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Sonntag, 19. Juli 2026
Kanaren

Mit Daten und KI: Kanaren sagen Müll im Meer den Kampf an

Mit Daten wollen die Kanaren ihre Küsten und Strände erfassen. Das Ziel: Wirksame Maßnahmen für den Schutz der Meere abzuleiten.

Gegen den Müll im Meer gehen die Kanarischen Inseln jetzt in großem Stil vor. Ein eigenes Programm hat die Kanaren-Regierung dafür auf die Beine gestellt, federführend ist das Regionalministerium für ökologische Transformation und Energie. Ziel ist, die Verschmutzung der Küsten systematisch zu untersuchen.

Hinter dem Vorhaben steckt der Gedanke, dass eine wirksame Umweltpolitik nur auf belastbaren Daten fußen kann. Pragmatisch und zugleich ehrgeizig fällt der Ansatz aus: An 30 Stränden auf sämtlichen Kanaren-Inseln soll regelmäßig erhoben werden, was dort angespült wird, und sogar entlegene Ecken wie das kleine Eiland Alegranza gehören dazu.

Los geht es im April, danach laufen die Erhebungen das gesamte Jahr über weiter. Auf diese Weise will man nachvollziehbar machen, wie sich Menge und Zusammensetzung des Mülls an den Küsten der Kanarischen Inseln mit der Zeit verändern. So ist das System gedacht:

So wollen die Kanaren Meer und Strände von Müll befreien

Es bleibt nicht beim bloßen Abzählen der Abfälle. Die Fachleute wollen auch wissen, um welche Arten von Müll es sich handelt und woher dieser stammt. Aus der Auswertung sollen sich Muster ablesen lassen, etwa ob bestimmte Materialien besonders häufig angespült werden oder ob es regionale Unterschiede gibt. Daraus lassen sich nach Angaben des Projekts gezielte Maßnahmen ableiten, mit denen sich die Abfall-Belastung auf lange Sicht senken lässt.



Ein wichtiger Schritt nach vorn ist, dass die Datenerhebung vereinheitlicht wird. Vergleichbare Standards fehlten bisher, und das machte eine übergreifende Bewertung schwierig. Die neue Methodik richtet sich nun nach europäischen Vorgaben. Damit lassen sich die Ergebnisse nicht allein innerhalb der Inselgruppe gegenüberstellen, sondern auch mit anderen Regionen.

Umgesetzt wird das Ganze technisch zusammen mit dem Technologiezentrum für Meereswissenschaften und der Spanischen Gesellschaft für Ornithologie. Beide bringen ihr wissenschaftliches Know-how ein und sollen dafür sorgen, dass die Datenerhebung internationalen Anforderungen standhält.

Das Vorhaben ist Teil des europäischen Projekts CIRCULAROCEAN, das wiederum zu einem größeren Förderprogramm gehört und mit Finanzmitteln der EU unterstützt wird. Gemeinsam soll dieses internationale Netzwerk Lösungen gegen die wachsende Verschmutzung der Meere erarbeiten.

Internationale Teams wollen Meeres-Müll den Kampf ansagen

Wie das Regionalministerium hervorhebt, geht es nicht allein darum, Müll wegzuräumen. Gemeint ist ein grundlegender Wandel, hin zu einer Kreislaufwirtschaft im Umfeld des Meeres.

Werden Wissen und Methoden geteilt, soll mit der Zeit ein System entstehen, das Abfälle vermeidet, Ressourcen schont und Ökosysteme schützt. Erstmals biete die neue Datengrundlage die Möglichkeit, an den Ursachen anzusetzen, statt bloß die Symptome zu bekämpfen, heißt es aus dem Programm.

Quellen
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