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Kanaren: Sonnencreme setzt Charcos zu – was Sie tun können

Naturwasser-Pools ziehen auf den Kanaren immer mehr Schwimmer an. Doch das Baden kann die kleinen Ökosysteme bedrohen. Kleine Änderungen können viel bewirken.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Sie sind schön und gefährlich – und jetzt auch bedroht. Charcos, die Natur-Swimmingpools auf den Kanarischen Inseln, sorgen regelmäßig für Debatten. Nun ist eine weitere hinzugekommen. Im Zentrum steht: Sonnencreme.

Der kanarische Biologe Edu Martín erklärt, dass der zunehmende Hype um die kleinen, mit Meerwasser gefüllten Lavastein-Becken für deren Ökosysteme gefährlich sei. Viele Schwimmer tragen Sonnencreme auf, bevor sie baden gehen. Und so gelangen zunehmend mehr für die Natur gefährliche Stoffe in die Becken.

Zugleich gibt es eine neue Debatte um die Sicherheit. Ein Video, auf dem zu sehen ist, wie mehrere Schwimmer durch eine Welle aus einer Charco herausgespült wurden, hat in der vergangenen Woche für Aufsehen gesorgt. Und so geht die Gefahr in beide Richtungen:

Meerwasser-Pools der Kanaren: gefährdet und gefährlich

Die Wellen sorgen für einen regelmäßigen Wasseraustausch in den Becken. So werden Stoffe wie die Sonnencreme herausgespült und zugleich frisches Wasser hinein. Mit den Wellen gelangen auch Lebewesen vom kleinen Organismus bis hin zu Fischen in die Becken. Auf Gran Canaria wurde erst vor wenigen Monaten ein Hai in ein sollches Becken gespült, das daraufhin gesperrt werden musste.

Das Problem der Sonnencreme ist, dass sie an den Steinen haftet. Martín sagt: „Jedes Mal, wenn wir mit Sonnencreme ins Wasser gehen, bleiben bis zu 25 Prozent der Creme im Wasser. Substanzen wie Oxybenzon, Octinoxat sowie Nanopartikel aus Zink oder Titandioxid, die nachweislich giftig für Meereslebewesen sind, bleiben in den Becken zurück.“

Vorbild für Kanaren? Regionen verbieten Sonnencreme komplett

Hawai, das aufgrund der ähnlichen Beschaffenheit oft mit den Kanaren vergleichen wird, hat Sonnencreme inzwischen verboten. Das Hawaiianische Riffgesetz verbietet die Nutzung wegen der Folgen für die Umwelt. Martín sagt, Studien würden zeigen, dass einige Inhaltsstoffe das Erbgut von Fischen verändern, das Wachstum von Phytoplankton hemmen und sogar Meeressäuger gefährden können.

Auch ökologisch zertifizierte Sonnencremes seien nicht immer unbedenklich. Untersuchungen des spanischen obersten Wissenschaftsrats CSIC und der Universität Alicante belegten, dass bestimmte Cremes mit anorganischen Filtern wie Zinkoxid die Entwicklung von Krebstierlarven um bis zu 97 Prozent hemmen könnten, sagt der Experte.

Sonnencreme gefährdet Meerestiere

Durch die aktuelle Beliebtheit und zunehmend viele Videos in soziale Medien seien die Charcos so gut besucht wie nie. Das Bewusstsein für Sonnenschutz sorgt so dafür, dass die Konzentration der Sonnencremes in den Meerwasserbecken zunimmt. Martin appelliert an Besucher, sich der Problematik bewusst zu werden.

Das Mindeste ist, sich deutlich vor dem Schwimmen einzucremen. Alternativ ist es möglich, erst schwimmen zu gehen und sich dann einzucremen und in die Sonne zu legen. Sich erst einzucremen und dann direkt ins Wasser zu gehen, ist die schädlichste Variante. Wer sich der Problematik bewusst ist, kann schon mit kleinen Änderungen am eigenen Verhalten viel bewirken.


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Über den Autor

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Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

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