Das Wichtigste in Kürze:
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- Touristen verbrauchen auf den Kanaren bis zu 800 Liter Wasser pro Tag, sechsmal mehr als Einheimische.
- Klimamodelle prognostizieren für die Kanaren einen Rückgang der Niederschläge um vier Prozent und der Wasserzuflüsse um bis zu elf Prozent bis 2039.
- Meerwasserentsalzung deckt bereits heute einen großen Teil des Wasserbedarfs auf den Kanaren und Balearen ab.
Wo der Tourismus wächst, gerät nicht allein das Bild von Städten und Landschaften in Bewegung, sondern auch der Umgang mit dem Wasser, einer der wichtigsten Ressourcen überhaupt. Am deutlichsten lässt sich dieser Zusammenhang derzeit auf den Kanaren ablesen, wo der Wasserbedarf schneller steigt, als es ursprünglich angenommen wurde. Hinzu kommt, dass Klimamodelle vermuten lassen, die natürlichen Wasserreserven vieler typischer Reiseziele könnten künftig weiter unter Druck geraten.
In Spanien zeichnet sich diese Entwicklung besonders deutlich ab. Die Kanarischen Inseln verzeichnen seit Jahren wachsende Besucherzahlen, und auch auf den Balearen, einer ebenso beliebten Urlaubsregion, geht der Trend nach oben.
Jeder zusätzliche Gast bringt einen höheren Wasserbedarf mit sich, sei es in Hotels, in Restaurants oder bei den Freizeitangeboten. Pools, Wellnessanlagen, Wasserparks und Golfplätze zählen vielerorts zum touristischen Standard, und ihr Betrieb wie ihre Pflege schlucken große Mengen Wasser. So viel verbrauchen Urlauber inzwischen durchschnittlich an einem einzigen Tag:
Touristen benötigen bis zu 800 Liter Wasser pro Tag
Der Unterschied lässt sich beziffern. Ein durchschnittlicher Einwohner kommt weltweit auf rund 127 Liter Wasser am Tag, während der Bedarf eines Touristen deutlich darüber liegt und sich je nach Region und Saison zwischen etwa 450 und 800 Litern bewegt. In diese Werte fließt nicht nur ein, was im Hotelzimmer direkt verbraucht wird, sondern auch der Bedarf für Gastronomie, kommunale Dienstleistungen und Freizeitangebote.
Dass der Verbrauch steigt, bekommen vor allem jene Regionen zu spüren, deren natürliche Wasserversorgung ohnehin knapp bemessen ist. Inseln wie die Kanaren führen das besonders anschaulich vor Augen, denn viele von ihnen verfügen nur über begrenzte natürliche Süßwasserquellen und sind deshalb auf alternative Lösungen angewiesen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Entsalzung von Meerwasser. Sowohl auf den Kanaren als auch auf den Balearen decken Entsalzungsanlagen mittlerweile einen beachtlichen Teil der verfügbaren Wasserressourcen ab. Eingeführt wurde diese Technik dort bereits vor Jahrzehnten, und heute gehört sie zur grundlegenden Infrastruktur der Versorgung.
Tourismus regional für Wasser-Engpässe verantwortlich
Die Entwicklung des Tourismus setzt noch eins drauf. Der internationale Reiseverkehr wächst beständig, und immer mehr Regionen werden zu beliebten Zielen für Kultur, Freizeit und Unterhaltung. Wenn die lokale Wirtschaft expandiert und die Menschen mobiler werden, wachsen zugleich die Anforderungen an die Versorgungssysteme. Vor allem in den Hochsaisons kann der Wasserbedarf kurzfristig kräftig in die Höhe schnellen.
Die spanische Bau- und Infrastrukturvereinigung Seopan beobachtet dieses Muster in vielen touristischen Zentren des Landes. Dort bilden sich saisonale Verbrauchsspitzen, die im Jahresdurchschnitt zwar nicht den größten Anteil am gesamten Wasserverbrauch ausmachen, zeitweise aber kritische Belastungen für die Versorgung verursachen können. Größter Wasserverbraucher bleibt die Landwirtschaft, doch in bestimmten Monaten kann der Tourismus zusätzliche Engpässe auslösen.
Wie ausgeprägt die saisonalen Unterschiede sind, zeigt ein Blick auf die einzelnen Regionen. Auf den Balearen erreicht die Nachfrage im Sommer ihren Höhepunkt, wenn die Hauptreisezeit beginnt und Millionen Urlauber auf die Inseln strömen, während andernorts der Druck im Winter deutlich nachlässt. Eine Besonderheit bilden die Kanarischen Inseln, denn ihr mildes Klima macht sie gerade in den Wintermonaten zu einem stark frequentierten Reiseziel. Was früher als Nebensaison galt, ist auf den Kanaren längst aufgehoben, dort herrscht inzwischen ganzjährig eine hohe Nachfrage mit entsprechendem Ressourcenverbrauch.
Während sich der Tourismus so entwickelt, verändert sich zugleich das Klima. Klimamodelle gehen davon aus, dass sich die Niederschlagsmuster langfristig verschieben, und die Prognosen weisen für viele Teile Spaniens auf eine insgesamt abnehmende Regenmenge hin. In den kommenden Jahrzehnten dürfte dieser Trend besonders deutlich zutage treten. Das spanische Zentrum für Studien und Experimente im Bereich öffentlicher Bauwerke erwartet für mehrere Einzugsgebiete einen Rückgang der Niederschläge um etwa zwei Prozent.
Weniger Regen und mehr Wasserverbrauch auf den Kanaren
Die Kanaren dürften noch stärker betroffen sein, denn dort rechnen Wissenschaftler mit einem Rückgang der Niederschläge um etwa vier Prozent. Zugleich sagen die Modelle voraus, dass die verfügbaren Wasserzuflüsse bis zum Jahr 2039 um sieben bis elf Prozent sinken könnten.
Damit prallen zwei Entwicklungen aufeinander, die einander verstärken: auf der einen Seite eine durch den wachsenden Tourismus steigende Nachfrage, auf der anderen eine mögliche Abnahme der natürlichen Wasserressourcen. Für viele Regionen heißt das, dass langfristige Strategien für ein nachhaltiges Wassermanagement an Bedeutung gewinnen. Technologien wie die Meerwasserentsalzung, eine effizientere Infrastruktur und ein bewussterer Umgang mit Wasser könnten dabei den Ausschlag geben.















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