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Kanaren bekommen Pfand-System ab November

Ab Ende des Jahres ist die Rückgabe von Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons in Spanien Pflicht. Das neue Pfandsystem soll die Recyclingquote deutlich steigern und den Plastikmüll in der Umwelt spürbar reduzieren.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Ab November 2026 gilt auf den Kanaren ein Pfandsystem für Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons mit mindestens zehn Cent Pfand.
  • Spaniens Recyclingquote lag 2023 bei nur 42 Prozent, das neue System soll sie bis 2029 auf 90 Prozent steigern.
  • Große Supermärkte müssen Rücknahmeautomaten aufstellen, kleine Händler dürfen manuell zurücknehmen.
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Die Kanarischen Inseln stehen kurz vor der Einführung des Einweg-Pfands. Ab November 2026 gilt auf den Kanaren wie in ganz Spanien ein Rückgabesystem. Leere Plastikflaschen bis drei Liter, Getränkedosen und Getränkekartons werden dann beim Kauf mit mindestens zehn Cent Pfand belegt. Es kann im Handel zurückgeholt werden. Das Pfand wird künftig separat zum Kaufpreis ausgewiesen.

Hintergrund ist die nach wie vor niedrige Recyclingquote: 2023 wurden in Spanien laut offiziellen Angaben nur 42 Prozent der Getränkeverpackungen recycelt. Die EU hatte für diesen Zeitraum bereits 70 Prozent gefordert. Mit dem neuen System soll die Quote bis 2029 auf mindestens 90 Prozent steigen, wie es die europäischen Verpackungsstandards verlangen. Mit den bisherigen Sammelmethoden ist Spanien von diesem Ziel weit entfernt.

Das Modell, offiziell Sistema de Depósito, Devolución y Retorno (SDDR) genannt, erhebt das Pfand beim Kauf als Aufschlag und zahlt es bei Rückgabe der Verpackung zurück. Große Supermärkte müssen dazu zwischen 20.000 und 25.000 automatische Rücknahmeautomaten aufstellen. Kleinere Händler dürfen Verpackungen auch manuell zurücknehmen.

Pfand-System auf den Kanaren kommt

Das System soll die illegale Entsorgung von Verpackungen wirtschaftlich unattraktiv machen und die Recycling-Infrastruktur auch in ländlichen Regionen stärken. Die technische Umsetzung tragen die Händler, die Pflicht zur korrekten Rückgabe liegt beim Verbraucher. Gesetzliche Grundlage ist das königliche Dekret 1055/2022.

Viele Handelsketten bereiten sich bereits auf die logistischen Anforderungen vor. Im ländlichen Raum sind schrittweise Anpassungen gesetzlich erlaubt, damit kleine Betriebe nicht überfordert werden.

Das erklärte Ziel bleibt eine funktionsfähige Kreislaufwirtschaft und die deutliche Reduktion von Verpackungsabfällen, die bislang häufig in der Umwelt landeten. Mit der Einführung des Pfandsystems wollen die Kanarischen Inseln und ganz Spanien die EU-Vorgaben für Recycling und Umweltschutz erfüllen. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern mit vergleichbaren Modellen gelten als positiv.


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Kanaren bekommen Pfand-System ab November

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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