Die Guardia Civil hat eine reisende Diebesbande zerschlagen. Die Gauner hatten im Süden von Gran Canaria gezielt Touristen bestohlen und deren Bankkarten missbraucht. Zwei mutmaßliche Mitglieder wurden festgenommen, eine dritte Person identifiziert.
Die Gruppe arbeitete nach einem festen Rollenmuster. Eine Person tätigte Einkäufe mit den entwendeten Karten, eine zweite beobachtete die Umgebung auf Sicherheits- oder Polizeikräfte, eine dritte lenkte die Opfer ab. Teneriffa News berichtete bereits im Juli 2025 über einen ähnlichen Fall: Damals zerschlug die Guardia Civil im Rahmen der Operation Danubio eine Taschendieb-Bande mit 80 Mitgliedern, die ebenfalls mit Lockvögeln und klar verteilten Aufgaben operierte.
Die Ermittlungen begannen, nachdem zwischen Ende April und Anfang Mai mehrere Anzeigen eingingen. Die Opfer stellten fest, dass persönliche Gegenstände verschwunden waren, während sie sich in Freizeit- und Touristenzonen der Gemeinde aufhielten. Kurz darauf bemerkten sie unautorisierte Bewegungen auf ihren Bankkonten, mit teils beträchtlichem Schaden.
Trickdiebe nehmen Touristen auf Gran Canaria aus
Die entwendeten Bankkarten setzten die Beschuldigten in Geschäften und Bankautomaten ein. Im Geschäft wählten sie zahlreiche Produkte aus und führten mehrere Transaktionen in Folge durch. Die Summe kleiner Bewegungen löste in vielen Fällen keinen Verdacht aus.
Mit einer der Karten führten die Täter bis zu 17 Operationen am Geldautomaten durch, zusätzlich versuchten sie, mit einer zweiten Karte weitere Transaktionen vorzunehmen. Allein die Bargeldabhebungen mit einer der Karten beliefen sich auf annähernd 3600 Euro. Hinzu kamen mehrere Einkäufe.
Trickdiebe auf Gran Canaria mit Videoaufnahmen überführt
Die Ermittlungen führten Beamte des Hauptpostens Puerto Rico-Mogán. Sie werteten Videoaufnahmen aus dem Geschäft und vom Geldautomaten aus und glichen körperliche Merkmale, sichtbare Tätowierungen, Kleidung und Verhaltensmuster mit früheren Polizeiregistern und Fotos ab. Daraufhin konnten mehrere Beschuldigte festgenommen werden. Ihnen werden Trickdiebstahl in stark besuchten Touristengebieten, betrügerische Nutzung gestohlener Bankkarten, fortgesetzter Betrug und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.
Die Ermittlungsakte ging an das zuständige Gericht, wo die Beschuldigten auf einen Prozess warten. Nach Angaben der Guardia Civil wechseln solche Gruppen typischerweise zwischen Touristenzielen und wählen an belebten Orten unaufmerksame oder besonders verletzliche Personen aus.
Gran Canaria wurde im Mai laut dem Statistikamt ISTAC von rund 260.000 ausländischen Touristen besucht. Das bedeutete ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Behörde rät, an auch dadurch besonders belebten Orten Taschen, Geldbörsen und Mobiltelefone stets im Blick zu behalten. Zudem sollte beim Eingeben der Pin dringend die Tastatur abgedeckt werden. Ferner wird geraten, Benachrichtigungen der Bank zu aktivieren und gestohlene Karten sofort sperren zu lassen.
















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