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Spanien schickt Hantavirus-Kreuzfahrtschiff auf die Kanaren

Spanien hat entschieden, die "MV Hondius" nach einem Hantavirus-Ausbruch auf die Kanaren zu holen. Das Schiff liegt derzeit vor Kap Verde. Drei Personen sind bereits gestorben, sieben Fälle wurden bestätigt.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Spaniens Zentralregierung in Madrid hat entschieden, die „MV Hondius“ nach einem Hantavirus-Ausbruch auf die Kanarischen Inseln zu schicken. Das Schiff liegt derzeit vor der Küste von Praia (Kap Verde). Die Maßnahme erfolgte laut mehreren Behörden auf Anfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU. Ziel ist die medizinische Versorgung der Betroffenen und die Eindämmung des Virus.

Das Hantavirus ist eine seltene, jedoch potenziell schwere Infektionskrankheit, die meist durch Nagetiere auf Menschen übertragen wird. An Bord wurden sieben Fälle registriert, drei Personen starben. Eine weitere Person befindet sich in kritischem Zustand in Südafrika, zwei Patienten sind noch auf dem Schiff. Insgesamt sind 147 Menschen aus 23 Ländern an Bord.

Am Dienstag aktivierten die spanischen Behörden gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und der WHO ein internationales Krisenprotokoll. Das spanische Gesundheitsministerium teilte mit, die schwersten Fälle und enge Kontaktpersonen würden bereits in Kap Verde identifiziert und direkt nach Europa ausgeflogen. Zwei Infizierte sollen in die Niederlande verlegt werden, eine Kontaktperson nach Deutschland.

Hantavirus-Kreuzfahrtschiff kommt auf die Kanaren

Die übrigen Passagiere und Besatzungsmitglieder bleiben bis zur Ankunft auf den Kanaren unter Beobachtung. Ein medizinischer Einsatz mit Abschirmmaßnahmen und Transporten in gesonderten Fahrzeugen soll jeden Kontakt mit der Bevölkerung vor Ort verhindern.

Die kanarische Regionalregierung hatte sich wiederholt gegen eine Anlandung auf den Kanarischen Inseln ausgesprochen. Präsident Fernando Clavijo und Regierungssprecher Alfonso Cabello plädierten dafür, die Versorgung direkt in Kap Verde zu organisieren. Beide verwiesen auf ein geringes Risiko für die Inselbevölkerung, solange keine weiteren symptomatischen Fälle an Bord auftreten.

Gesundheitsministerin Mónica García betonte dagegen, Spanien erfülle internationale Verpflichtungen und stelle eine sichere Aufnahme samt Desinfektion und medizinischer Prüfung sicher. Die WHO will auf den Kanaren eine vollständige epidemiologische Untersuchung des Schiffs koordinieren. Maria Van Kerkhove von der WHO sagte, bei Ankunft würden alle Passagiere und Besatzungsmitglieder in spezialisierten Bereichen untersucht und isoliert.

Nach derzeitigem Stand könnten sich die ersten Infizierten bei Zwischenstopps im südlichen Afrika oder auf Inseln beim Kontakt mit Wildtieren, vor allem Nagetieren, angesteckt haben. Die WHO geht davon aus, dass die Übertragung vermutlich noch vor der Einschiffung erfolgte. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen gelten als selten. Zuletzt hieß es jedoch, dass dies auf dem Schiff geschehen sein könnte. Das spanische Gesundheitsministerium sieht dennoch keine größere Ausbruchsdynamik oder eine ernsthafte Gefahr für die lokale Bevölkerung.

Hantavirus: Schiff soll Kanaren anlaufen

Im Rahmen des Notfallprotokolls wurde am Dienstag bereits ein schwer erkrankter Schiffsarzt nach Gran Canaria ausgeflogen. Weitere Erkrankte und Hochrisikokontakte werden schrittweise von Bord gebracht und direkt an Kliniken in Europa weitergeleitet. Die WHO begründet die Wahl der Kanaren mit den leistungsfähigen Krankenhäusern und der geografischen Nähe. Kap Verde verfüge nicht über die erforderlichen medizinischen Kapazitäten.

Die genaue Route und der Ankunftstag der „MV Hondius“ sind noch nicht bestätigt. Details zum Ablauf und den geplanten Schutzmaßnahmen sollen in Kürze bekanntgegeben werden.


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Über den Autor

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News, Ihrem Kanaren-Experten seit 2011. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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