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Ryanair-Streik auf den Kanaren – „notfalls bis Jahresende“

3000 Mitarbeiter von Ryanair streiken. 500 von ihnen sind auf den Kanaren stationiert. Die Gewerkschaft kündigte Streiks und Einschränkungen im Flugverkehr notfalls bis Jahresende an.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Die Gewerkschaft macht ernst: 3000 Mitarbeitende von Ryanair sind zu Streiks aufgerufen worden. 500 Beschäftigte von ihnen sind auf den Kanarischen Inseln stationiert. Rund um den Streik wird mit teils starken Einschränkungen gerechnet.

Betroffen sind gleich fünf Flughäfen auf den Kanaren. Hinzu kommen die angesteuerten Airports. Entsprechend wird mit mehrtägigen Problemen wie Verspätungen und Ausfallen gerechnet.

Der Streik des Bodenpersonals wurde unbefristet ausgerufen. Hinter der Arbeitsniederlegung steckt die Gewerkschaft UGT. Wie lange „cancelled“ und „delayed“ an den Anzeigetafeln Dutzender Flughäfen in Europa zu lesen sein werden, ist noch unklar, denn der Streik wurde notfalls bis Jahresende angekündigt:

Ryanair-Streik soll Kanaren-Tourismus teilweise lahmlegen

Der Streik betrifft die Flughäfen Teneriffa Nord und Süd sowie Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Das Bodenpersonal ist für das Boarding, die Gepäck- und Passagierabfertigung sowie für den Check-in zuständig. Damit wird der Flugbetrieb voraussichtlich überwiegend zum Erliegen kommen.

Ursprünglich sollte am Mittwoch eine Einigung vor dem Vermittlungs- und Schiedsgerichtsdienst erwirkt werden. Doch Unternehmen und Gewerkschaften fanden zu keinem Konsens. Daraufhin wurde der Streik-Aufruf ausgegeben. Und dieser sei „endgültig“, hieß es von Seiten der Arbeitnehmervertreter.

UGT-Sprecher José Antonio Regueiro teilte mit, dass vom 15. bis 17. August gestreikt werde. Im Anschluss werde man bis Jahresende jeden Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag die Arbeit niederlegen. Dies erfolge in drei täglichen Zeitfenstern am Morgen, Mittag und Abend.

Ryanair-Streik auf den Kanaren: Das fordern die Angestellten

Laut dem Gewerkschaftsvertreter hätten die Arbeiter drei grundsätzliche Forderungen: Es gehe um ein Ende der prekären Beschäftigungspolitik, ein Ende von Überstundenmissbrauch und ein Ende der systematischen Missachtung von Tarifverträgen.

Für Regueiro bestehe „das größte Problem darin, dass die Teilzeitarbeit nicht vereinheitlicht wird: Arbeitnehmer, die mit 50 Prozent beginnen, arbeiten am Ende monate- oder sogar jahrelang mehr als 70 Prozent ihrer tatsächlichen Arbeitszeit – ohne, dass diese Arbeitszeit anerkannt wird.“ Außerdem sei es gängige Praxis, dass „andere, die jahrelang 90 Prozent gearbeitet haben, immer noch nicht auf 40-Stunden-Verträge hochgestuft wurden“.

Ein weiterer zentraler Vorwurf der Gewerkschaft liegt darin, dass Mitarbeitende gedrängt würden, Überstunden zu leisten. Werde nicht freiwillig mehr gearbeitet, würden Sanktionen verhängt. Das führe dazu, dass eigentlich freiwillige Überstunden erzwungen würden.

Zudem wirft die Gewerkschaft der Billigairline vor, Tarifverträge so umzusetzen, dass das Plus an Gehalt durch einen Wegfall von Prämien kompensiert würde. Auf diese Weise komme beim Mitarbeitenden die vereinbarte Gehaltserhöhung netto nicht an.

Kanaren-Streik: Ryanair erwartet keine Verspätungen

Unterdessen teilte Ryanair mit, dass aufgrund des Streiks keinerlei Verspätungen zu erwarten seien. In der Vergangenheit hatte die Fluggesellschaft im Streikfall versucht, mit Zeitarbeitern zu arbeiten. Ob auch diesmal entsprechend verfahren wird, blieb zunächst offen.

Die Gewerkschaft bezeichnete die Aussage Ryanairs als „unverantwortlich“. Zudem sagte Regueiro: „Ryanair wird so handeln wie immer: Mindestanforderungen ignorieren und das Personal unter Druck setzen, Flüge auch während des Streiks zu bedienen. Wir müssen auf Nötigung, Schichtwechsel und unerlaubte Flugplanverlängerungen gefasst sein. All das erwarten wir.“


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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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