Eine wirklich stattliche Erscheinung gibt die Kanarische Dogge ab, die unter ihrem spanischen Namen Perro de Presa Canario läuft und im Volksmund schlicht „Dogo Canario“ heißt. Schon der Name verrät die Herkunft: Diese Hunderasse stammt von den Kanarischen Inseln. Wofür sie bekannt ist, schauen wir uns genauer an.
Dogo Canario: Alles Infos zur Kanaren-Dogge
Kraft, Mut und ein ausgeglichenes Wesen sind die Eigenschaften, für die man die Kanaren-Dogge vor allem kennt. Gezüchtet wurde der Hund ursprünglich als Arbeitstier in der Landwirtschaft, wo auch das Bewachen von Weide-Vieh zu seinen Aufgaben zählte. Gutmütig und gleichzeitig wachsam, so zeigen sich diese Hunde dementsprechend.
Hinter dem Dogo Canario liegt eine bewegte Geschichte. Heute hält man ihn als Begleithund, mancherorts auch als Wach- und Schutzhund. Allerdings wird er in einigen Regionen als „Listenhund“ geführt, so etwa in Brandenburg und Bayern.
Dogo Canario: Ursprung & Geschichte
Bis in die Kolonialzeit reicht die Geschichte der Kanarischen Dogge zurück. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Inseln Gran Canaria und Teneriffa, denn dort lebten die so genannten „Presa-Hunde“, die heute als Vorfahren der Kanarischen Dogge gelten.
Große, kräftige Hunde hielt die einheimische Bevölkerung. Als die Spanier während der Kolonialzeit weitere große und kräftige Rassen auf die Kanaren brachten, darunter die spanische Jagdhund-Rasse der Alanos, kreuzte man diese mit den einheimischen Tieren. So entstand eine neue Rasse, die sich durch besondere Kraft, Mut und eine territoriale Veranlagung auszeichnete.
So kam der Dogo Canario zurück
Einen Knick erlebte die Rasse im 19. Jahrhundert, als sie kurzzeitig in Verruf geriet, weil man den Dogo Canario für illegale Hundekämpfe missbrauchte. Erst in den 1970er-Jahren, mit dem offiziellen Verbot der Hundekämpfe, setzte wieder eine gezielte und überwachte Zucht der Kanarischen Dogge ein.
Nach und nach legte die Rasse den Ruf als „Kampfhund“ ab. Die offizielle Anerkennung durch die spanische Rassehunde-Vereinigung folgte 1982. Im Jahr 2001 kam dann die internationale Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI) hinzu, und zwar unter der Bezeichnung „Perro de Presa Canario“.
So sieht der Dogo Canario aus
Mittelgroß bis groß fällt der Dogo Canario aus, dazu sehr kräftig und muskulös gebaut. Bei den Rüden liegt die Widerristhöhe zwischen 60 und 66 Zentimetern, Hündinnen erreichen meist zwischen 56 und 62 Zentimeter. Auch beim Gewicht zeigt sich der Unterschied: Rüden bringen zwischen 50 und 65 Kilogramm auf die Waage, Hündinnen zwischen 40 und 55 Kilo. Kurz, dicht und leicht rau ist das Fell, dessen Farben von gestromt bis schwarztiger reichen.
Ins Auge fällt vor allem der große Kopf, der im Verhältnis zum Körper eher massiv wirkt und durch eine breite, kräftige Schnauze auffällt. Dazu kommt ein kraftvoller Kiefer mit starker Muskulatur. Die Augen sind mittelgroß und leicht oval, während die Ohren normalerweise nah am Kopf anliegen. An der Basis breit, verjüngt sich die Rute zum Ende hin.
Wesen & Verhalten des Dogo Canario
Als ausgeglichen, selbstbewusst und intelligent gilt die Kanaren-Dogge. Ihrem Besitzer ist sie treu ergeben und zeigt ein starkes Schutzverhalten gegenüber dem eigenen Zuhause und den Familienmitgliedern. Im Normalfall sind diese Hunde ruhig und geduldig, dabei aber sehr wachsam und bereit, ihr Rudel im Bedarfsfall zu verteidigen.
Mut und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zeichnen den Dogo Canario aus. Für wenig erfahrene Hundebesitzer ist er deshalb nur bedingt geeignet. Da die Rasse einen natürlichen Schutz- und Territorialinstinkt mitbringt, verlangt ihre Erziehung eine klare Führung und eine konsequente Sozialisation.
Ein guter Wachhund ist der Dogo Canario, der sein Revier selbstständig verteidigt. Gegenüber anderen Hunden und Menschen weist er eine hohe Toleranz auf. Dominantes Verhalten gegenüber anderen Hunden des gleichen Geschlechts lässt sich beim Dogo Canario durchaus beobachten.
Haltung und Pflege der Kanaren-Dogge
Wer einen Dogo Canario hält, muss vor allem Zeit und Auslauf mitbringen. Eine Wohnungshaltung ohne Zugang zu einem Garten ist wegen seiner Größe und seines Bewegungsdrangs nicht empfehlenswert. Die Tiere geben sich zwar eher ruhig, doch um ausgeglichen zu bleiben, benötigen sie regelmäßige und ausgedehnte Spaziergänge sowie eine geistige Auslastung.
Für sportliche Aktivitäten eignet sich diese Rasse besonders gut, etwa zum Wandern oder für Hundesportarten, die Geist und Körper fordern. Aufwendig ist die Pflege des kurzen Fells dagegen nicht. Ein gelegentliches Bürsten genügt, um loses Fell zu entfernen und die Haut gesund zu halten. Daneben sollte man regelmäßig auf die Zahnpflege sowie die Pflege der Ohren und Krallen achten.
Gesundheit und Lebenserwartung des Dogo Canario
Wie bei vielen größeren Rassen bringt auch der Dogo Canario einige mögliche gesundheitliche Themen mit sich: Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) zählen zu den häufigen, genetisch bedingten Problemen dieser Rasse. Regelmäßige Tierarzt-Besuche zur Kontrolle und Früherkennung sind deshalb sinnvoll. Wie bei großen Hunden üblich, fällt die Lebenserwartung der Kanarischen Dogge mit etwa neun bis elf Jahren vergleichsweise eher kurz aus.
Großen Wert auf Gesundheitsuntersuchungen und verantwortungsvolle Zucht legen Züchter, die sich auf den Dogo Canario spezialisiert haben. Auf diese Weise lassen sich genetische Erkrankungen minimieren. Bevor man sich ein Tier anschafft, lohnt sich eine sorgfältige Recherche, um einen seriösen Züchter auszuwählen, der die Elterntiere auf genetische Krankheiten testen lässt.
Äußerst loyal gibt sich der Dogo Canario, der als Begleit- und Wachhund geschätzt wird. Sein Schutzinstinkt, die hohe Intelligenz und die starke Bindung an die Familie machen diese Hunde zu einem zuverlässigen Begleiter für erfahrene Halter. Gerade in der Erziehung verlangen die Tiere eine verantwortungsvolle und erfahrene Führung. Wer diesen Anforderungen gerecht wird, findet in der Kanarischen Dogge einen außergewöhnlich treuen und verlässlichen Hund.
















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