Die Stadtverwaltung von Arona hat am Dienstag einen Großeinsatz gegen illegale Siedlungen im Süden Teneriffas durchführen lassen. Ab 9 Uhr rückten mehr als 80 Beamte und Gemeinde-Mitarbeitende in die Siedlung Los Vivitos aus, die zwischen den Ortschaften Buzanada und Guaza liegt. Nach Angaben der Stadtverwaltung versiegelten die Kräfte 17 illegal bewohnte Gebäude, kontrollierten insgesamt 64 Bauten und identifizierten 92 Personen, die sich dort mutmaßlich illegal aufhielten.
Die Einsatzleitung lag bei der Guardia Civil in Playa de Las Américas. Für zusätzliche Unterstützung sorgte die Spezialeinheit GRS (Grupo de Reserva y Seguridad), die eigens vom spanischen Festland anrückte. Unterstützt wurde der Einsatz von Streifen der Policía Nacional, der Policía Local von Arona und der kanarischen Polizei. Insgesamt waren mehr als 30 Fahrzeuge an den Zufahrten und im Inneren der Siedlung im Einsatz.
Die Guardia Civil nahm eine Person mit Vorstrafen fest und beschlagnahmte in einem der Behelfsgebäude Marihuana. Gegen 59 weitere Personen wurden Verfahren nach dem Ausländergesetz eingeleitet. In der Siedlung stießen die Beamten außerdem auf einen Bereich, in dem illegale Hahnenkämpfe abgehalten wurden.
Zweiter Einsatz in Los Vivitos binnen eines Jahres
Es war der zweite Einsatz der Sicherheitskräfte in der Region auf Teneriffa. Zuvor war Los Vivitos im August 2025 durchsucht worden. Die Siedlung steht auf landwirtschaftlichem, nicht für die Bebauung freigegebenem Boden in der Zone Malpaso und ist von der Südautobahn TF-1 aus gut sichtbar. Nach Angaben der Stadtverwaltung leben dort rund 250 Menschen in mehr als 47 Familieneinheiten.
Die Bewohner sollen nach jetzigem Stand nicht vertrieben werden. Zunächst gehe es um die Identifizierung. Zuvor hatte die Stadtverwaltung eine eigene Zählung von Tür zu Tür durchgeführt. Sie hält mehr als 100 Verfahren zur Wiederherstellung der städtebaulichen Rechtmäßigkeit offen, von denen 96 Prozent bereits den Betroffenen zugestellt sind.
Anfang Juli hatten die Stadtverwaltung von Arona und die Caritas von Teneriffa einen Bericht vorgestellt. Danach besetzen schätzungsweise 4000 Menschen auf einem 30 Kilometer langen Streifen von Los Abrigos bis La Caleta Brachland, Schluchten und Höhlen mit Zelten, Wohnwagen und Behelfsbauten. Nach Darstellung der Kommunalpolitik sind die meisten dieser Bewohner Europäer, die eine alternative Lebensweise suchen.
Einsatz auf Teneriffa: Ausweitung auf weitere Siedlungen geplant
Seit Monaten verlangen die Bürgermeister und Stadträte von Arona, Adeje, Granadilla, San Miguel und Santiago del Teide von Inselverwaltung, Regionalregierung und Staat dringende Unterstützung. Die Stadtverwaltung von Arona begründet ihr eigenständiges Vorgehen mit der Untätigkeit der zuständigen staatlichen Behörden und der Regierung der Kanarischen Inseln.
Neue Ausbreitungspunkte illegaler Siedlungen registrierten die Behörden bereits in Guía de Isora und Vilaflor. Im Süden Teneriffas gehören etwa Camino de la Virgen, Llano Blanco, Lomo Negro, Los Migueles, Montaña de Guaza und La Mareta zu den bekannten Siedlungen. Der Großeinsatz soll in den kommenden Wochen auf weitere betroffene Bereiche ausgeweitet werden.
















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