Die Guardia Civil hat auf den Kanaren für eine ganz besondere Unsitte die Überwachung verstärkt. Wer dabei ertappt wird, zahlt 600 Euro Bußgeld. Wer seinen Führerschein in Spanien gemeldet hat riskiert zudem sechs Punkte. Die Kontrollen laufen im Rahmen von Verkehrssicherheitskampagnen, die gemeinsam mit der Generaldirektion für Verkehr (DGT) durchgeführt werden.
Konkret geht es um das Überholen in Tunneln. Diese Unsitte zählt nach Angaben der spanischen Verkehrsbehörden zu den häufigsten und zugleich gefährlichsten Fahrmanövern auf den Straßen des Landes. Die spanische Straßenverkehrsordnung stuft solche Manöver als besonders riskant ein, da in Tunneln die Sicht eingeschränkt und der Fahrbahnraum beengt ist. Ziel der Kampagnen ist es, die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Unfallzahlen auf den Kanaren und im übrigen Land zu senken.
Die Schwerpunktkontrollen betreffen Tunnel auf den Hauptverkehrsachsen der Kanarischen Inseln. Für den Verkehr auf regionaler und überregionaler Ebene ist in Spanien die Guardia Civil verantwortlich. Die Maßnahmen setzt sie gemeinsam mit der DGT um.
Bußgeld und Punkteverlust beim Überholen im Tunnel auf Teneriffa
Wer einen spanischen Führerschein besitzt, lernt ein anderes Punktesystem als in Deutschland kennen. Das spanische Punktesystem arbeitet als Abzugsmodell: Verstöße führen zum Abzug von Punkten, bei Unterschreitung eines bestimmten Schwellwerts kann der Führerschein eingezogen werden.
Beim Überholen im Tunnel werden nicht nur 600 Euro fällig, sondern auch sechs Punkte abgezogen. Strafen für dieses Fahrverhalten zählen damit zu den schwereren Sanktionen innerhalb des spanischen Führerschein-Punktesystems.
Die Sanktionen gelten auch für Fahrer mit ausländischem Führerschein, die auf den Kanaren ein Fahrzeug führen. Auch wenn dann keine Punkte abgezogen oder in Deutschland aufgerbrummt werden können, gilt die Geldbuße.
Ausgenommen sind ausdrücklich mehrspurige Tunnel, die pro Fahrtrichtung eigene Röhren haben. Das Problem besteht bei ländlichen Tunneln, in denen sich entgegenkommende Fahrzeuge eine Röhre teilen.
Die Schwerpunktkontrollen wurden insbesondere für Teneriffa angekündigt. Doch auch auf den anderen Inseln wolle man in den kommenden Wochen und allgemein auf den Kanaren künftig genauer hinsehen, hieß es.
















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