Auf El Hierro steht das traditionelle Palo-Spiel im Quintero-Stil nun unter Schutz. Die Regierung der Kanaren hat das autochthone Kampfspiel zum immateriellen Kulturgut erklärt. Nachzulesen ist der entsprechende Beschluss im Amtsblatt der Kanarischen Inseln, dem BOC von Montag.
Juego del Palo, übersetzt „Das Spiel des Stockes“, gilt als traditionelle Kampfkunst auf den Kanaren. Gekämpft wird mit Stöcken mit einer Länge zwischen 1,20 und 1,80 Metern. Zu den ältesten überlieferten Ausdrucksformen der Inseln gehört das Palo canario. Auch dabei stehen sich zwei Kämpfer mit langen Stöcken gegenüber und führen festgelegte Schläge aus. Es folgen Abwehrbewegungen und das Spiel mit der Distanz.
Beim Quintero-Stil handelt es sich um eine eigenständige Schule dieser Praxis. Auf El Hierro wurde sie über Generationen weitergegeben. Ihre Regeln wie auch ihre Bewegungsabläufe unterscheiden sich von den übrigen Varianten des Archipels. Mit dem Status als immaterielles Kulturgut geht für die Insel-Verwaltung eine Verpflichtung einher.
Kanaren sichern das Palo-Spiel als Kulturgut
El Hierro muss die Technik, das Wissen und die Weitergabe des Stils dokumentieren und absichern. Geschützt wird dabei weder ein Gebäude noch ein Gegenstand. Es geht um eine lebendige Praxis, die von den Trägern der Tradition ausgeübt und an die kommenden Generationen weitervermittelt wird.
Die Anerkennung fügt sich ein in eine ganze Reihe kanarischer Beschlüsse, die im Amtsblatt festgehalten werden und das Leben auf den Inseln in den verschiedensten Feldern regeln.
Wirtschaftliche und ordnungspolitische Entscheidungen dieser Art stehen für sich, der aktuelle Beschluss dagegen betrifft das kulturelle Erbe. Eine Sportart samt ihrer kämpferischen Technik wird darin auf dieselbe rechtliche Ebene gehoben wie schützenswerte Bräuche und Traditionen. Für den Fortbestand des Quintero-Stils auf El Hierro entsteht damit ein dauerhafter formaler Rahmen.















Noch keine Kommentare zu diesem Artikel.