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Mehr als eine Zahl: Was Armut auf den Kanaren wirklich bedeutet

Die Armut auf den Kanaren steigt. Ein Bericht setzt die Zahlen ins Verhältnis. Das bedeutet es wirklich, auf den Kanarischen Inseln arm zu sein.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • 14,5 Prozent der Kanaren-Bewohner (327.515) können sich nicht einmal ein Sandwich in einer Bar leisten – höchste Armutsrate in Spanien.
  • Jeder Dritte auf den Kanaren war 2024 von Armut bedroht, jeder Zweite konnte unerwartete Ausgaben nicht mehr stemmen.
  • Trotz gestiegenem Durchschnittseinkommen verschärft sich die soziale Spaltung – besonders Frauen und Minderjährige sind betroffen.
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Armut bedeutet auf den Kanaren für immer mehr Menschen eine Abwärtsspirale. Wer Schwierigkeiten damit hat, über die Runden zu kommen, wird von der sinkenden Kaufkraft der vergangenen Jahre an den Boden der Gesellschaft gedrückt.

Der jüngste europäische Bericht des Netzwerks zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung liefert nicht nur Zahlen, sondern setzt sie ins Verhältnis. So wird greifbar, was Armut auf den Kanarischen Inseln wirklich bedeutet.

Der Bericht spricht davon, dass etwa 14,5 Prozent der Menschen nicht auswärts essen gehen können. Damit sind keine teuren Restaurantbesuche gemeint. Was nach einer kleinen Zahl vom Rand der Gesellschaft klingt, bedeutet: 327.515 Menschen auf den Kanaren könnten nicht mal ein Sandwich in einer Bar bezahlen.

Die Armut steigt auf den Kanaren

Damit ist der Prozentsatz der von Armut betroffenen Menschen auf den Kanarischen Inseln höher als überall sonst in Spanien. Es folgt Andalusien mit 11,8 Prozent. In La Rioja sind es fast zehn Prozentpunkte weniger.

Im Jahr 2024 war auf den Kanaren jeder Dritte von Armut bedroht. 65 Prozent der Menschen hatte Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Jeder Zweite war nicht mehr dazu in der Lage, unerwartete Ausgaben aufzubringen.

Während Essengehen für viele ein Luxus ist, können knapp 233.000 Kanarios aus finanziellen Gründen nicht einmal zu Hause regelmäßig Fleisch oder Fisch zubereiten. Das ist jeder Zehnte. Am stärksten betroffen sind weiterhin Frauen und Minderjährige.

Durchschnittseinkommen auf den Kanaren steigt

Es gibt auch gute Nachrichten: Denn das Durchschnittseinkommen auf den Kanaren ist im Vorjahresvergleich um fast zehn Prozent gestiegen. Auch die Armutsquote lag nach der großen Rezession von 2008 höher als heute.

Die schlechte Nachricht lautet jedoch, dass abgehängte Menschen besonders auf den Kanaren heute deutlich größere Schwierigkeiten haben, die Abwärtsspirale zu verlassen. Das zeigt nicht zuletzt der Blick auf die steigende Obdachlosigkeit.


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Über den Autor

Mehr als eine Zahl: Was Armut auf den Kanaren wirklich bedeutet

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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