanausbrüchen und der stetigen (manchmal auch unnatürlichen) Ablagerung von Sahara-Sand.

Geheimtipp- Strände auf Lanzarote und La Graciosa

Das Ergebnis kennt keine Monotonie: weiter goldener Sand, winzige weiße Buchten versteckt zwischen Lavagestein, schwarze Strände, die das Sonnenlicht wie Schwämme aufsaugen, und nahezu unberührte Winkel, an denen das Rauschen des Atlantiks die einzige Geräuschkulisse ist.

Einige dieser Strände liegen innerhalb von Naturschutzgebieten, ohne Liegen, ohne Rettungsschwimmer, ohne Strandbars. Genau das ist ihr Versprechen. Und wir stellen diese Oasen vor:

Die Küstenvielfalt von Lanzarote und der kleinen Schwesterinsel La Graciosa spiegelt den geologischen und landschaftlichen Reichtum beider Inseln wider. Von ruhigen Buchten mit türkisfarbenem Wasser bis hin zu wilden Enklaven am Rand von Naturschutzgebieten bietet jeder dieser Orte ein eigenständiges Erlebnis. Kein Massentourismus, keine Warteschlangen, kein Lärm. Nur das, wofür man auf eine Insel fährt.

Playa del Paso: Lavastrand am Ende der Welt

An der Südwestküste, wo das Naturschutzgebiet Timanfaya auf das Meer trifft, liegt ein Strand, der in kaum einem Hochglanzprospekt auftaucht. Die Playa del Paso ist rund 120 Meter lang, besteht aus schwarzem Vulkansand und erfordert etwas Einsatz: Vom Fischerdorf El Golfo aus führt eine 1,5 Kilometer lange Wanderung über schroffe Lavafelsen entlang der Küste nach Norden.

Alternativ ist er über einen 2,2 Kilometer langen Fußweg vom Parkplatz an der Straße zwischen Yaiza und El Golfo erreichbar. Wer ankommt, hat den Strand mit hoher Wahrscheinlichkeit für sich allein: Das Meer ist hier wild, Schwimmen ist wegen starker Wellen oft nicht ratsam. Was bleibt, ist eine der eindrücklichsten Küstenlandschaften der Insel: schwarze Lava, schroffe Klippen, offener Atlantik und vollständige Stille.

Bajo el Risco: Lohn für beschwerlichen Abstieg

Am Fuße des Famara-Massivs, in der Gemeinde Haría, erstreckt sich dieser 845 Meter lange Strand. Die Anreise verlangt etwas ab: Der übliche Weg führt über den historischen Camino de los Gracioseros, einen Pfad, den die Bewohner von La Graciosa jahrhundertelang nutzten. Der Abstieg vom Ausgangspunkt nahe Yé dauert etwa eine Stunde. Wer ankommt, bekommt Panoramablicke auf La Graciosa und den Chinijo-Archipel und danach absolute Ruhe doppelt zurück. Alternativ ist der Strand auf dem Seeweg erreichbar.

Lambra auf La Graciosa: Der Bernsteinstrand

La Graciosa, die kleinste bewohnte Kanaren-Insel, besitzt einige der am besten erhaltenen Küstenlandschaften des gesamten Archipels. Besonders der Strand Lambra, auch Bernsteinstrand genannt, ist eine naturbelassene Oase. Er liegt im Nordosten der Insel, jenseits der Ortschaft Pedro Barba, und ist zu Fuß in etwa einer Stunde, mit dem Fahrrad in rund 30 Minuten oder per Taxiservice in etwa zehn Minuten erreichbar. Die Strecke durchquert weite Gebiete aus vulkanischem Terrain mit offenen Blicken auf den Atlantik. Gerade die Ruhe und die wenigen Besucher machen den besonderen Reiz dieses Ortes aus.

Playa Quemada und die schwarze Küste

Im Süden Lanzarotes, fernab der großen Resorts, hält das Fischerdorf Playa Quemada das ganze Jahr über eine friedliche Atmosphäre. Die Strände Playa Quemada, La Arena und El Pozo gehören zum Naturdenkmal Los Ajaches und teilen eine auffällige Eigenschaft: schwarzen Sand vulkanischen Ursprungs. In dieser Gegend gibt es in der Regel deutlich weniger Besucher als in anderen Touristengebieten im Süden der Insel. Wer die Kontraste zwischen dunklem Gestein und dem hellen Blau des Atlantiks sucht, findet sie hier in einer Landschaft, die sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Montaña Bermeja: Wildnis unter Naturschutz

Ebenfalls in der Gemeinde Yaiza, in kurzer Entfernung vom populären Naturgebiet Los Hervideros, liegt Montaña Bermeja. Der rund einen halben Kilometer lange Strand ist durch starke Wellen und häufige Winde geprägt. Er steht gleich doppelt unter Schutz: als Natur- und Vogelschutzgebiet. Er ist kein Ort für ruhiges Baden, doch einer für Menschen, die den ungezähmten Atlantik aus nächster Nähe erleben wollen, ohne dabei auf ein Schild zu stoßen, das ihnen sagt, wie sie es zu tun haben.

Las Malvas: Wo Timanfaya auf das Meer trifft

Der Strand Las Malvas in der Gemeinde Tinajo ist landschaftlich vielleicht der eindrücklichste der Liste. Sein schwarzer Sand stammt aus dem Material, das beim historischen Timanfaya-Ausbruch zwischen 1730 und 1736 ausgestoßen wurde. Zehn Kilometer vom Ortskern von Tinajo entfernt gelegen, zieht er vor allem Besucher an, die sich für vulkanische Landschaften interessieren, sowie solche, die traditionellen Aktivitäten wie dem Angeln vom Ufer nachgehen. Wellen und Wind machen die Seebedingungen oft schwierig, weshalb bei jedem Besuch Vorsicht geboten ist.

Playa de Janubio: Schwarzer Sand neben historischen Salinen

An der Südwestküste Lanzarotes, direkt neben den Salinas de Janubio, erstreckt sich die Playa de Janubio über rund 800 Meter. Die Salinen, einst mit bis zu 10.000 Tonnen Meeressalz jährlich die größten ihrer Art auf den Kanarischen Inseln, bilden einen einzigartigen Rahmen. Der Strand selbst besteht aus feinem schwarzem Lavasand mit eingestreutem Olivin.

Wegen starker Strömungen und hoher Wellen ist das Schwimmen hier gefährlich. Stattdessen lädt die Playa zu Spaziergängen und einer der schönsten Sonnenuntergangs-Kulissen der Kanaren-Insel ein. Parkplätze gibt es auf beiden Seiten des Strandes, jegliche touristische Infrastruktur fehlt bewusst.

Caletones von Órzola: Weiße Tupfen in schwarzer Lava

Im äußersten Norden Lanzarotes, nahe dem kleinen Hafen von Órzola, dem einzigen Fähranleger nach La Graciosa, verstecken sich die sogenannten Caletones: eine Reihe kleiner Buchten am Rand des Malpaís de la Corona. Der weiße, feine Sand bildet einen dramatischen Kontrast zum umgebenden schwarzen Lavastein. Die geschützte Lage sorgt für ruhiges Wasser, das auch für Kinder geeignet ist.

Wer sich etwas nördlicher vorwagt, findet die Playa de la Cantería, von Einheimischen liebevoll „La Playa de Atrás“ genannt, einen mehrere Hundert Meter langen Strand, der wegen starker Unterströmungen nur für erfahrene Schwimmer oder eben rein für das Sonnenbad geeignet ist und bei Flut nahezu vollständig unter Wasser steht. Beide Abschnitte sind entlang einer knapp sechs Kilometer langen Wanderung durch die Küstenlandschaft des Malpaís miteinander verbunden.

Die Vielfalt dieser acht Küstenabschnitte spiegelt die von Lanzarote und La Graciosa weit jenseits des Katalogurlaubs wider. Jeder dieser Strände ist ein eigenständiges Naturerlebnis, das keine Infrastruktur und keine Erklärung braucht. Nur die Bereitschaft, etwas abseits zu fahren, zu Fuß weiterzugehen und die Stille auszuhalten, die sich einstellt, wenn man der einzige Mensch am Strand ist.

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