Um das Trinkwasser der Kanarischen Inseln ranken sich zahlreiche Mythen. Und so greifen viele Menschen auf gekauftes Wasser zurück. Das liegt mal an der Sicherheit und mal am Geschmack.
Das Wasser auf den Kanaren wird stark gechlort, um die langen Leitungswege hygienisch zu halten. Außerdem enthält es je nach Insel und Gemeinde einen erhöhten Fluoridgehalt sowie verstärkt Magnesium‑ und Natrium-Ionen. Diese Mischung führt zu einem Geschmack, den viele als unangenehm empfinden. Die Folge ist ein enormer Verbrauch von Wasser in Plastikflaschen und Kanistern, die in Supermärkten und Tankstellen zum Alltag gehören.
Dieser Konsum hat jedoch Folgen, die weit über den eigenen Haushalt hinausreichen: Die Kanaren gehören zu den Regionen Spaniens mit dem höchsten Pro‑Kopf‑Verbrauch an abgefülltem Wasser. Das erzeugt große Mengen an Plastikmüll, der gesammelt, transportiert und recycelt werden muss. Und dennoch landen viele Flaschen teilweise in der Umwelt. Für Inseln mit begrenzten Ressourcen ist das ein wachsendes Problem, das sich nicht allein über Recycling lösen lässt. Doch es gibt auch andere Wege.
So können Sie Trinkwasser auf den Kanaren selbst aufbereiten
Hinzu kommt ein Aspekt, der oft übersehen wird: Auch wenn etliche Menschen glauben, das Trinkwasser werde vom Festland importiert, stammt der Großteil tatsächlich von den Inseln selbst. Auf Teneriffa und Gran Canaria wird es aus einer Mischung von Quellwasser und Meerwasserentsalzung gewonnen, während Lanzarote und Fuerteventura fast vollständig auf Entsalzung angewiesen sind. La Palma, La Gomera und El Hierro verfügen dagegen über zahlreiche natürliche Quellen.
Doch unabhängig von der Herkunft muss das abgefüllte Wasser täglich per LKW über die Inseln verteilt werden. Auf Teneriffa etwa wird ein großer Teil im Norden abgefüllt, während der Verbrauchsschwerpunkt im Süden liegt. Das führt zu täglichen Transporten über die gesamte Insel und damit zu erheblichen CO2‑Emissionen. Auf Lanzarote und Fuerteventura kommt zusätzlich der hohe Energiebedarf der Entsalzungsanlagen hinzu.
Osmose-Anlagen für besseres Wasserqualität auf den Kanaren
Vor diesem Hintergrund entdecken viele Haushalte eine Alternative, die lange Zeit als technische Nische galt: kleine Osmoseanlagen für den privaten Gebrauch. Eine solche Anlage filtert das Leitungswasser direkt unter der Spüle und entfernt dabei Chlor, Fluorid, Magnesium‑ und Natriumionen sowie andere gelöste Stoffe, die den Geschmack beeinflussen.
Anders als in Mitteleuropa geht es auf den Kanaren nicht um Kalk – den gibt es hier kaum – sondern um die Stoffe, die das Wasser geschmacklich belasten. Das Ergebnis ist ein deutlich neutraleres und weicheres Wasser, das sich so besser sowohl zum Trinken als auch zum Kochen eignet.
Auch wirtschaftlich ist die Lösung überraschend attraktiv: Ein Liter abgefülltes Wasser kostet auf den Kanaren etwa 20 Cent. Ein Zwei‑Personen‑Haushalt, der täglich Wasser trinkt und kocht, verbraucht realistisch zwischen fünf und sieben Litern pro Tag. Das summiert sich auf dreißig bis vierzig Euro im Monat und damit auf bis zu 500 Euro pro Jahr.
Eine kleine Osmoseanlage kostet aktuell rund 320 Euro, inklusive Drei‑Wege‑Hahn, und benötigt jährlich lediglich Filter im Wert von 30 bis 60 Euro. Damit amortisiert sich die Anschaffung bereits nach rund einem Jahr. Danach sinken die laufenden Kosten auf ein Minimum. Auch wenn man berücksichtigt, dass eine Osmose-Anlage für einen Liter reines Wasser, durch das technisch bedingte Spülwasser, insgesamt etwa zwei bis 2,5 Liter Leitungswasser benötigt.
Trinkwasser: Osmose-Anlagen als Alternative für die Kanaren
Technisch gibt es zwei grundsätzliche Systeme: Direktfluss‑Anlagen, die das Wasser in Echtzeit filtern, und Modelle mit Wasserspeicher. Direktfluss‑Geräte sind kompakter und moderner, benötigen keinen Tank und gelten als hygienisch weniger problematisch. Doch auch bei diesen Anlagen wird empfohlen, bei Abwesenheit von mehr als einer Woche den Osmose-Filter in einer Plastiktüte im Kühlschrank zu lagern.
Anlagen mit Speicher sind meist günstiger, brauchen jedoch mehr Platz unter der Spüle und können verkeimen, wenn das Wasser sehr lange steht oder die Anlage eher selten genutzt wird. Bei normalem Gebrauch ist dieses Risiko gering, sollte jedoch erwähnt werden, damit Haushalte eine informierte Entscheidung treffen können.
Die CO2‑Bilanz von abgefülltem Wasser ist höher als gedacht. Sie umfasst nämlich nicht nur den Transport der vollen Flaschen, sondern die gesamte Produktionskette: die Herstellung des PET aus Erdöl, die energieintensive Produktion der Preforms und Flaschen, den Transport der leeren Gebinde zur Abfüllanlage, die Abfüllung selbst sowie die spätere Entsorgung, das Recycling oder die thermische Verwertung.
In Summe kommen aktuelle Lebenszyklusanalysen auf bis zu 0,25 Kilogramm CO2 pro Liter Flaschenwasser. Leitungswasser liegt um ein Vielfaches darunter. Für einen Zwei‑Personen‑Haushalt, der monatlich 150 bis 200 Liter Trink‑ und Kochwasser verbraucht, bedeutet der Umstieg auf eine Osmoseanlage eine Einsparung von etwa 30 bis 50 Kilogramm CO2 pro Monat, also bis zu rund einer halben Tonne pro Jahr. Das entspricht ungefähr 3000 bis 4000 Kilometern Autofahren.
Osmose-Trinkwasser: Auch die Kanaren-Umwelt profitiert
Im Alltag berichten viele Nutzer, dass Osmosewasser nicht nur besser schmeckt, sondern auch den Kaffee aromatischer macht und beim Kochen für klarere Aromen sorgt. Geräte wie Wasserkocher oder Kaffeemaschine profitieren ebenfalls, da sie weniger Rückstände abbekommen. Vor allem aber entfällt das Schleppen von Kanistern, das Lagern von Flaschen und der regelmäßige Weg zum Supermarkt.
Am Ende steht eine einfache Rechnung: Eine Osmoseanlage reduziert Plastikmüll, senkt CO2‑Emissionen, spart Geld und verbessert den Geschmack des Wassers. Für viele Haushalte auf den Kanaren ist sie deshalb nicht nur eine ökologische Entscheidung, sondern auch eine praktische und wirtschaftliche. In einer Region, die mit begrenzten Ressourcen haushalten muss, kann eine kleine Anlage unter der Spüle einen überraschend großen Unterschied machen.
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Das ist die Alternative zu Leitungswasser auf den Kanaren
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