Auf den Kanaren wird derzeit heftig diskutiert, und der Grund dafür ist ein Hantavirus-Fall, der bereits mehrere Todesopfer gefordert hat. In den Mittelpunkt dieser ungewöhnlichen medizinischen Lage ist ein Kreuzfahrtschiff geraten, das vor der Küste von Cabo Verde liegt. Die „MV Hondius“ hat dort weiterhin Anker geworfen, während internationale Behörden gemeinsam mit der Reederei Oceanwide Expeditions über das weitere Vorgehen beraten.
149 Menschen aus 23 Nationen sind an Bord, und sie alle warten auf eine entscheidende medizinische Maßnahme. Zwei Crewmitglieder leiden unter akuten Atemwegssymptomen und müssen dringend von Bord, wobei sich einer von ihnen in ernstem Zustand befindet. Noch fehlt allerdings die Genehmigung der örtlichen Behörden für den Transport. So lange diese nicht erteilt ist, bleibt das Schiff vor Praia bewegungsunfähig liegen.
Zugleich steht eine mögliche Route zu den Kanaren zur Debatte. Als potenzielle Ziele zum Anlegen und für weitere medizinische Untersuchungen gelten Las Palmas de Gran Canaria sowie Teneriffa. Unter Aufsicht internationaler und nationaler Gesundheitsbehörden ließen sich dort zusätzliche Tests durchführen. Bei den Menschen auf den Kanarischen Inseln macht sich Besorgnis breit:
Hantavirus-Schiff bald auf Kanaren-Kurs?
An Bord ist die Stimmung angespannt. Ein Passagier sprach öffentlich von wachsender Unsicherheit und davon, dass man sich klare Informationen wünsche. Zugleich heißt es, die Besatzung arbeite unter schwierigen Bedingungen professionell. Der Alltag auf dem Schiff wird inzwischen von strengen Hygieneregeln, von Isolation und von medizinischer Überwachung bestimmt.
Ihren Anfang nahmen die Ereignisse schon Mitte April. Am 11. April starb ein niederländischer Passagier an Bord, und seine Ehefrau, die ihn später begleitete, verstarb wenige Tage danach auf der Rückreise. Kurz darauf flog man einen weiteren Passagier mit schweren Symptomen nach Südafrika aus, wo er intensivmedizinisch behandelt wird. Am Samstag kam ein deutscher Passagier ums Leben, die Ursache ist weiterhin unklar.
Die Weltgesundheitsorganisation hat inzwischen einen zweiten Hantavirus-Fall bestätigt. Bereits zuvor war bei einem Patienten eine Infektion nachgewiesen worden. Ob zwischen dem Virus und den Todesfällen ein direkter Zusammenhang besteht, ist bislang nicht offiziell bestätigt.
Birgt Hantavirus-Schiff Gefahr für die Kanaren?
Parallel dazu bemühen sich Fachleute darum, die Sorgen einzuordnen. In der Regel werden Hantaviren durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen, eine Ansteckung von Mensch zu Mensch gilt dagegen als äußerst selten. Auch aus diesem Grund sehen Experten keine Hinweise auf eine drohende größere Ausbreitung. Sollte das Schiff tatsächlich auf den Kanaren ankommen, schätzen sie das Risiko für die Bevölkerung als eher gering ein.
Trotzdem laufen auf den Inseln bereits die Vorbereitungen. Gesundheitsbehörden und staatliche Stellen tauschen sich aus, um auf eine mögliche Ankunft des Schiffes eingestellt zu sein. Im Vordergrund stehen dabei koordinierte Abläufe bei medizinischen Untersuchungen sowie bei möglichen Quarantänemaßnahmen. Begonnen hatte die Reise der „MV Hondius“ am 20. März im argentinischen Ushuaia, und enden sollte sie ursprünglich auf den Kanaren.
















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