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Mittwoch, 10. Juni 2026
Gran Canaria

Deutscher stirbt nach perfidem Internet-Betrug auf Gran Canaria

Ein 82-jähriger Deutscher ist nach einem Raubüberfall in Playa del Inglés ums Leben gekommen. Die Täter nutzten laut Ermittlungen Dating-Apps zur Opferauswahl. Ein Pärchen wurde auf Teneriffa festgenommen.

Die Polizei hat in Santa Cruz de Tenerife eine 43 Jahre alte Frau und einen 23-jährigen Mann festgenommen. Dem Paar wird vorgeworfen, für den gewaltsamen Tod eines deutschen Touristen im Süden von Gran Canaria verantwortlich zu sein.

Der 82-Jährige hatte über eine Dating-App Kontakt mit dem jüngeren Mann aufgenommen. Nach einem Treffen in einem Apartmentkomplex in Playa del Inglés wurde er schwer verletzt. Der Rentner starb Wochen später im Krankenhaus an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas.

Die Ermittlungen zeigen ein wiederkehrendes kriminelles Muster: Der Verdächtige soll gezielt über Dating-Apps nach älteren oder anderweitig verletzlichen Personen gesucht haben, um sie auszurauben. Dabei ging es nicht nur um Bargeld oder Wertsachen, sondern auch um Mobiltelefone und den Zugriff auf Online-Banking-Konten. Die Taten fanden an verschiedenen Orten Spaniens statt. Die mutmaßlichen Täter wechselten häufig zwischen Gran Canaria und Teneriffa den Standort.

Paar raubt Rentner auf den Kanaren aus – Festnahme!

Der tödliche Angriff ereignete sich in der Nacht vom 14. auf den 15. März. Der deutsche Tourist hielt sich laut Polizei mehrfach vor dem Wohngebäude auf, wartete offenbar auf seine Verabredung und verbrachte schließlich knapp anderthalb Stunden mit dem 23-Jährigen im Apartment. Beim Verlassen forderte der Täter das Handy des Seniors und griff ihn an. Er flüchtete mit zwei Mobiltelefonen. Passanten fanden das verletzte Opfer und riefen Hilfe.

Anhand von Videoaufzeichnungen und Zeugenbefragungen rekonstruierte die Polizei den Tathergang. Das Muster aus Dating-App-Treffen, Raubüberfällen und dem Zugriff auf digitale Konten tauchte in mehreren weiteren Fällen auf. Touristen zählten dabei offenbar bevorzugt zu den Opfern.

Die 43-Jährige unterstützte den mutmaßlichen Haupttäter laut Ermittlungen logistisch und ermöglichte die ständigen Ortswechsel. Nach dem Überfall hielten sich beide mehrere Wochen in Santa Cruz de Tenerife auf, bis die Polizei sie festnahm. Bei Durchsuchungen sicherten die Ermittler Beweismittel, die das Duo direkt mit der Tat in Playa del Inglés in Verbindung bringen.

Ein Richter ordnete für den mutmaßlichen Haupttäter Untersuchungshaft an. Die Polizei prüft derzeit, ob weitere ähnliche Fälle in Spanien auf das Duo zurückgehen. Die Behörden untersuchen derweil das Internet nach ähnlichen Maschen.

Kommentare (1)
  • RK Ralf Korten 16.05.2026

    Es war eine Frage der Zeit, wann so etwas geschehen würde. Kriminalität macht eben keinen Halt vor sonnigen Gefilden oder Urlaubsorten.

    Umso erstaunlicher ist es, dass für staatliche Sicherheitsbehörden Kriminalprävention offenbar nebensächlich ist. Wo sind Informationsbroschüren, Infostände, kostenlose Präventionsvorträge, speziell für ältere Menschen? Wo ist die Notfall-Hotline?

    Und was machen eigentlich Reiseveranstalter, Hotel- und Gastronomieverbände? Nichts! Bereiche, in denen sich nicht nur rund 100% der Touristen bewegen. Dort sieht man Kriminalprävention immer noch als rufschädigend an. Gemäß dem Motto, wo gewarnt wird, ist die Gefahr am größten, ignoriert man die Realität.

    Wieso legt man Reisebroschüren keine entsprechenden Hinweise bei? Wieso findet man keine Warnschilder, wieso bedruckt man keine Bierdeckel mit Warnhinweisen?

    Möglichkeiten zur Aufklärung und Warnung gäbe es vielfach. Es müsste nur umgesetzt werden. Erst recht, wenn man sieht, wie schnell Entscheidungen getroffen werden, die Gelder in die Kassen der Inselregierungen spülen.

    Mein Slogan wäre: „Wir helfen Ihnen mit Sicherheit“, den würde jeder verstehen und er wäre auf keinen Fall rufschädigend. Im Gegenteil: Helfen kommt immer positiv an!

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