Die Zahl der touristischen Übernachtungen auf den Kanaren ist im September überraschend zurückgegangen. Zwar stieg die Zahl der Touristen erneut, die Aufenthaltsdauer sank jedoch.
Laut Statistikinstitut der Kanarischen Inseln, ISTAC, wurden 7,95 Millionen Übernachtungen gezählt – und damit etwa 0,55 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Mit Blick auf die absolute Zahl angekommener Urlauber gilt das als bemerkenswert.
86 Prozent aller Urlauber stammten im September aus dem Ausland. Unter den Besuchern aus anderen Ländern sank die Zahl der Übernachtungen um 0,56 Prozent. Bei spanischen Besuchern auf den Kanaren wurde ein Minus von 0,53 Prozent erreicht. Und das hat Gründe:
Mehr Besucher bleiben kürzer auf den Kanaren
Die Zahl der Reisenden stieg unterdessen um1,7 Prozent auf 1,13 Millionen Touristen. Damit erreichten die Hotels und Ferienwohnungen auf den Kanaren eine Auslastung von mehr als 83 Prozent.
Entsprechend stiegen auch die Einnahmen: Etwa vier Prozent mehr Umsatz wurden in touristischen Unterkünften aller Art generiert. Laut ISTAC ergab das fast 451 Millionen Euro.
Kanaren-Tourismus bleibt Motor für Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Durchschnittlich gaben Urlauber 115,77 Euro pro belegtem Zimmer aus. Der deutlich relevantere Wert ist hingegen der Durchschnittspreis pro verfügbarem Zimmer. Dieser RevPAR genannte Wert erreichte im September 96,48 Euro.
Die Kanaren verfügten im September über 1292 registrierte Tourismusbetriebe. Darin wurden 72.974 Personen beschäftigt. Damit gab es pro 100 Touristen etwa 6,5 Beschäftigte auf den Kanaren. Trotz des Rückgangs gilt der Tourismus weiterhin als wichtigster Wirtschaftsmotor der Kanaren und Treiber am Arbeitsmarkt.
Kurzer Kanaren-Urlaub: Die Tricks der Reiseanbieter
Dass die Zahl der Übernachtungen sank und der Umsatz pro Kopf dennoch stieg, wird gleichermaßen auf die Teuerungsrate für Kanaren-Urlaub zurückgeführt, der im EU-Vergleich dennoch weiterhin als erschwinglich gilt.
Einige Anbieter kürzen die Reisedauer allerdings auch, um weiterhin auf den ersten Blick vergleichsweise erschwingliche Pauschalreisen anbieten zu können. Die Buchung solcher Angebote steigert weiterhin die Touristen-Zahlen und durch steigende Preise an verschiedenen Stellen rund um den Urlaub auch deren Ausgaben, dennoch sinkt sukzessive die Durchschnittsdauer ihres Aufenthalts.
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