Zum Inhalt springen
Donnerstag, 23. Juli 2026
Kanaren

Kanaren bekommen Pfand-System ab November

Ab Ende des Jahres ist die Rückgabe von Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons in Spanien Pflicht. Das neue Pfandsystem soll die Recyclingquote deutlich steigern und den Plastikmüll in der Umwelt spürbar reduzieren.
Das Wichtigste in Kürze:
Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung ausblenden
  • Ab November 2026 gilt auf den Kanaren ein Pfandsystem für Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons mit mindestens zehn Cent Pfand.
  • Spaniens Recyclingquote lag 2023 bei nur 42 Prozent, das neue System soll sie bis 2029 auf 90 Prozent steigern.
  • Große Supermärkte müssen Rücknahmeautomaten aufstellen, kleine Händler dürfen manuell zurücknehmen.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Auf den Kanarischen Inseln steht die Einführung des Einweg-Pfands kurz bevor. Wie im übrigen Spanien greift ab November 2026 auch hier ein Rückgabesystem. Belegt werden dann beim Kauf leere Plastikflaschen bis drei Liter, Getränkedosen und Getränkekartons, und zwar mit einem Pfand von mindestens zehn Cent. Zurückgeben lässt sich das Ganze im Handel. Künftig erscheint das Pfand getrennt vom eigentlichen Kaufpreis auf dem Bon.

Den Anstoß gibt die weiterhin niedrige Recyclingquote. Offiziellen Angaben zufolge wurden 2023 in Spanien lediglich 42 Prozent der Getränkeverpackungen recycelt, während die EU für diesen Zeitraum schon 70 Prozent verlangt hatte. Bis 2029 soll das neue System die Quote auf mindestens 90 Prozent treiben, denn so schreiben es die europäischen Verpackungsstandards vor. Von diesem Ziel ist Spanien mit den bisherigen Sammelmethoden weit entfernt.

Offiziell trägt das Modell den Namen Sistema de Depósito, Devolución y Retorno, kurz SDDR. Es schlägt das Pfand beim Kauf auf und erstattet es zurück, sobald die Verpackung zurückgegeben wird. Große Supermärkte sind verpflichtet, dafür zwischen 20.000 und 25.000 automatische Rücknahmeautomaten zu installieren. Kleinere Händler dagegen dürfen die Verpackungen auch von Hand zurücknehmen.

Pfand-System auf den Kanaren kommt

Mit dem System soll sich die illegale Entsorgung von Verpackungen wirtschaftlich nicht mehr lohnen, zugleich soll die Recycling-Infrastruktur auch in ländlichen Regionen gestärkt werden. Für die technische Umsetzung kommen die Händler auf, während die Pflicht zur korrekten Rückgabe beim Verbraucher liegt. Als gesetzliche Grundlage dient das königliche Dekret 1055/2022.



Auf die logistischen Anforderungen stellen sich viele Handelsketten bereits ein. Damit kleine Betriebe nicht überfordert werden, sind im ländlichen Raum schrittweise Anpassungen gesetzlich erlaubt.

Erklärtes Ziel bleibt eine funktionsfähige Kreislaufwirtschaft, dazu eine deutliche Reduktion der Verpackungsabfälle, die bislang häufig in der Umwelt landeten. Über das Pfandsystem wollen die Kanarischen Inseln und ganz Spanien die EU-Vorgaben für Recycling und Umweltschutz erfüllen. Aus anderen europäischen Ländern, in denen vergleichbare Modelle laufen, sind die Erfahrungen positiv.

Kommentare (1)
  • EH Erich Hengl 25.04.2026

    Hallo Johannes,

    ich kann leider nicht bestätigen, dass wir Österreicher uns an das Rückgabesystem gewohnt haben. Die Schlange an den Rückgabeautomaten in den Supermärkten ist am Wochenende manchmal länger als an den Kassen. Die Automaten nehmen nur einzeln die Gebinde an, das kann dann schon mal dauern. Wir haben uns nicht daran gewöhnt, sondern müssen mit diesem „Murks“ leben. Habe die Ehre

Kommentieren ist Teneriffa-News-Mitgliedern vorbehalten. Jetzt anmelden oder Mitglied werden.