Marokko rüstet spürbar auf. Die Militärpräsenz im südlichen Nachbargebiet der Kanarischen Inseln soll deutlich ausgebaut werden. Das westafrikanische Land plant, ab 2027 erstmals eigene U-Boote in das Seegebiet nahe den Kanaren zu entsenden.
Parallel hat Marokko die Luftwaffenbasis Bir Anzarane im Westen der Sahara fertiggestellt, die etwa 450 Kilometer von den Kanaren entfernt liegt.
Die Basis Bir Anzarane wurde vollständig modernisiert. Sie verfügt über eine lange Start- und Landebahn, mehrere Hangars, einen Kontrollturm sowie ein ausgebautes Überwachungssystem. Auf den Kanaren wird das besorgt zur Kenntnis genommen.
Marokko rüstet nahe den Kanaren auf
Marokko nutzt Bir Anzarane, um die südöstliche Sahara aus der Luft zu kontrollieren, vor allem mit Drohnen und Kampfhubschraubern. So werden die Grenzbereiche zu Mauretanien und der sogenannte Sandwall flächendeckend überwacht.
Der Infrastrukturausbau ist eine Reaktion auf die wachsenden Spannungen seit dem Bruch des Waffenstillstands 2020 in der Westsahara. Zwischenfälle und gezielte Angriffe haben seitdem zugenommen. Die neuen Kapazitäten der Basis ermöglichen Marokko ein schnelleres Eingreifen und eine dichtere Überwachung im Grenzraum. Weniger als 100 Kilometer von den Kanaren entfernt nahm zudem vor Kurzem eine Drohnenfabrik den Betrieb auf.
Kanaren-Gewässer: Marokko plant U-Boote im Atlantik
Für 2027 prüft Marokko die Beschaffung von drei modernen U-Booten. Als Kandidaten sind laut der in Spanien auf Militär spezialisierten „Grupo Edefa“ das südkoreanische Modell KSS-III und der französische Scorpène-Typ im Gespräch. Bislang verfügt das Land über keine eigene U-Boot-Flotte. Die neuen Einheiten sollen nicht nur dort stationiert werden, sondern auch gezielt in Seezonen unweit der Kanarischen Inseln operieren.
Mit der Modernisierung seiner Marine und dem Ausbau des Luftwaffenstützpunkts verfolgt Marokko das Ziel, sich im Atlantik zwischen dem afrikanischen Festland und den Kanarischen Inseln geopolitisch stärker zu positionieren. Die Kontrolle des Seegebiets liegt bislang bei der spanischen Marine. Die angekündigten Veränderungen veranlassen spanische Entscheidungsträger, die Sicherheitslage der Region genauer zu beobachten und die eigene Strategie anzupassen.
Neues Kräfteverhältnis zwischen Kanaren und Sahara
Hintergrund des militärischen Ausbaus ist auch die wachsende Instabilität der Sahel-Zone. Die Ausbreitung radikaler Gruppen nach Norden macht Marokkos südliche Regionen zu einem sicherheitspolitisch sensiblen Gebiet. Marokko sieht sich selbst zunehmend als Stabilitätsanker am Südrand Europas und erhält in sicherheitsrelevanten Fragen teils internationale Unterstützung.
Eine Konfrontation mit den Kanaren und Spanien wird in den veränderten marokkanischen Militäraktivitäten nicht gesehen. Allerdings verschiebt sich das Kräfteverhältnis in unmittelbarer Nähe der Kanarischen Inseln. Marokko setzt auf technische Aufrüstung, moderne Infrastruktur und engmaschige Überwachung.
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