Seit Montag vergangener Woche sind 15 Menschen auf den Kanarischen Inseln an der Folge der aktuellen Hitze gestorben. In diesem Jahr waren es bereits 51. Beides sind alarmierende Werte, wie die Macher des Systems zur Überwachung der täglichen Sterblichkeit in Spanien, MoMo, mitteilen.
Elena López, Leiterin des Dienstes für Epidemiologie und Prävention der Generaldirektion für öffentliche Gesundheit, spricht von deutlich erhöhten Einsatzzahlen beim kanarischen Notdienst. Seit dem 10. August seien 31 Menschen zwischen 20 und 84 Jahre wegen Hitze-Symptomen behandelt worden.
Das Gesundheitsamt auf den Kanaren bestätigte 15 weitere Fälle von wegen Hitze behandelten Personen im gleichen Zeitraum. Unter den behandelten Personen war sogar ein Säugling. Wie das MoMo-System funktioniert:
Kanaren: So wirkt sich Extrem-Hitze auf die Menschen aus
Die MoMo-Macher sehen in allen Fällen die Hitze als Verantwortlich, betonen allerdings auch, dass das System mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet. Das bedeutet, dass es statistische Ungenauigkeiten geben könne. Dies gelte jedoch in beide Richtungen. Möglicherweise ist also ein Fall fälschlicherweise hinzugerechnet, andersherum jedoch vielleicht auch ein Hitzetoter nicht erfasst worden.
„Es ist zu beachten, dass es sich bei dieser Zahl um eine Schätzung handelt. Die Zahl der auf Hitze zurückzuführenden Todesfälle wird auf Grundlage des erwarteten Sterbemusters der letzten zehn Jahre berechnet“, sagt López.
Diese Personen sind von Kanaren-Hitze am stärksten betroffen
Von der Hitze betroffen sei eine breite Mehrheit der Menschen auf den Kanarischen Inseln. Besonders auffällig sei jedoch die Gruppe derer, die im freien arbeitet. Auch freiwillige Aufenthalte in der Sonne, beispielsweise beim Sonnenbad, führten auffällig oft zu Behandlungen. So sei etwa die Hälfte aller Behandelten nicht-einheimisch.
Positiv sei laut López, dass kein einziger Hitzetote die direkte Folge eines Hitzschlags sei. Damit greife die grundsätzliche Behandlung auf den Kanaren.
Ein Großteil der Behandlungen fanden im Süden und im südlichen Mittelland von Gran Canaria statt. Dort sind die Werte bei Extrem-Hitze auf den Kanarischen Inseln meist am höchsten. Doch auch in Puerto de la Cruz im Norden Teneriffas gab es zahlreiche Einsätze, gefolgt von Puerto del Rosario, Arrecife oder Puerto del Carmen auf Lanzarote. Auch die Playa Las Canteras in Gran Canarias Hauptstadt Las Palmas wurde in den Einsatzberichten überdurchschnittlich oft erwähnt.
Kanaren-Hitze: Mehr Frauen als Männer betroffen
López sagt: „Wir alle denken, dass uns nichts passieren wird. Doch man muss keine Vorerkrankungen haben, um unter den Hitze-Auswirkungen zu leiden.“ Vor allem gehe es auch um die Tagesform: „Nicht jeder Tag fühlt sich gleich an. Manchmal sind wir anfälliger für die Hitze.“
Laut MoMo sind die Kanaren übrigens kein Einzelfall. Spanienweit wurden 2635 Todesfälle als hitzebedingt eingestuft. Davon kam mit 1149 fast die Hälfte in der Hitzewelle zwischen dem 3. August und Mitte des Monats zusammen. Die Zahl stieg damit um etwa 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damals waren es im selben Zeitraum 1856.
Betroffen sind laut MoMo vor allem ältere Menschen ab 65 Jahre. Außerdem wurden laut Ergänzung des Nationalen Zentrums für Epidemiologie mehr Frauen als Männer gezählt.
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Kanaren: 51 Hitzetote – 15 in der letzten Woche
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