Genug Kerosin fuer den ganzen Sommer, das verspricht Madrid den Fluggesellschaften. Zwar hat der Konflikt im Nahen Osten den internationalen Oelhandel ins Stocken gebracht, doch das Energieministerium stellt klar: Was die Luftfahrt in der Hochsaison braucht, ist gedeckt.
Joan Groizard, der als Staatssekretaer fuer Energie zustaendig ist, geht noch weiter. Selbst wenn kurzfristig einzelne Lieferwege wegbrechen sollten, wuerden die Vorraete halten, so seine Einschaetzung. Hintergrund ist die zugespitzte Lage im Nahen Osten, die den Oelimport ueber See ausbremst. Mit der Sperrung der Strasse von Hormus entsteht in der europaeischen Energieversorgung ein Engpass.
Spanien glaubt sich dabei im Vorteil, und zwar wegen der eigenen Produktion: Acht Raffinerien stemmen ungefaehr 80 Prozent dessen, was das Land an Kerosin braucht. Auf 90 Tage des normalen Verbrauchs hat man die strategischen Reserven hochgefahren, die Raffinerien arbeiten am Anschlag. Spuerbar sinkt damit die Abhaengigkeit von Lieferungen aus Krisenregionen. Eine Einschraenkung allerdings bleibt.
Kerosin fuer Kanaren-Flüge: Spanien setzt auf eigene Raffinerien
Das Ministerium nennt namentlich heimische Konzerne wie Repsol, Moeve und BP. Wer in modernere Raffinerietechnik investiert, soll flexibler und wettbewerbsfaehiger sein als die Konkurrenz in anderen europaeischen Laendern. Groizard schraenkte gleichwohl ein: Verglichen mit dem Rest Europas stehe Spanien gut da, gegen Turbulenzen am Markt sei man aber nicht voellig gefeit.
Weil der Tourismus auf den Kanarischen Inseln derart im Mittelpunkt steht, kommt der Kerosinversorgung in den Sommermonaten dort eine besondere Bedeutung zu. Sollte die Knappheit anhalten, draengt die EU-Kommission die Mitgliedstaaten zu einem gemeinsamen Verteilmechanismus fuer Flugbenzin.
Auch deshalb habe Spanien grundsaetzlich die Bereitschaft erkennen lassen, anderen Laendern unter die Arme zu greifen, sagte Groizard. Vorausgesetzt freilich, dass zuerst der eigene Bedarf abgesichert sei.
Beim Ministerium fuer den oekologischen Wandel laesst man die Oel- und Gasimporte nicht aus den Augen. Seit sich die Lage rund um den Iran verschaerft hat, werden der Zufluss an Rohoel und die Produktion der Raffinerien fortlaufend ausgewertet, damit Engpaesse rechtzeitig abgewendet werden koennen.
Kanaren-Flüge könnten teurer werden
Selbst wenn Produktion und Lager reichen: Dass die Energiepreise nach dem Angriff auf den Iran anziehen, ist wahrscheinlich. Steigende Preise treffen den Energiesektor auch in Spanien, und die wirtschaftlichen Folgen koennten ueber das Ende des Konflikts hinausreichen, erklaerte Groizard.
„Was wir mit Sicherheit wissen: Selbst wenn der Konflikt morgen enden würde, brauchen beschädigte Infrastrukturen und die Erholung der Handelsflüsse noch einige Zeit“, sagte Groizard über zu erwartende Preissteigerungen.














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