Ryanair lässt gegenüber Spanien die Muskeln spielen. Allerdings ist unklar, ob der irische Billigflieger ernst machen würde. Denn im Gegensatz zu dem, was die Airline bemängelt, wäre ein Ende des Kanaren-Geschäfts deutlich teurer.
Spaniens Flughafenbetreiber Aena hat angekündigt, die Gebühren zu erhöhen. Damit würden pro Passagier und Flug 68 Cent mehr fällig. In Summe bedeutet das für den Betreiber ein mehrstelliges Millionengeschäft. Doch die Airlines und Tourismusverbände befürchten Probleme.
Ryanair gibt sich bei Unstimmigkeiten stets sehr absolut. Das erleben derzeit auch die Angestellten, die in Spanien Streiks notfalls auch bis Jahresende ankündigten. Die Airline reagierte, indem die Streiks größtenteils ignoriert wurden. Auch beim Thema der Gebühren gibt sich die Fluglinie derzeit hart. Und so droht Ryanair, Ziele aus dem Programm zu nehmen oder zumindest stark reduziert anzufliegen.
Ryanair droht den Kanaren und Spanien
Eine Erhöhung um einen Cent-Betrag lässt die einen um Urlauber bangen, während andere davon überzeugt sind, dass dies bei heutigen Flug-Gesamtpreisen kaum ins Gewicht fällt. Ryanair kündigte an, sich notfalls zurückzuziehen. „Wir werden da investieren, wo wir eine Rendite erzielen können“, sagte Ryanair-CEO Eddie Wilson.
Aena hatte eine Erhöhung der Flughafengebühren um 6,5 Prozent angekündigt. Damit werden künftig 11,03 Euro pro Person und Strecke fällig. Während Aena auf einen zuvor trotz deutlicher Verteuerungen zehn Jahren stabilen Preis verweist, findet Ryanair die Änderung „ungerechtfertigt und schädlich“.
In anderen EU-Ländern seien die Preise gesenkt worden. Ziel sei es, den Flug-Tourismus anzukurbeln. Lediglich Spanien erkenne diese Signale nicht, lautet die Kritik.
Ryanair droht Spanien – Reaktion steht aus
Laut der Airline, die sich nach Passagierzahlen selbst zur größten Spaniens kürte, würde ein Rückzug von bis zu einer Million Flugsitzen insbesondere die Regionalflughäfen treffen. Ryanair warnte vor einem „leeren Spanien“.
Ob die Iren dabei die eigene Rolle möglicherweise überschätzen, oder Aena nachgibt, bleibt abzuwarten. Auch der spanische Staat dürfte dazu eine Meinung haben. Dieser ist mit 51 Prozent indirekter Mehrheitsgesellschafter von Aena.
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Ryanair-Streik auf den Kanaren – „notfalls bis Jahresende“![]()




















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