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Anti-Hausbesetzer-Brigaden: Gefährliches Spiel auf den Kanaren

Okupas sorgen auf den Kanaren für Ärger. Doch auch die Gegenseite spielt mit unsauberen Tricks. Das dreckige Geschäft gegen Hausbesetzer.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Muskelberge bauen sich vor einer Haustür auf den Kanaren auf. Dann wird es kurz laut. Wenig später ist ein besetztes Haus geräumt. Was dazwischen geschieht, wollen die Auftraggeber gar nicht wissen. Denn es hat mit Gewalt und Gesetzesbruch zu tun. Das Geschäft der Unternehmen, die Okupas (Hausbesetzer) rauswerfen, floriert. Dass Betroffene eine Abkürzung nehmen wollen, ist nachvollziehbar. Doch sie begeben sich auf gefährliches Terrain.

Die Anti-Okupa-Brigaden versprechen, von Hausbesetzern okkupierte Immobilien binnen kurzer Zeit zu räumen. Die Mitarbeiter, fast ausschließlich Männer, sind durchtrainiert. Wo sie auftauchen, verschwindet jeder Spaß binnen Sekunden. Doch das Geschäft hat mafiöse Strukturen. Und das erkennen Kunden oft zu spät.

Kurz zuvor geräumte Häuser gerieten auf Fuerteventura plötzlich in Brand. Aus Polizeikreisen heißt es, auf „mysteriöse“ Weise. Ironie schwingt dabei mit. Nicht zuletzt, da der Geschäftsführer eines der Unternehmen ein Video veröffentlichte, in dem er vor dem Hauptsitz der Mietergewerkschaft posiert und sagt, das Haus benötige „einen neuen Anstrich“. Kurze Zeit später brennt es. Sein Unternehmen und die Gewerkschaft waren zuvor in Streit geraten.

Festnahme bei Anti-Hausbesetzer-Service auf den Kanaren

Christian P. ist Chef von EZ Property Solutions. Das Unternehmen verspricht diese Art von Dienstleistung, die oft nicht gesetzeskonform ist. Denn Hausbesetzer nutzen eine Grauzone im spanischen Gesetz. So lang sie sich zwischen falsch und richtig bewegen, droht Besitzern einer Immobilie oft ein langwieriger Prozess.

Wer diesen abkürzen möchte und dafür Rausschmeißer engagiert, wähnt sich zwar im Recht, schließlich handelt es sich um die eigenen vier Wände, doch das Gesetz duldet keine Selbstjustiz. Und so bietet es auch kaum Anschluss-Schutz für Menschen, die sich zuvor aktiv gegen die Regeln entschieden haben.

Kanaren-Hausbesetzer: Das Geschäft mit Okupas

Das „Solutions“ (zu deutsch „Lösungen“) im Namen des Unternehmens ist zynisch. Denn die gebotene Dienstleistung basiert auf Gewalt. Die werfen Nachbarn auch dem Geschäftsführer vor. Konflikte, Drohungen und Nötigung seien an der Tagesordnung.

Das haben nun auch Beamte der Guardia Civil zu spüren bekommen. Bei Ermittlungen wurden sie unter Druck gesetzt. Die Ermittler fackelten nicht lang. Sie nahmen P. fest. Ein Video zeigt noch, wie der Rechtsanwalt des Unternehmens zu schlichten versucht.

Doch P. hat sich diesmal zu weit aus dem Fenster gelehnt und wird zur Wache gebracht. Nötigung gegenüber der Guardia Civil funktioniert nicht. An diesen Stellen werden dann unterschwellige Drohungen eingesetzt: Kurze Zeit nach seiner Freilassung taucht erneut ein Video auf. Diesmal wird der leitende Beamte der Festnahme als „Kanalratte“ bezeichnet.

Due Praktiken der Hausbesetzer-Unternehmen auf den Kanaren

Mitarbeiter des Unternehmens sollen versucht haben, Informationen über die handelnden Beamten einzuholen. Diese berichten davon, dass ihnen nahestehende Personen angesprochen und um private Informationen gebeten wurden.

Die Dienstleistung erscheint vielen Hausbesitzern, die von Okupas betroffen sind, als letzter Ausweg. Doch wer sich mit mafiösen Strukturen einlässt, kann sie selbst zu spüren bekommen. Oder wie es in diesen Kreisen heißt: Es könnten „mysteriöse Unfälle“ geschehen.


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Über den Autor

Anti-Hausbesetzer-Brigaden: Gefährliches Spiel auf den Kanaren

wurde geschrieben von:

Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

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