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Warum die Kanaren ihren eigenen Fisch nicht mehr essen

Die Auswahl ist riesig, die Nachfrage nicht. Zumindest nicht mehr. Kaum eine Region in Spanien hat mehr Auswahl an frischem Fisch. Trotzdem wird auf den Kanaren immer weniger davon gegessen. Und das hat Gründe.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Seit Jahrzehnten ist auf den Kanaren nicht so wenig Fisch gegessen worden wie heute. Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung berichtet sogar von einem Tiefpunkt. Doch warum verzehren die Einwohner der Kanarischen Inseln immer weniger frischen Fisch?

14,4 Kilogramm frischer Fisch pro Kopf und Jahr bedeuten ein historisches Tief. Während die Kanaren, immerhin mitten im Atlantik gelegen, über die reichhaltigste Auswahl aus verschiedenen und vor allem frischen Fischen verfügen, liegt der Verzehr nicht einfach nur deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Spanienweit werden 19,2 Kilogramm Fisch pro Kopf und Jahr verzehrt. Die Menschen auf den Kanaren hingegen verzichten immer öfter auf Meeresfrüchte und frischen Fisch. Eine Differenz von fast fünf Kilogramm bedeutet den geringsten Fisch-Verzehr des Landes – trotz der Seefahrt-Tradition. Und das sind die Gründe:

Kanaren-Bewohner essen immer weniger frischen Fisch

Fischereiverbände auf den Kanaren sehen beunruhigt in die Zukunft. Miguel Delgado leitet auf Gran Canaria einen davon. Er sagt, dass die Kanaren ihren Fisch zwar stark bewerben, selbst jedoch äußerst Wenig Gebrauch von ihm machen würden.

Der Experte und das Ministerium sehen gleichermaßen eine Hauptgrund: den Preis. Delgado sagt: „Nicht jeder kann es sich leisten, 17 oder 20 Euro für ein Kilo zu bezahlen“. Bezogen ist die Aussage auf das Beispiel Sama. Die Zahnbrasse kommt vom Mittelmeerraum bis hin zu den Kanaren vor.

Frischer Fisch auf den Kanaren: „Preise explodieren“

Delgado sagt, dass die Fischer das Produkt günstig abgeben, doch „wenn der Fisch im Supermarkt ankommt, explodiert der Preis“. Das, zusammen mit der inflationsbedingt gesunkenen Kaufkraft, stellt immer mehr Familien vor Herausforderungen. Viele verzichten daher auf Fisch oder greifen auf einfache Tiefkühlprodukte zurück.

Damit sind Importe oder in Farmen gezüchtete Fische inzwischen kaum noch von den Kanaren wegzudenken. Viele davon werden aus Afrika importiert. Damit sinkt zwar der Preis, aus Sicht der Verbände jedoch auch die Qualität: „Jeder muss selber wissen, was er konsumiert“, sagt der Experte.

Inflation und Zeit: Kanaren setzen auf Tiefkühl-Fisch

Delgado sieht die Notwendigkeit öffentlicher Werbung. Die Politik müsse gemeinsam mit den Verbänden eines ihrer wichtigsten Produkte stärker fördern. Denn: Der Fischkonsum geht nicht erst seit der jüngsten Inflationswelle zurück.

Seit etwa einem Jahrzehnt wird auf den Kanarischen Inseln sukzessive weniger Fisch konsumiert. Als Grund gilt neben dem Preis auch der Aufwand. Ein Tiefkühlfisch sei schon pfannenfertig und damit schneller zubereitet als ein fangfrischer Fisch, sagt Delgado und appelliert: „Wenn wir möchten, dass sich wieder mehr Verbraucher für Qualität entscheiden, müssen wir den Sektor stärker fördern.“


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Über den Autor

Warum die Kanaren ihren eigenen Fisch nicht mehr essen

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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