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Mittwoch, 9. September 2026
Gran Canaria

Gran Canaria: Müllabfuhr kündigt unbefristeten Streik an

Im Südosten Gran Canarias droht ein unbefristeter Streik der Müllabfuhr. Hintergrund sind nicht eingehaltene Versprechen. Die Müllwerker wollen in der Bevölkerung für Verständnis werben.
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  • Die Müllabfuhr im Südosten Gran Canarias hat einen unbefristeten Streik in den Gemeinden Ingenio, Agüimes und Santa Lucía angekündigt.
  • Die Belegschaft beklagt seit mehr als sechs Jahren eingefrorene Löhne und beziffert ihren Kaufkraftverlust auf mehr als 21 Prozent.
  • Die Müllwerker starten eine Informationskampagne, um bei den Anwohnern um Verständnis für den Streik zu werben.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Die Müllabfuhr im Südosten Gran Canarias hat einen unbefristeten Streik angekündigt. Die Arbeitnehmer-Vertreter haben ihre Warnung direkt an das Unternehmen «AZ Servicios Urbanos y Medio Ambiente» (Azsuma) gerichtet. Ebenso wurde der zuständige Gemeindeverband gewarnt.

In der Warnung heißt es: Solange konkrete und wirksame Schritte zur Lösung der Arbeitssituation ausbleiben, gebe es keine Alternative zu einer Arbeitsniederlegung. Von dem Streik betroffen wären die Gemeinden Ingenio, Agüimes und Santa Lucía.

Streikpläne gibt es bereits seit einer Debatte am 21. Mai. Die Belegschaft wirft Azsuma vor, dabei die zuvor zugesagten Verpflichtungen abmoderiert zu haben. Das Unternehmen habe mitgeteilt, keine Vereinbarungen zu akzeptieren, die den Dienst auch nur um einen Euro teurer machten. Einen eigenen konkreten Vorschlag für die Müllwerker legte das Unternehmen bei dem Termin jedoch nicht vor, hieß es.

Gran Canaria: Löhne der Müllabfuhr seit mehr als sechs Jahren eingefroren

Die Belegschaft beziffert ihren Kaufkraftverlust auf mehr als 21 Prozent. Diese Zahl stammt aus einem juristischen Gutachten, das Azsuma selbst erstellen ließ. Die Lebenshaltungskosten stiegen nach Angaben der Arbeitnehmervertretung in den vergangenen Jahren um rund 35 Prozent. Laut dem Statistikamt ISTAC legten die Verbraucherpreise auf den Kanaren allein im Juli um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.



Dies liege unter anderem am Alter des Tarifvertrags. Dieser wurde vor mehr als sechs Jahren ausgehandelt und sei nach Darstellung der Arbeitnehmervertretung nicht mehr gültig. Die Gehälter seien entsprechend lang nicht angepasst worden und es stehe bald bereits das achte Jahr ohne reale Anpassung bevor, hieß es.

Der Konflikt reicht bereits bis ins Jahr 2020 zurück. Damals stimmten die Beschäftigten auf Verlangen des Gemeindeverbands einem Einfrieren ihrer Rechte zu. Hintergrund war ein Wechsel zu einem neuen Konzessionär. Um diesen zu erleichtern, stimmten die Beschäftigten zu. Zugesagt worden sei jedoch, eine spätere Anpassung vorzunehmen. Azsuma übernahm den Dienst im Juli 2023 in Kenntnis dieser Vorgeschichte. Seither wurden jedoch keine Lohnerhöhungen vorgenommen.

Streik: Müllwerker auf Gran Canaria wollen Bevölkerung beschwichtigen

Die Müllwerker wollen in den kommenden Tagen eine Informationskampagne für die Anwohner der drei von einem Streik potenziell betroffenen Gemeinden anbieten. Auf diesem Weg sollen die Gründe des Konflikts erläutert werden. Die Müllwerker wollen ihre Arbeitsbedingungen darlegen und so um Verständnis innerhalb der Bevölkerung werben.

Der Dienst umfasst die Sammlung von Hausmüll, Plastik, Karton und Sperrmüll. Die Arbeitnehmervertretung fordert die politisch Verantwortlichen von Ingenio, Agüimes und Santa Lucía sowie den Geschäftsführer des Gemeindeverbands dazu auf, das gegebene Versprechen zu einem Ende der Rechte-Blockierung einzulösen und die Löhne endlich anzupassen.

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