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Kanaren-Urlaub könnte platzen: Tausende Ferienwohnungen verlieren Lizenz

Mehr als 15.500 Ferienwohnungen auf den Kanaren werden ohne Registrierung im Netz inseriert. Für Kanaren-Urlauber birgt das eine Gefahr. Adeje und La Oliva zählen zu den auffälligsten Gemeinden.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Eine gebuchte und bereits angezahlte Ferienwohnung auf den Kanaren steht plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Der geplante Kanaren-Urlaub wackelt damit. So berichtet es uns Leser Stefan B. In der Begründung des Vermieters heißt es, dass nach Jahren des Betriebs die Lizenz entzogen wurde.

So wie unserem Leser geht es vielen designierten Kanaren-Urlaubern. Und künftig könnten es mehr werden. Denn mehr als ein Drittel der auf Airbnb, Booking & Co. angebotenen Ferienwohnungen auf den Kanaren sind weiterhin ohne gültige Lizenz im Netz verfügbar.

Das zeigt eine Auswertung von Newtral auf Basis des Registro Único Digital des spanischen Wohnungsministeriums und der Zahlen des spanischen Statistikamts INE. Und daraus ergibt sich eine Gefahr für Kanaren-Urlauber:

Viele Ferienwohnungen auf den Kanaren stehen vor Lizenz-Entzug

Für die Kanarischen Inseln zählte die Analyse mehr als 49.000 inserierte Ferienunterkünfte, davon mehr als 15.500 ohne gültige Lizenzierung. Der Anteil lag damit bei mehr als 30 Prozent. Landesweit fehlte noch im November 2025 bei mehr als 120.000 touristischen Unterkünften die Lizenz, was 37 Prozent des Gesamtangebots in Spanien entsprach.

Als besonders auffällig wird die Lage in Adeje auf Teneriffa angesehen. Dort wurden 1107 nicht registrierten Unterkünfte gezählt. Noch deutlicher fällt das Missverhältnis in La Oliva auf Fuerteventura aus: Dort standen 4047 Inseraten nur 1716 registrierte Objekte gegenüber. Damit wurden 57,6 Prozent des Angebots ohne Lizenz betrieben. Auch in Pájara war mehr als die Hälfte der Unterkünfte nicht reguliert.

Kanaren-Ferienwohnungen: Große Unterschiede nach Gemeinde

Abweichungen zwischen Online-Inseraten und Registerdaten zeigen sich nahezu flächendeckend auf den Kanaren: Arrecife bildet die Ausnahme, dort decken sich die Zahlen weitgehend. In touristisch geprägten Gemeinden fallen die Lücken deutlich größer aus: In San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria lagen zuletzt 1204 Wohnungen außerhalb des Registers.

Auch auf den kleineren Kanarischen Inseln ist das Thema präsent: In Fuencaliente auf La Palma fehlte bei 54,8 Prozent der inserierten Ferienunterkünfte die Registrierung, in El Pinar auf El Hierro bei 52,4 Prozent, in Alajeró auf La Gomera bei 42,3 Prozent. In den beiden Hauptstädten ist die Lage kontrollierter, jedoch nicht frei von Verstößen: In Las Palmas de Gran Canaria fehlte bei knapp 20 Prozent der Anzeigen die Lizenz, in Santa Cruz de Tenerife bei 32 Prozent.

Seit Juli 2025 ist eine Registrierungsnummer für touristische und befristete Vermietung Pflicht. Grundlage ist das königliche Dekret 1312/2024. Über eine neue zentrale Digitalstelle bündelt der Staat die Daten, die Plattformen müssen Inseratsangaben prüfen und Registrierungen weitergeben.

Ferienwohnungen auf den Kanaren: Strengere Regeln und weniger Angebot

Der verschärfte Kurs schlägt sich in den Gesamtzahlen nieder. Im November 2025 sank die Zahl der Ferienwohnungen in Spanien auf 329.764, das waren 12,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auf den Kanaren meldet das Statistikinstitut Istac für Februar 2026 noch 42.896 verfügbare Ferienwohnungen, vier Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Stand seit zwei Jahren.

Auch die Plattformen selbst stehen unter Druck: Das zuständige Ministerium verhängte im Dezember 2025 eine Strafe von 64 Millionen Euro gegen Airbnb, begründet mit Anzeigen ohne Lizenz, falschen Registrierungsnummern und irreführenden Angaben zu Gastgebern.

Ende 2025 trat auf den Kanaren zudem ein Gesetz zur nachhaltigen Ordnung der touristischen Wohnnutzung in Kraft. Es sieht strengere Grenzen und ein Einfrieren neuer Lizenzen für mindestens fünf Jahre vor.

Für Betroffene wie Stefan B. bedeutet das nach spontanen Kündigungen nicht nur Warten auf die Rückzahlung bereits überwiesener Raten, sondern auch eine sinkende Chance, adäquaten Ersatz zu finden.


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Über den Autor

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News, Ihrem Kanaren-Experten seit 2011. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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