64 Millionen Euro Strafe hat das spanische Verbraucherschutzministerium gegen Airbnb verhängt. Die Plattform unternehme nicht genug, um illegale Inserate auf spanischem Boden zu löschen, heißt es in der Begründung. Ein genauer Blick auf die unerlaubt vermieteten Wohnungen und Häuser birgt spannende Einblicke.
So befinden sich 20 Prozent aller in Spanien illegal über Airbnb vermieteten Wohnungen auf den Kanarischen Inseln. Knapp 13 Millionen Euro der Strafe werden somit durch unerlaubte Inserate auf den Kanaren generiert.
Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln hatte bereits früh im Prozess hin zu mehr legaler Vermietung mit Booking und Airbnb kooperiert. Dennoch genügen dem Verbraucherschutzministerium die Anstrengungen der Plattformen nicht. Insbesondere aufgrund des Drucks durch hohe Unzufriedenheit vieler Einheimischer wegen steigender Mieten will die Zentralregierung in Madrid den Druck auf die Anbieter erhöhen.
Airbnb und die illegale Vermietung auf den Kanaren
Spanienweit wurden laut Ministerium rund 65.000 illegale Inserate gezählt. Davon befinden sich demnach 12.728 auf den Kanarischen Inseln. Mit rund 20 Prozent gehören die Kanaren somit zu den beliebtesten Regionen für unerlaubte Ferienvermietung.
Die fälschlichen Inserate teilen sich auf 59.229 Unterkünfte ohne Lizenz und 5769 mit gefälschter Registrierungsnummer auf. Auf die Kanaren entfallen davon 12.486 ohne und 242 mit falscher Lizenz. Beides gilt in Spanien als schwerwiegender Verstoß gegen das Ferienvermietungsgesetz.
Eine beim Verbraucherschutzministerium eingereichte Berufung wurde abgelehnt, womit die Millionenstrafe bindend ist. Neben der Strafzahlung muss Airbnb nun auch dafür sorgen, dass unrechtmäßige Inserate umgehend verschwinden.
Auf den Kanarischen Inseln gab es viel Zustimmung für die Millionenstrafe. Insbesondere Verbraucherschützer begrüßen das harte Durchgreifen des spanischen Staats. Dieser war unter Druck geraten, nachdem viele Einwohner des Landes steigende Mieten auf Umwidmung von Wohnraum zu wirtschaftlich oft interessanterer Ferienvermietung zurückführten.
Dem stehen Interessenverbände gegenüber, die insbesondere Vermieter mit ein bis zwei Objekten schützen möchten. Diese hätten sich die Immobilien oft hart erarbeitet und würden nun daran gehindert, mit ihren Wohnungen Geld zu verdienen.
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Trotz Kanaren-Kooperation: Millionenstrafe gegen Airbnb![]()












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Jede fünfte illegale Airbnb-Wohnung steht auf den Kanaren
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