Nachbarn berichten von einem dumpfen Knall, begleitet von einem Grollen. Dann wurde es kurz still im Industriegebiet von Telde auf Gran Canaria. Rund um die Raffinerie des Treibstoff-Herstellers Disa nahe der GC-117 dauerte es einige Minuten, dann durchschnitten Sirenen die Stille.
Bei Arbeiten an einem der gigantischen Tanks kam es zu einer Explosion. Ein Mann kam ums Leben, drei weitere wurden verletzt. Der Unfall trug sich am Mittwochmittag zu und noch immer rätseln die Behörden über die Ursache. Als wahrscheinlich, jedoch noch nicht bestätigt, gelten Rückstände, die zu Gasen geführt haben. Diese wiederum könnten im Rahmen der Arbeiten explodiert sein. Doch für eine offizielle Bestätigung ist die bestätigte Faktenlage noch zu dünn.
Fest steht: Die Arbeiter befanden sich zum Unfallzeitpunkt im Tank und führten dort „vertikale Arbeiten“ durch, wie es bislang offiziell heißt. Sie arbeiteten also nicht am Boden des Tanks, sondern in der Höhe. Dabei habe sich ein Feuerball gebildet. Dieser habe eine so große Druckwelle ausgelöst, dass der acht Tonnen schwere Deckel vom Tank getrennt wurde und auf ein benachbartes Silo umklappte.
Tragischer Unfall in Disa-Raffinerie auf Gran Canaria
Der Unfall wurde um 12.10 Uhr gemeldet, Schon kurze Zeit später trafen erste Rettungseinheiten und die Polizei am Unfallort ein. Zwei verletzte Arbeiter konnten ins Krankenhaus Dr. Negrín eingeliefert werden, ein dritter Arbeiter war schwerer Verletzt und musste zunächst behandelt werden, bevor er transportiert werden konnte. Für den vierten Mann kam jede Hilfe zu spät. Er erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.
Alle vier Personen gehörten zu einem Bautrupp von „Nervión Industries“. Dies bestätigte Disa in einer Mitteilung. Das beauftragte Unternehmen bewirbt sich selbst als „Gruppe, die sich der breiten Abdeckung von Industriedienstleistungen in strategischen Sektoren widmet“.
Telde trauert nach Raffinerie-Unfall auf Gran Canaria
Derweil sprach der Bürgermeister von Telde, Juan Antonio Peña, den Angehörigen sein Mitleid aus. Der Lokalpolitiker machte sich vor Ort ein Bild der Lage. Auch die Regionalregierung schaltete sich ein und aktivierte einen Alarmplan für Unfälle mit giftigen Substanzen.
Laut Unternehmen gebe es für die Anwohner keinen Grund zur Besorgnis. Auch die Natur sei nicht gefährdet, hieß es schon kurz nach dem Unglück. Über die Unfallursache wolle man nicht spekulieren. Im Vordergrund stünden die Verletzten und die Aufarbeitung des Unfalls durch die Behörden, teilte Disa mit.
Damit betraut ist die Nationalpolizei auf Gran Canaria. Erste Zeugenbefragungen seien schon kurz nach dem Unfall durchgeführt worden, heißt es auf Nachfrage. Ergebnisse werden jedoch aller Voraussicht nach erst in einigen Tagen oder Wochen vorgelegt.















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