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Montag, 17. August 2026
Kanaren

Kanaren: 60 Prozent weniger Migranten, doch Ceuta verdreifacht sich

Auf den Kanaren ist die Zahl der Migranten-Ankünfte auf 4808 gesunken. Ceuta und Melilla legten stark zu. Die Migration verändert sich.

Das spanische Innenministerium hat die Statistik der Migranten-Ankünfte veröffentlicht. Demnach kamen 4808 Menschen auf dem Seeweg auf den Kanarischen Inseln an. Das waren 59,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Zuvor wurden 11.883 Menschen gezählt, die die Kanarischen Inseln erreichten. Auch die Zahl der Boote ging deutlich zurück. Im Vorjahreszeitraum waren es 196, zuletzt wurden 64 gezählt.

Spanienweit registrierte das Ministerium zwischen dem 1. Januar und dem 15. August 19.972 irreguläre Einreisen. Auch das bedeutete einen Rückgang. Im Vorjahr waren es 22.040 Menschen gewesen, also 10,4 Prozent mehr Migranten und Flüchtlinge als 2026.

Kanaren- und Spanien-Migration meist auf dem Seeweg

In ganz Spanien wurden 14.411 Menschen auf dem Seeweg gezählt. In Summe wurden dafür bislang 599 behelfsmäßige Boote genutzt. In den nordafrikanischen Exklaven stieg die Zahl der Ankünfte deutlich. In Ceuta zählten die Behörden 5013 Personen und damit 191 Prozent mehr als die 1722 des Vorjahres. In Melilla waren es 548 statt 166 (+230 Prozent).



Der Massen-Grenzübertritt vom 30. und 31. Juli ist in dieser Bilanz nicht enthalten. Spaniens Regierung teilte mit, dass an den beiden Tagen mehr als 70.000 Menschen nach Ceuta kamen. Etwa 5000 von ihnen halten sich demnach weiter in der autonomen Stadt auf. Laut Innenministerium müssten die Daten genauer analysiert werden.

Ceuta verstärkt Hilfe für Migranten

Die Gesundheitszentren in Ceuta seien trotz der zwischenzeitlich kritischen Lage nicht überfordert, sagte Gesundheitsministerin Mónica García. Am ersten Tag des Grenzübertritts versorgten Ärzte 1149 Menschen, am Folgetag waren es 193. Das Universitätskrankenhaus in Ceuta stockte die Kapazität auf 212 Plätze auf. Davon sind aktuell 101 belegt, weniger als 30 von Migranten, hieß es.

Die angekommenen Menschen kampieren unterdessen weiter im Freien. In den Naves de El Tarajal leben vornehmlich marokkanische Familien mit ihren Kindern in selbstgebauten Hütten. An der Playa de El Trampolín seien es überwiegend Migranten aus Ländern südlich der Sahara, heißt es aus dem Innenministerium. Eine dauerhafte Präsenz von Polizei oder Militär gibt es dort nicht.

Die Organisation Médicos del Mundo behandelte die Menschen in El Tarajal erst am Samstag, 16 Tage nach dem Grenzübertritt. Die Regierung richtet in Ceuta zudem vier humanitäre Betreuungszentren für 1500 Migranten ein.

Auf den Balearen kamen unterdessen 4433 Menschen auf dem Seeweg an. Das waren 110 mehr als die 4323 im Vorjahr. Auf dem spanischen Festland stiegen die Ankünfte per Boot auf 5152 (+1224 oder 31,16 Prozent). Die Differenz zwischen der Zahl der Zuzüge und der Zahl der Fortzüge lag auf den Kanaren laut Nationalem Statistik-Institut INE im Jahr 2024 bei 27.770 Personen. Das waren 12,1 Prozent weniger als 2023.

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