Alles fing mit einem besonders plakativen Graffito an. Mit der Zeit kamen mehr und mehr solcher Schmierereien zusammen. Wir möchten eine Karte für die Kanarischen Inseln erstellen, auf der die Orte gesammelt werden, in denen es touristenfeindliche Parolen gibt. Dazu benötigen wir Ihre Hilfe!
Unsere Karte (unten) soll alle Punkte enthalten, in denen es offene Tourismusfeindlichkeit gibt. Dabei geht es um Parolen aller Art. Unsere Redaktion erreichen regelmäßig Beispiele. Wir möchten diese ab sofort sammeln und zeigen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie uns den genauen Ort nennen und dazu ein Foto senden. Ein Schnappschuss mit dem Handy genügt.
Unsere Karte hat zum Start wenige Einträge. Und das soll sich ändern. So wird sichtbar, wo besonders offen gegen Urlauber und Touristen protestiert wird – und in welchem Maße:
Karte der Tourismus-Ablehnung auf den Kanaren
Die Karte sehen Sie nachfolgend. Darunter folgen weitere Informationen für Ihre Teilnahme:
Damit auch Ihre Einsendung aufgenommen werden kann, benötigen wir die Zusicherung, dass es sich um Ihr Foto handelt und Sie uns die Rechte zur Veröffentlichung einräumen. Bitte nennen Sie uns zudem Ihren Namen für den Fotografen-Hinweis und den genauen Ort der Aufnahme. Wichtig: Wir können nur vollständige Einsendungen berücksichtigen.
Warum sammelt Teneriffa News diese Orte und Parolen?
Unsere Redaktion erhält regelmäßig Hinweise auf und Anfragen zum Thema. Viele davon sind mit der Frage verbunden, ob es Regionen gibt, in denen Kanaren-Touristen besonders wenig willkommen sind. Auch geht es darum, ob alles nur aufgebauscht wird. Wir möchten genau das herausfinden. Damit endet das Orakeln. Weg von Meinungen, hin zu Fakten. Das ist der Kern des Journalismus, für den wir stehen.
Wie entstanden die Tourismus-Proteste auf den Kanaren?
Die ersten Zwischenfälle liegen bereits viele Monate zurück. Seit Ende der weltweiten Krise haben mehr Menschen ihren Lebensmittelpunkt in warme Gefilde verlagert. Die Kanaren sind für Mitteleuropäer aufgrund ihres Klimas bei zugleich geringer Flugzeit zur idealen Wahlheimat geworden.
Die Gesetze der Marktwirtschaft haben durch die steigende Nachfrage sukzessive zu höheren Mietpreisen geführt. Eine politische Mietpreisbremse bei zugleich unregulierter Ferienvermietung sorgte dann für zunehmend mehr Umwidmungen. Der immer knapper werdende Mietmarkt ließ die Preise weiter steigen.
Einheimische bekamen zunehmend Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Das führt zu Gentrifizierung. Bis schließlich erste Tourismus-Proteste erfolgten. Anfangs fanden diese großen Zulauf. Inzwischen kehren mehr Menschen der Bewegung den Rücken – auch da die Parolen immer plakativer und provokanter wurden. Und da der Tourismus auf der anderen Seite zu einer der geringsten Arbeitslosenquoten seit Jahrzehnten führt.
Anti-Tourismus-Parolen auf den Kanaren: Wie können Sie helfen?
Trotz der positiven Entwicklungen in vielen Bereichen der Kanaren bleiben die Parolen an vielen Stellen der bestehen. Wir sammeln diese nun in unserer Karte oben sowie nachfolgend im Bild.
Machen Sie jetzt hier mit, indem Sie uns Ihr Foto senden! Wir können nur vollständige Einsendungen berücksichtigen. Bitte nennen Sie uns daher Ihren Namen für den Fotografen-Hinweis sowie den genauen Ort, an der die Aufnahme entstanden ist. Nachfolgend sehen Sie die ersten Einsendungen:
Sehen Sie jetzt:
Fotos: Anti-Tourismus-Parolen auf den Kanaren![]()














Leserkommentare zu:
Sie sind gefragt: Wo gibt es Touristenfeindlichkeit auf den Kanaren?
Ich bin auch der Meinung, dass es eher Politikversagen ist, wenn sich die Elite hier auf der Insel ganz easy einkauft und dafür sorgt, dass die Einheimische Bevölkerung in der ärmsten Autonomie Spaniens ihrer Lebensgrundlage beraubt wird. Wenn ich Wohnungssuchen lese von Internetnomaden, die locker bis 2000 Euro Monatsmiete bezahlen können, dann sieht man doch klar und deutlich, wo das Problem wirklich steckt. Die Vermieter können dicke Mieten einstreichen und es kümmert sie nicht, dass die Einheimischen hier mit einem Stundenlohn von 6 bis 8 Euro leben und wohnen müssen.
Dem kann ich nur zustimmen. Ein weiteres Problemist Aitbnb, die Mietwohnungen vom Markt nehmen und womit sich auch Spanier die Taschen füllen. Airbnb ist ja in jeder Stadt, die touristisch interessant ist, ein Problem. Wir waren schon dutzende Male auf den Kanaren und haben noch nie Touristenfeindlichkeit erlebt. Das nur nebenbei erwähnt.
Liebe Redaktion, es war voraussehbar, welche Reaktionen dieses Thema bringen würde. Ihre Intention in Ehren, aber was sind Sinn und Ziel und was geschieht mit dem Ergebnis? Zumal wir alle wissen, wer aus welcher Altersklasse gerne mal einen Spruch „raushaut“. Manchmal gesprochen, manchmal gesprüht, geschrieben. Das wird auf den Kanaren nicht anders sein. Aber genau das wird nicht recherchiert und bewertet, obwohl es nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun hat, sondern eher mit Gedankenlosigkeit.
Eine weitaus sinnvollere Recherche wäre, nachzuschauen, wieviele Wohnungen/Häuser diese superreiche Inselregion für ihre Einheimischen in den letzten 20 Jahren gebaut und an sie vermietet hat. Dagegen sollte man die Zahlen setzen, wieviele Privatvillenbauten, Immobilienkäufe durch Nicht-Einheimische genehmigt wurden und welche Summen dadurch an den Staat, bzw. die Privatschatulle der Verantwortlichen gegangen sind. Gegen diesen Personen- und Politikkreis sollten Sie sich positionieren!
Ihre Recherche bedeutet aus meiner Sicht einen Affront für jeden Kanadier. Glauben Sie wirklich, irgendeinem Personenkreis damit einen Gefallen zu tun? Im Gegenteil, die Politiker klatschen in die Hände, lenkt es doch vom eigenen Versagen ab. Sie werden ihr Verhalten nicht ändern, aber dafür die nächste verlogene Umweltschutzmaßnahme ins Leben rufen, da sie massenhaft Geld einspielt, das garantiert wieder nicht den Einheimischen zugute kommt!
In Deutschland kassiert uns der Staat in ähnlich Weise ab, aber hier gibt’s sogar für Flüchtlinge staatlich finanzierten Wohnraum und viele andere Zuwendungen darüber hinaus. Und was erlebt man auf kanarischer Seite? Tatenlosigkeit, Ignoranz gegenüber der eigenen Bevölkerung! Und genau daher rührt das Problem!
Lieber Ralf,
haben Sie vielen Dank für Ihre Meinung. Da Sie konkrete Fragen stellen und Forderungen an uns absetzen, antworten wir gern auf diesem Weg:
Welche Motivation hinter diesen Schmierereien steckt, ist spekulativ. Wir bewerten, was die Organisationen der Proteste sagen. Wir können nicht bewerten, was sich Menschen beim Sprühen und Aufkleben möglicherweise gedacht haben könnten. Der Blick auf Organisation und Proteste zeigt zudem unterschiedliche Altersgruppen. Dies auf eine Altersgruppe zu beziehen, die gern mal „einen Spruch raushaut“, verbietet sich daher ebenso.
Warum wir diese Sammlung gestartet haben, steht im Text und wurde dazu im Newsletter nochmals ausführlicher thematisiert. Der Hinweis auf andere Probleme wird als „Whataboutism“ bezeichnet. Wer ein Problem wegwischt, weil ein anderes aus der persönlichen Sicht wichtiger erscheint, stellt sich über das beschriebene Problem. Über etwas zu berichten, bedeutet nicht, dass etwas anderes nicht berichtenswert ist. Es bedeutet für den Moment lediglich, dass sich grade diesem Thema gewidmet wurde. Die von Ihnen stattdessen geforderte Berichterstattung hat längst stattgefunden. Mehrfach. Und sie wird weiterhin stattfinden. Nur eines von vielen Beispielen dazu finden Sie hier: „Nur 2% geschafft: Kanaren-Politik versagt beim Wohnungsbau komplett“ (https://www.teneriffa-news.com/news/kanaren/nur-2-geschafft-kanaren-politik-versagt-beim-wohnungsbau-komplett_1449271.html)
Wir glauben zudem nicht, jemandem „einen Gefallen“ zu tun. Journalismus bedeutet, zu sagen, was ist. Er bedeutet im Regelfall nicht, zu sagen, was schön wäre. Diese Transferleistung muss/kann/darf jeder Leser, jede Leserin selbst erbringen. Wir berichten, Sie interpretieren. Und diese Interpretationen dürfen unterschiedlich ausfallen. Denn unser Job endet genau an der Grenze, an der alle Fakten benannt sind. Sie sehen es hier in dieser Thematik: Wir legen die Fakten offen, in unserer Leserschaft sorgt das für unterschiedliche Reaktionen, da die Fakten unterschiedlich bewertet werden. Das liegt an Blickwinkeln, Sozialisation, eigenen Erfahrungen, politischer Prägung und vielem mehr. Entsprechend war es auch nicht voraussehbar, welche Reaktionen dies auslösen würde. Denn die Reaktionen sind breit gestreut.
Den Vergleich zur deutschen Migrationspolitik können wir bei dieser Thematik weder nachvollziehen noch kommentieren.
Wir danken Ihnen für Ihre Meinung, die wir selbstverständlich ebenso akzeptieren wie die gegenläufigen. Und wir hoffen, die aufgeworfenen Fragen hinlänglich beantwortet zu haben.
Viele Grüße sendet Ihnen
Ihr Teneriffa-News-Team
Ich verstehe den Grund für diese Sammlung nicht. Sollen damit weitere Touristen abgeschreckt werden und nicht in die „betroffenen“ Gebiete fahren? Wir als Vermieter haben öfter ähnliche feindliche Zettel in unseren Briefkästen und ich verstehe die Sorge der Kanarios auch gut.
Lieber Ingolf, uns erreichen regelmäßig Anfragen zum Thema. Auch konkret verbunden mit der Frage, ob es Regionen gibt, in denen Touristen besonders wenig willkommen sind. Oder ob alles nur aufgebauscht wird. Wir möchten genau das herausfinden. Damit endet das Orakeln. Weg von Meinungen, hin zu Fakten. Das ist der Kern des Journalismus.
Diese Funktion ist unseren Mitgliedern vorbehalten. Hier finden Sie unsere Angebote.