Teneriffas Inselverwaltung greift durch. Der Teide-Nationalpark steht nun unter vollständiger Verwaltung des Cabildo. Damit ist die Türe weit geöffnet, seit langem geplante Zugangsbeschränkungen durchzusetzen.
Mit einer umfassenden Reform soll die Belastung des Naturschutz-Gebiets zurückgefahren werden. Nur noch halb so viele Personen wie zuletzt dürfen den Teide-Nationalpark künftig besuchen.
Hinzu kommt ein neues Mobilitätskonzept, das private Autos von Nicht-Residenten stark beschränkt und stattdessen auf Shuttlebusse setzt. Und es gelten weitere Einschränkungen.
Teneriffa schränkt Teide-Zugang deutlich ein
Um die zunehmenden Folgen des starken Besucherandrangs zu begrenzen, hat die Inselverwaltung den vorgeschlagenen Maßnahmenplan beschlossen. Das Konzept orientiert sich an internationalen Vorbildern für stark frequentierte Naturparks, in denen Zufahrtsbeschränkungen, Vorab-Reservierungen und Zugangskontrollen zum Standard gehören.
Teneriffas Insel-Präsidentin Rosa Dávila nannte als Ziel, die Überbeanspruchung spürbar zu senken. „Das ist nur möglich, wenn auch die Besucher mitziehen“, sagte die Politikerin.
Als erste Maßnahme werden private Fahrzeuge von Nicht-Residenten künftig limitiert. Dazu startet ein Netz aus 28 Shuttlebussen, die ab 2027 alle 20 Minuten aus Puerto de la Cruz, La Laguna, Costa Adeje und Puerto Santiago abfahren und jährlich bis zu eine Million Passagiere befördern können. Innerhalb des Parks verkehrt zusätzlich alle 15 Minuten ein Rundbus mit mehreren Stationen zwischen dem Besucherzentrum und den Roques de García. Für Einwohner Teneriffas sind die Shuttlebusse kostenlos.
Teneriffa: Teide bekommt neue Zufahrtsregeln und Ökosteuer
Wer dennoch mit einem Mietwagen anreist, muss künftig einen der 500 verfügbaren Parkplätze vorab buchen und eine Gebühr entrichten. Falsch abgestellte Fahrzeuge werden umgehend abgeschleppt. Zusätzlich ist eine Ökosteuer geplant. Diese wird offiziell für Zugang, Parkplatz und bestimmte Aktivitäten fällig.
Der genaue Tarif wird noch geprüft. Einwohner Teneriffas behalten priorisierten und gebührenfreien Zugang. Bereits ab Sommer 2026 soll ein Zufahrtskontrollsystem an den Haupteingängen La Esperanza, La Orotava und Vilaflor-Chío in Betrieb genommen werden.
Weitere Maßnahmen betreffen stark besuchte Aussichtspunkte wie Chipeque, Roques de García und Minas de San José. Dort gilt künftig eine Vorab-Reservierungspflicht. Auf diese Weise sollen Stoßzeiten abgefedert und Besucherzahlen über den gesamten Tag verteilt werden.
Mehr Umweltagenten und Millionenprogramm bis 2028
Außerdem wird das Schutz-Team am Teide deutlich verstärkt. Künftig sollen 74 Fachkräfte aufpassen. Bisher waren lediglich zwei Personen fest für den Schutz des Teide abgestellt. Hinzu kommt eine bereits gestartete 24-Stunden-Videoüberwachung.
Bis 2028 werden seitens der Inselverwaltung von Teneriffa knapp 1,7 Millionen Euro investiert. Mit der Finanzspritze sollen 23 Umweltprojekte umgesetzt werden. Dazu gehören die Wiederherstellung seltener Arten, ökologische Dauerbeobachtung, die Bekämpfung invasiver Pflanzen und der Einsatz von Drohnen und genetischen Analysen. Auch Bildungsprogramme und geführte Touren werden deutlich ausgebaut.
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Fotos: Der Teide und die Cañadas![]()














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Ökosteuer und weniger Besucher: Teneriffa ändert Teide-Zugang deutlich
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