Ein Bericht der New York Times arbeitet den Hantavirus-Fall auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ auf. Teneriffas und die Kanaren-Regierung bekommen dabei einen Seitenhieb versetzt. Hintergrund sind die Begründungen, mit denen die Kanaren versuchten, das Anlanden des Schiffes zu verhindern.
Madrid sicherte schnell nach Bekanntwerden des Hantavirus-Ausbruchs an Bord Hilfe zu. Spaniens Zentralregierung schickte die „Hondius“ nach Teneriffa. Dort zeigte man sich hochgradig unzufrieden mit der Entscheidung und versuchte, sie zu revidieren.
Sowohl Fernando Clavijo, Präsident der Kanarischen Inseln, als auch Rosa Dávila, Präsidentin der Inselverwaltung Teneriffas, sprachen sich gegen die Ankunft der „Hondius“ aus. Dabei wurde auch der Grund angeführt, infizierte Ratten könnten von Bord auf die Inseln schwimmen. Daran arbeitet sich nun die „Times“ ab.
New York Times mit Seitenhieb gegen Kanaren-Regierung
Laut dem Bericht schickte Clavijo am 9. Mai der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García eine Recherche, der zufolge Ratten als potenzielle Hantavirus-Träger gute Schwimmer seien und das Virus an Land bringen könnten. García antwortete wenig später, dass ein technischer Bericht zu dem Ergebnis komme, dass sich auf der Hondius wahrscheinlich keine Ratten befänden und die typischen Hantavirus-tragenden Arten zudem keine guten Schwimmer seien.
Rund um den Hondius-Fall wurde das Verhalten der Kanaren-Regierung nicht nur von einheimischen Medien kritisch begleitet, sondern auch international zum Teil als wenig souverän dargestellt. Während Kap Verde seine Ablehnung mit den begrenzten Kapazitäten eines kleinen Landes begründet hatte, richtete sich die internationale Kritik vor allem gegen Clavijos und Dávilas unbeholfene Versuche, mittels KI-gestützter Argumente das Schiff fernzuhalten.
Hantavirus-Schiff als Problem für Kanaren-Tourismus?
Der Präsident der Kanarischen Inseln konsultierte auch Tourismusministerin Jessica de León, um mögliche Auswirkungen auf den für die Kanaren wichtigen Tourismus zu bewerten. Ob und in welchem Umfang sich die Ereignisse überhaupt auf die Branche auswirken, kann erst mit der Zeit ergründet werden.
Die New York Times bringt neben dem Seitenhieb auch eine echte Erklärung ins Spiel: Die „Hondius“ sei eine weitere Episode im dauerhaft angespannten Verhältnis zwischen Madrid und den Kanarischen Inseln, die sich regelmäßig von Spanien im Stich gelassen fühlen.
Dass die Kontroverse um die „Hondius“ auch heute noch internationale Medien beschäftigt liegt auch daran, dass kurze Zeit nach dem Fall auf einem anderen Kreuzfahrtschiff vor Bordeaux ein Magen-Darm-Virus ausbrach. Zudem wurde ein unter Quarantäne gestellter Brite nach dessen Zeit auf der „Hondius“ wenige Tage später in Mailand von der Polizei aus einer Bar geholt.









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New York Times spottet über Teneriffas Sorge vor dem Hantavirus
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