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- Die Zahl der Obdachlosen auf Teneriffa ist innerhalb eines Jahres um 23 Prozent gestiegen und erreicht den höchsten Stand seit fünf Jahren.
- Hauptursachen sind laut Caritas die Wohnungskrise durch Tourismuswohnungen, fehlende Sozialwohnungen und Mängel im Sozialsystem.
- Über 81 Prozent der Betroffenen leben in touristisch geprägten Regionen, etwa 29 Prozent stammen aus dem Ausland.
Deutlich mehr Menschen leben auf Teneriffa „in extremer Wohnungsnot“. So benennt die Caritas auf der größten Kanaren-Insel das Problem. Es habe „inzwischen strukturelle Ausmaße angenommen“, heißt es.
Teneriffa hat die höchste Zahl von Wohnungsnot betroffener Menschen seit fünf Jahren erreicht. Allein seit dem Vorjahr stieg der Wert um 23 Prozent an. Das geht ebenso aus dem „Bericht über extreme Wohnausgrenzung“ hervor. Dieser wird im Auftrag der Insel-Verwaltung vom Institut für Sozial- und Gesundheitsfürsorge (IASS) herausgegeben.
Demnach ist Obdachlosigkeit auf den Kanaren und speziell auf Teneriffa ein enorm gestiegenes Problem, das direkt auf die Wohnkrise, gestiegenen Tourismus und Einwanderung aus anderen EU-Ländern sowie aus Amerika zurückzuführen sei. Doch das ist nicht alles:
Kanaren: „Das Sozialsystem versagt“
Laut Bericht versage auch das Sozialsystem. Es weise erhebliche Mängel auf, die den Fall in die Obdachlosigkeit normalerweise abfedern sollten. So warnt die Caritas, dass die soziale Krise „in unserer Provinz strukturelle Ausmaße“ annehme.
In dem Bericht werden alle Formen behandelt. Angefangen von Ghettoisierung über provisorische Siedlungen, wie Caravan-Dörfer (mehr dazu hier), bis hin zu Notunterkünften und Obdachlosigkeit.
Nach Regionen verteilt sich diese auf mehrere Teile Teneriffas. In der Hauptstadt Santa Cruz ist die Herausforderung am größten. Dort leben 37,1 Prozent der Wohnungslosen. Es folgt Arona mit 10,8 Prozent. In Adeje und Puerto de la Cruz leben jeweils 9,5 Prozent der Obdachlosen Teneriffas und in La Laguna 8,4 Prozent. Granadilla de Abona folgt mit 6,3 Prozent.
Kanaren: Einer von drei Obdachlosen stammt aus dem Ausland
Damit leben in mehr oder weniger touristisch geprägten Regionen Teneriffas 81,6 Prozent der Obdachlosen. Die Caritas macht auch die enorme Zunahme durch für Tourismus umgewidmete Wohnungen und Häuser dafür verantwortlich. Außerdem sei der seit Jahren versäumte Aufbau von Sozialwohnungen problematisch.
Betroffen sind laut Caritas drei Viertel Männer und etwa ein Viertel Frauen. Außerdem stammen gut 29 Prozent der Obdachlosen auf den Kanarischen Inseln aus dem Ausland. Jeder zweite Betroffene kam aus normalen Lebenssituationen, bevor er oder sie in die soziale Ausgrenzung geriet.

























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„Soziale Krise“: Teneriffas Wohnungsnot steigt sprunghaft
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