Für die Landwirtschaft der Kanaren sind harte Zeiten angebrochen. Die jüngste Hitzewelle ist nur ein Extrem von vielen. Denn zusätzlich zu den zwischenzeitlichen Extrem-Temperaturen gibt es immer wieder niederschlagsfreie Phasen, teilweise echte Dürre-Perioden.
Auf den Inseln, deren Landwirtschaft eine lange Tradition hat, kommt erstmals überhaupt eine Reblaus-Plage hinzu. Und die jüngste Hitze-Episode hat vielen Obstbäumen auf den Kanaren nachhaltig zugesetzt.
Zunehmend mehr Landwirte berichten von Verlusten ihrer teils seit Jahren oder Jahrzehnten bestehenden Pflanzen. Bis zu 50 Prozent, also jede zweite Pflanze, seien den Temperaturen, der Dürre oder den Stürmen im Frühjahr zum Opfer gefallen. Was das bedeutet:
Kanaren: Landwirtschaft leidet unter Extrem-Wetter
Trotz allem sei aktuell die Wasserknappheit die größte Herausforderung, berichten Landwirtschaftsverbände. Avocados und Bananen als Pflanzen mit sehr hohem Wasserbedarf, aber auch Wein und Mangos würden arg leiden.
Auf Gran Canaria seien die Temperaturen eine Herausforderung, doch die Wasserknappheit in einigen Bereichen der mittelhohen Lagen sei schlimmer, heißt es. Die Obstbäume der Region seien stark dezimiert, weitere Verluste möglich.
Die Mango- und Pflaumenbäume der Region haben bisher besser durchgehalten. Dort ist jede vierte Pflanze betroffen. Bei Feigen ist es jede zweite. Doch der Sommer ist noch lang. Und so sind weitere Verluste möglich – je nach Verlauf sogar wahrscheinlich.
Laut der Vereinigung Agro Rincón seien über alle Sorten und Arten rund 30 Prozent der Ernte ausgefallen. Das führe zu Problemen für die Landwirte und auch zu steigenden Preisen. Im Frühjahr waren Bananen bereits in die Preisspirale geraten. Weitere Obstsorten folgen wohl schon bald.
So verändert die Wasserknappheit die Kanaren-Landwirtschaft
Viele Obstbauern wässern nur noch zwei- bis viermal pro Monat – je nach Größe der Bäume. Das führe zwangsläufig zu Verlusten, sei jedoch von allen Möglichkeiten die am wenigsten schlechte, heißt es aus dem Agrarsektor.
Immerhin bei Kartoffeln hat sich die Lage etwas entspannt. Nach der Kartoffelkäferplage im Vorjahr ist der Bereich derzeit am wenigsten betroffen. Die Wasserknappheit müsste jedoch auch dort zu höheren Preisen führen. Obwohl derzeit 80 Cent pro Kilo nötig wären, werden Kartoffeln dennoch im Durchschnitt für 65 Cent verkauft. Wirklich zufrieden ist damit aktuell kein Teil des Agrarsektors der Kanaren.






















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Dürre auf den Kanaren: Jeder zweite Obstbaum stirbt ab
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