Die Kanarischen Inseln starten einen umfassenden Anlauf im Kampf gegen Müll im Meer. Unter der Leitung des Regionalministeriums für ökologische Transformation und Energie hat die Kanaren-Regierung ein entsprechendes Programm ins Leben gerufen. Es soll die Verschmutzung der Küsten systematisch untersuchen.
Im Zentrum des neuen Projekts steht die Erkenntnis, dass nur belastbare Daten eine Grundlage für wirksame Umweltpolitik bieten können. Der Ansatz ist ebenso pragmatisch wie ambitioniert: 30 Strände auf allen Kanaren-Inseln sollen regelmäßig untersucht werden, darunter auch abgelegene Gebiete wie die kleine Insel Alegranza.
Die Erhebungen beginnen im April und werden über das gesamte Jahr hinweg fortgeführt. Es soll sichtbar gemacht werden, wie sich die Menge und Zusammensetzung des Mülls an den Küsten der Kanarischen Inseln im Laufe der Zeit verändert. Und so soll das System funktionieren:
So wollen die Kanaren Meer und Strände von Müll befreien
Die Erhebungen sollen nicht nur stumpf die Mengen an Abfällen verzeichnen, sondern auch die Frage klären, um welche Arten von Müll es sich handelt und woher dieser stammt. Die Auswertung soll Muster aufzeigen, etwa ob bestimmte Materialien bevorzugt angespült werden oder ob es regionale Unterschiede gibt. Daraus lassen sich laut Projekt gezielte Maßnahmen ableiten, um die Abfall-Belastung langfristig zu verringern.
Ein entscheidender Fortschritt liegt in der Vereinheitlichung der Datenerhebung. Bislang fehlte es an vergleichbaren Standards, was eine übergreifende Bewertung erschwerte. Mit der neuen Methodik orientiert sich das Programm an europäischen Vorgaben. Dadurch wird es möglich, die Ergebnisse nicht nur innerhalb der Inselgruppe zu vergleichen, sondern auch mit anderen Regionen.
Die technische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Technologiezentrum für Meereswissenschaften und der Spanischen Gesellschaft für Ornithologie. Beide Organisationen sollen ihre wissenschaftliche Expertise einbringen und sicherstellen, dass die Datenerhebung internationalen Anforderungen genügt.
Eingebettet ist das Vorhaben in das europäische Projekt CIRCULAROCEAN, das Teil eines größeren Förderprogramms ist und durch Finanzmittel der EU unterstützt wird. Das internationale Netzwerk soll gemeinsam Lösungen gegen die zunehmende Verschmutzung der Meere entwickeln.
Internationale Teams wollen Meeres-Müll den Kampf ansagen
Wie das Regionalministerium betont, geht es dabei nicht nur um die Beseitigung von Müll, sondern um einen grundlegenden Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft im Meeresumfeld.
Durch den Austausch von Wissen und Methoden soll langfristig ein System entstehen, das Abfälle vermeidet, Ressourcen schont und Ökosysteme schützt. Nach Angaben des Programms liefert die neue Datengrundlage erstmals die Möglichkeit, gezielt auf Ursachen zu reagieren, statt nur Symptome zu bekämpfen.














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Mit Daten und KI: Kanaren sagen Müll im Meer den Kampf an
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