Die nächsten Inserate werden aus Buchungsplattformen für Ferienwohnungen gelöscht. Erst vor zwei Wochen waren 8698 illegale Urlaubs-Immobilien gelöscht worden. Jetzt kommen weitere 765 hinzu.
Die Kanarischen Inseln machen somit ernst und lassen der Ankündigung, gegen nicht lizenzierte Inserate vorzugehen, Taten folgen. Seit dem 1. Juli wird auf dem Archipel Jagd auf Vermieter ohne Registrierung gemacht. Inzwischen beugen sich auch die großen Plattformen wie Airbnb und Booking.
Allerdings gibt es bei allem Durchgreifen Schlupflöcher. Die betont sogar die Kanaren-Politik. Und so bedeutet ein Löschen aus den Portalen noch lange keine Umwandlung in klassischen Wohnraum. Das Hin und Her geht zunächst also einfach nur in die nächste Runde:
Kanaren räumen bei Ferienwohnungen auf – zumindest ein bisschen
Das Nationale Statistik-Institut INE berichtet von 50.686 Ferienwohnungen auf den Kanarischen Inseln. Damit steht der Archipel im Ranking gleich hinter Andalusien, der Region Valencia und Katalonien.
Zum Betrieb dieser Ferienwohnungen wird seit Anfang des Jahres eine gültige Registrierungsnummer benötigt. Und die meisten Vermieter solcher Immobilien beantragten sie fristgerecht. Doch einigen wurde die Lizenz nicht erteilt. Der Grund: Es fehlten wichtige Vorgaben.
Während manch Vermieter durch leichte Nacharbeiten die Nummer nachträglich erhielten, sind andere Angebote viel zu weit von einem legalen Betrieb entfernt. Trotzdem tauchen immer wieder auch solche Angebote auf den gängigen Buchungs-Websites auf. Und dagegen gehen die Kanaren in Kooperation mit den Unternehmen nun vor.
Nicht nur Kanaren: 54.000 illegale Ferienwohnungen
Spaniens Behörden rechnen damit, dass sich rund 54.000 illegale Ferienwohnungen auf Buchungsplattformen befinden. Diese sollen mittelfristig wieder in Wohnraum überführt werden, heißt es aus Madrid. Die zuständige Ministerin, Isabel Rodríguez, sagt: „Die Anzeigen müssen effektiv entfernt werden.“ Dabei laufe die Zusammenarbeit mit den Unternehmen vorbildlich.
Airbnb versichert unterdessen, dass der wirtschaftliche Schaden „keine nennenswerten Auswirkungen“ habe. Bedeutet: Schrumpft das Angebot, buchen viele Urlauber einfach andere Ferienwohnungen.
Auf den Kanaren ist davon insbesondere Adeje betroffen. Die touristische Gemeinde im Süden Teneriffas fürchtet nun jedoch um wirtschaftliche Probleme an anderen Stellen. Denn Landstriche, die wie zwischen Costa Adeje und Los Cristianos nahezu komplett touristisch genutzt werden, leben nicht nur von den Ferienwohnungen selbst, sondern vom gesamten Treiben drumherum. Kommen weniger Urlauber, bedeutet das auch sinkenden Umsatz in allen angeschlossenen Wirtschaftszweigen – bis hin zu den Supermärkten.
Weniger Ferienwohnungen: Kanaren fürchten um ihr Geschäft
Der spanische Verband der touristischen Wohnungs- und Apartmentgesellschaften (Fevitur) fährt dabei die größten Geschütze auf. Dort wird von der „Kriminalisierung“ Tausender Familien und Kleinunternehmer gesprochen. Davon will die Kanaren-Regierung wiederum nichts wissen. Sie betont: Ein Verbot für die Werbung auf großen Plattformen ist längst nicht gleichbedeutend mit einem generellen Betriebsverbot.
Der Generaldirektor für Tourismusplanung und -förderung, Miguel Ángel Rodríguez, sagt dazu, dass solche Unterkünfte derzeit zwar nicht auf den Websites beworben werden dürfen, sie jedoch weiterhin in Betrieb bleiben können. Bedeutet in vielen Fällen: Wer sich selbst um die Werbung kümmert, kann weiterhin Touristen ansprechen und beherbergen. Damit ist klar, dass das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Vermietern und Politik vorerst weitergeht.
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Rigoros: Kanaren lassen weitere Ferienwohnungen löschen
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