Drei Warnstufen nutzt die staatliche Wetterbehörde Aemet, um vor gefährlichen Küstenphänomenen zu warnen: Gelb, Orange und Rot. Wer hier an eine Verkehrsampel denkt, liegt allerdings falsch, und genau das wissen viele Besucher nicht. Gelb steht eben nicht für „noch okay“, sondern signalisiert, dass Gefahr durchaus möglich ist.
Wie ernst das gemeint ist, zeigt sich an den Nordküsten der Kanarischen Inseln. Dort geht eine gelbe Warnung oft mit einer Atlantikdünung von vier bis fünf Metern einher, und das sind Verhältnisse, die selbst geübten Rettungskräften alles abverlangen.
Touristen lesen diese Warnungen jedoch anders, sofern sie überhaupt einen Blick darauf werfen. Wer aus dem Mittelmeerraum oder aus dem Binnenland anreist, denkt bei der Stufe Gelb meist an maßvolle Vorsicht. An der Atlantikküste sieht die Wirklichkeit aber völlig anders aus:
Warnstufe Gelb ist auf den Kanaren ernstzunehmen
In der langen Dünung steckt eine gewaltige Energie, die sich in vereinzelten, deutlich höheren Kaventsmännern entlädt. Solche Wellen laufen oft ohne erkennbare Vorwarnung auf die Küste zu und reißen Menschen von Piers, Felsen oder flachen Uferbereichen ins Meer.
Weil sie offen zum Atlantik liegen, sind die Nordküsten der Kanaren besonders exponiert. Ungebremst läuft die Atlantikdünung hier gegen die Steilküsten, und die Topografie verstärkt die Kraft einzelner Wellen noch zusätzlich. Auch an Tagen, die optisch ruhig daherkommen, kann eine einzelne Welle weit über dem Durchschnitt liegen. Für viele Gäste ist diese Dynamik ungewohnt und nur schwer einzuschätzen.
Bei entsprechender Wetterlage handeln die Gemeinden regelmäßig und sperren gefährdete Stellen wie Piers, Naturpools oder Küstenwege ab. Es geht dabei nicht darum, Touristen zu gängeln, sondern um reine Sicherheitsvorkehrungen, denn einzelne Kaventsmänner bleiben selbst an scheinbar ruhigen Tagen unberechenbar.
Besonders Touristen unterschätzen die Wellen vor den Kanaren
Zu vielen Unfällen kommt es, weil Menschen Absperrungen ignorieren und die Gefahr nicht ernst nehmen. Orientierung wollen die Warnstufen bieten, die eigene Vorsicht ersetzen sie aber nicht. An den Nordküsten der Kanarischen Inseln gilt deshalb ganz besonders: Schon Gelb heißt, dass die See unberechenbar sein kann.
Wer die Absperrungen respektiert und die Warnhinweise ernst nimmt, senkt sein Risiko deutlich. Wer sie dagegen missachtet und die Gefahr unterschätzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch die Rettungskräfte.
















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